Sehnsuchtsräume zwischen Kunst und Wissenschaft

Alpen-Adria-Gastprofessor Michael Zinganel lehrte ein Semester an der AAU zur Kulturgeschichte der Hotels. Im Interview mit ad astra erzählt er, wie sich die einst strahlenden Ferienbunker der Tito-Zeit an der kroatischen Adriaküste verändert haben.

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Im Kosmos von Anke Bosse

Mein gewählter Ort ist der Aussichtsturm auf dem Pyramidenkogel, weil er mitten in Kärnten steht und man gleichzeitig etwas enthoben ist. Von hier aus sieht man je nach Wetterlage nach Italien, Slowenien und bis nach Deutschland hinüber. Weitblick ist mir sehr wichtig. In Kärnten fällt mir die Tendenz auf, allzu sehr um sich selber zu kreisen. Da ist Weitblick ganz dringend vonnöten, und zwar vor allem mental. Es geht um die Überwindung der Grenzen im Kopf, um Horizonterweiterung. Ich bin froh, dass die Universität und das Musil-Institut hier tagtäglich ganz wichtige Beiträge leisten. Und nicht nur sie.

Ich wollte immer Forschung mit Lehre verbinden. Ich mag es, mich mit jungen Menschen auszutauschen und zu erleben, wie sie beginnen, Selbstbewusstsein zu entwickeln und ein Profil auszubilden. Ich empfehle ihnen, noch während des Studiums ein Semester in die Welt hinauszugehen und nicht erst danach. So erst finden sie heraus, was und wer sie sind.

Die Vielsprachigkeit und das Internationale haben sich bei mir durch die Laufbahn in Deutschland, Frankreich, der Schweiz und Belgien ergeben. Kärnten passt dazu, weil es zum vielsprachigen Alpen-Adria-Raum gehört. Sprachen halten sich ja nicht an Landesgrenzen. Ich finde es gut, dass die Universität diese Idee als Programm hat.

Meinen Mann kenne ich seit 1998. „Schuld“ ist Peter Handke. Als junge Universitätsprofessorin wollte ich die Griffener Handke-Ausstellung nach Belgien holen. Aufbau und Technik der dafür extra konzipierten Wanderversion waren aber so kompliziert, dass einer der Ausstellungsarchitekten mitgefahren ist. Das war mein Glück. Dietmar Kaden, mein späterer Mann, kam mit. Es hat bei uns gleich beim ersten Mal gefunkt. 2005 heirateten wir. Doch wir mussten bis 2015 – also insgesamt 17 Jahre – durchhalten, bis wir an einem Ort zusammen leben konnten.

Es gibt auch ein Leben außerhalb der Literatur. Ich mag Musik, besonders Klassik und Jazz. Dietmar spielt Schlagzeug, ich – leider viel zu selten – Klavier. Außerdem wandern wir gern. Wenn Klagenfurt in der Nebelsuppe liegt, erklimmen wir von Ottmanach aus den Magdalensberg und essen oben Kasnudln. „Erwandert“ schmecken sie besonders gut. Oder es geht zur Klagenfurter Hütte in die Karawanken, zum Alten Loibl, zum Monte Luschari … Und mal schnell nach Slowenien, nach Italien fahren zu können, ist einfach fantastisch.

Im Sommer gehen wir, wenn uns die Arbeit Zeit dafür lässt, baden. Das Strandbad Klagenfurt mögen wir wegen der Menschenmassen nicht, da sind uns die vielen kleinen Seen und Bäder lieber. Wir haben beide das Kroatische Küstenpatent für Motorboote. Ich bin also selber Skipperin. Ich wollte nie eine von den Frauen sein, die bloß am Deck herumliegen und höchstens beim Anlegen mit dem Seil an Land hüpfen dürfen. Nun sind wir jedes Jahr mindestens einmal in Kroatien, mieten uns ein Boot und legen in schönen Buchten an, wann und wo es uns gefällt.

Dietmar ist Architekt, einer der beiden Architekten dieses Aussichtsturms. Die regelmäßig versetzten Ellipsen, durch die der Turm seine einzigartige skulpturale Form erhält, ist seine Idee. Wenn man so unterschiedliche Berufe hat, hat man sich auch was zu erzählen. Nach Hause kommen und jemand ist da, ist eine besondere, schöne Situation. Wir sind gegenseitig unsere wichtigsten Ratgeber. Aber man muss nicht immer alles bereden. Das stillschweigende Einverständnis gibt es immer wieder. Ein  besonderer Moment.

Für ad astra aufgezeichnet von: Barbara Maier

Zur Person

Geboren: 1961 in Hannover, Deutschland

Beruf: Universitätsprofessorin für Germanistik, Leiterin vom Robert Musil-Institut / Kärntner Literaturarchiv

Ausbildung: Studium der Germanistik, Romanistik und Komparatistik in Göttingen, Avignon, München

Kosmos: Pyramidenkogel, Keutschach in Kärnten, am 20. Dezember 2017


Der Mensch & alles um ihn herum

Robert Gennaro Sposato interessiert sich als Umweltpsychologe dafür, wie es dem Menschen in seiner Umwelt und im Umgang mit allem, was um ihn herum ist, ergeht.

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Ungetrübte Sicht bei endoskopischen Operationen

Bei Operationen kommt es oft zu unerwünschter Rauchentwicklung, und diese verhindert ein Weiteroperieren der Chirurgen. Ein Team von ForscherInnen am Institut für  Informationstechnologie beschäftigt sich mit der Entwicklung von Echtzeit-Raucherkennungssystemen in Zusammenarbeit mit ÄrztInnen und dem Medizinunternehmen Karl Storz.

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