Gertraud Benke | Foto: aau/Müller

Wie entdecken wir Kategorien des Denkens?

Von 29. August bis 1. September treffen sich knapp 90 TeilnehmerInnen zur „11th International Conference on Conceptual Change. Epistemic Cognition and Conceptual Change“ in Klagenfurt. Sie beschäftigen sich mit den Vorstellungen von Wissen, die Lernende haben und die ihr Lernen bestimmen.

„Wenn man beispielsweise einen Stift visualisiert, stellt man sich, so die Perzeptionsforschung, den Stift so vor, wie er vor einem liegt und wie man ihn ergreifen würde. Kinder stellen sich die Erde meist so vor, wie sie sie sehen, wenn sie auf ihr stehen und sich umschauen, also wie eine Ebene. Um ein ‚richtiges‘ Bild von der Erde zu erhalten, muss man sie aber aus dem Weltall betrachten. Man muss also den Standpunkt und die Perspektive ändern, um eine Kugel zu sehen“, erklärt Tagungsleiterin Gertraud Benke, die als assoziierte Professorin am Institut für Unterrichts- und Schulentwicklung forscht und lehrt.

Diese Perspektivenänderung bzw. Abstraktion lernen Kinder in der Regel erst nach und nach. Das Forschungsfeld der epistemic cognition möchte darüber hinaus den Vorstellungen, die die Lernenden über Wissen haben und die ihr Lernen prägen, auf die Spur kommen. Wann fragen wir uns, ob etwas „fake news“ sind, und wie stellen wir das dann fest? 1997 hat die Psychologin Barbara Hofer (Middlebury College, USA) hierzu „den“ grundlegenden Artikel verfasst, der bis heute in nahezu jeder Publikation zu epistemic cognition zitiert wird. Sie wird im Rahmen der Tagung an der Alpen-Adria-Universität eine Keynote darüber halten, welchen Quellen wir vertrauen und wie wir unser Wissen rechtfertigen. Weitere knapp 90 Expertinnen und Experten in diesem Forschungsfeld werden zur Konferenz erwartet.

Fragt man Gertraud Benke nun danach, inwiefern die wissenschaftlichen Erkenntnisse in der Praxis Anwendung finden, führt sie aus: „In den letzten zehn Jahren hat das Wissen rund um das Konzeptlernen Eingang in den Unterricht gefunden. Viele ForscherInnen machen Projekte mit Schulklassen.“

Weitere Informationen unter http://ius.aau.at/earli2018

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