ZFF-Veranstaltungstipp: Ein Abend mit Emmanuel – Praktische Solidarität mit Frauen auf der Flucht

Montag, 09. März 2026, 17:00 Uhr
Universität Klagenfurt, Raum Z.1.09

Das Bündnis für eine Welt, das Dialogforum Zusammenleben und das Zentrum für Friedensforschung und Friedensbildung laden zu einem Abend mit Emmanuel Mbolela und Alexander Behr.

Der französische Vortrag wird ins Deutsche übersetzt.

Die EU-Staaten haben ihre tödlichen Grenzen seit Jahren bis weit auf den afrikanischen Kontinent ausgelagert und Deals mit den Regierungen der Maghreb-Staaten geschlossen – u.a. mit Marokko. Die Leidtragenden dieser Politik sind Menschen auf der Flucht und auf der Suche nach einem sicheren und menschenwürdigen Leben. Ganz besonders betroffen von den Hürden, die gegen sie errichtet werden, sind flüchtende Frauen. Denn das Grenzregime produziert Grenzgewalt und damit stets geschlechtsspezifische Gewalt. Sexualisierte Gewalt und Ausbeutung, Vergewaltigungen und vieles mehr sind Teil des Alltags vieler Frauen, die sich auf die Migrations- und Fluchtrouten zwischen den Sahel- und Maghrebländern begeben. U.a. in der marokkanischen Hauptstadt Rabat leben viele dieser Menschen in häufig prekären und gesellschaftlich marginalisierten Verhältnissen und sind immer wieder bedroht von Razzien und Abschiebe-Aktionen.

Als einen Beitrag zur praktischen Solidarität mit flüchtenden Frauen betreibt der selbstorganisierte Verein ARCOM (Association des Réfugié•es et Communautés Migrantes au Maroc) seit 2015 die Maison Baobab, ein Rasthaus für Frauen auf der Flucht und deren Kinder, in Rabat. Das Rasthaus bietet Schutzwohnungen für eine begrenzte Dauer und darüber hinaus Unterstützung bei Gesundheitsversorgung und Schulzugang, sowie psychosoziale Begleitung für die Frauen, die oftmals schwere Gewalttraumata überlebt haben. Maison Baobab und ARCOM sind heute in Rabat wichtige Anlaufstrukturen für subsaharische Migrant*innen. Darüber hinaus ermöglicht ARCOM auch durch vielfältige Bildungs- und Kulturprogramme Begegnungen zwischen subsaharischen Communities und jugendlichen und erwachsenen Angehörigen der marokkanischen Mehrheitsgesellschaft. Diese sind ebenfalls von vielerlei sozialen Schwierigkeiten betroffen und scheitern oft selbst an den Hürden des externalisierten europäischen Grenzregimes.

Emmanuel Mbolela gibt bei dem Info-Abend Einblicke in die Lebensrealitäten subsaharischer Migrant*innen, insbesondere von Women on the Move, in Marokko, berichtet von der Arbeit der Maison Babobab und von ARCOM und gibt Vorschläge mit, wie diese praktische solidarische Arbeit auch von Wien aus unterstützt werden kann.

Kontakt: Utta [dot] Isop [at] aau [dot] at