Vanessa Kumer | Foto: Privat

Vanessa Kumer: Hier wird nicht nur Fachwissen, sondern auch interkulturelle Kompetenz vermittelt

Absolventin Vanessa Kumer unterrichtet an der zweisprachigen Bundeshandelsakademie in Klagenfurt Englisch und Slowenisch. Die sprachenbegeisterte Bleiburgerin hat neben ihrem Lehramtsstudium auch das Bachelorstudium Slawistik abgeschlossen. Wir haben mit ihr über die Zeit an der Universität, ihre Liebe zur slawischen Sprache und ihre akademischen Zukunftspläne gesprochen.Was hat Sie in Ihrer ersten Woche an der AAU erstaunt?
Ich war in den 4 Jahren, die ich an der AAU verbrachte, immer wieder erstaunt über die vielen Studentinnen und Studenten, die in der Aula fleißig für Prüfungen gebüffelt oder Seminararbeiten geschrieben haben. Ich selbst konnte das während meines Studiums nicht, da ich wegen des Umgebungslärms zu sehr abgelenkt war. Außerdem bevorzugte ich es, mit Studienkolleginnen und Studienkollegen zu plaudern. Lernen und Seminararbeiten schreiben konnte ich schließlich auch zu Hause.

Wie hat sich Ihr beruflicher Werdegang entwickelt?
Im Anschluss an mein Studium habe ich das Unterrichtspraktikum an der Zweisprachigen Bundeshandelsakademie /Dvojezična trgovska akademija in Klagenfurt absolviert. Es hat mich sehr gefreut, dass ich auch nach Abschluss des Unterrichtspraktikums weiter an dieser Schule unterrichten durfte bzw. darf.

Was gefällt Ihnen an Ihrem Berufsalltag besonders?
Ich unterrichte nun schon das zweite Jahr die Unterrichtsfächer Slowenisch und Englisch. Mein beruflicher Alltag besteht, wie auch bei anderen Lehrerinnen und Lehrern, im Allgemeinen aus Unterrichtvor- und nachbereitungen, Verbessern von Hausübungen und Schularbeiten. An meinem Lehrberuf gefällt mir besonders der Kontakt mit den Schülerinnen und Schülern. Es gibt nichts Schöneres, als mitanzusehen, wie diese sich von Tag zu Tag weiterentwickeln und über sich hinauswachsen.

Nach dem Abschluss Ihres Studiums, fühlten Sie sich gut auf den Beruf vorbereitet?
Ja, definitiv. Jedoch muss ich auch sagen, dass man im Berufsleben des Öfteren mit Situationen konfrontiert wird, auf die dich kein Studium vorbereiten kann. Die Praktika, die ich während meiner Ausbildung absolvierte, gewährten mir einen Einblick in den Unterricht sowie den Schulalltag und haben mir in vielen Hinsichten geholfen. Da ich selbst Schülerin war und die Aufgaben der Lehrenden meines Erachtens nach gut kannte, dachte ich anfangs, dass das Unterrichten wohl schon nicht so schlimm sein wird. Schlussendlich stellte ich aber fest, dass der Lehrberuf viel mehr erfordert als nur das Unterrichten. Die wirkliche Herausforderung ist nicht der Unterricht selbst, sondern viel mehr die pädagogischen und didaktischen Aufgaben einer Lehrperson. Die Klassen sind so gut wie nie homogen und jede Schülerin/jeder Schüler ist individuell. Damit muss man umgehen können und das Bestmögliche aus jeder Schülerin/jedem Schüler herausholen. Mit Sicherheit keine leichte Aufgabe…

Denken Sie manchmal an Lehrende der Uni Klagenfurt zurück? Wenn ja, in welchen Situationen?
Ja oft und ja an viele. Ich hatte das Glück während meines Studiums tolle Professorinnen und Professoren zu haben, über deren Wissen ich erstaunt war und heute noch bin. Besonders in Erinnerung werden mir die sprachwissenschaftlichen Lehrveranstaltungen bleiben, da mich das Themengebiet nach wie vor unheimlich interessiert und begeistert. Vor allem Univ.-Prof. Mag. Dr. Ursula Doleschal erstaunte mich in ihren Lehrveranstaltungen und später auch bei der Betreuung meiner Diplomarbeit mit ihrem Fachwissen in den slawischen Sprachen. Auch Prof. Mag. Dr. Peter Svetina beeindruckte mich in seinen literaturwissenschaftlichen Vorlesungen und Seminaren sehr. Am Institut für Anglistik und Amerikanistik konnte ich mich außerdem für die indigene Kultur in Australien begeistern. Im Laufe meines Studiums besuchte ich deshalb alle Kurse, die von Mag. Monika Volc, einer Expertin auf diesem Gebiet, geleitet wurden.

Welche Verbindung haben Sie heute noch zu Klagenfurt und der AAU?
Ich komme ursprünglich aus Bleiburg/Pliberk, verbinde aber mit Klagenfurt sehr viel. Ich besuchte das BG/BRG für Slowenen in Klagenfurt/ ZG/ZRG za Slovence und studierte an der Alpen-Adria Universität. Weiters bin ich mittlerweile schon das zweite Jahr an der Zweisprachigen BHAK Klagenfurt/Dvojezična ZTAK Celovec beruflich tätig. Mit der AAU verbinde ich unzählige tolle Erinnerungen, Bereicherungen und Freundschaften.

Was waren Ihre Beweggründe, als Sie sich zu einem Studium an der AAU entschlossen?
Ich habe mich aus mehreren Gründen dafür entschieden. Erstens habe ich über die AAU sehr viel Positives gehört. Außerdem war es für mich klar, dass ich in Kärnten bleibe. Während meiner Schulzeit ging ich meinem Hobby, dem Volleyballspielen, nach. Dies wollte ich nicht wegen eines Studiums aufgeben. Der gravierendste Grund war jedoch, dass ich Lehramt Slowenisch/Englisch auch in Klagenfurt studieren konnte und daher nicht nach Graz oder Wien gehen musste.

Würden Sie heute nochmal dieselbe Entscheidung bezüglich Ihrer Studienwahl treffen?
Das Studium hat mir sehr gut gefallen und es hat mich auch als Mensch geprägt, weil in diversen Lehrveranstaltungen nicht nur Fachwissen, sondern auch interkulturelle Kompetenzen vermittelt wurden. Ich würde auf alle Fälle nochmal dasselbe studieren. Neben dem Lehramtsstudium schloss ich auch das Bachelorstudium Slawistik ab, weil mich Sprachen, vor allem die slawischen, schon immer sehr interessiert haben.

Auch die Entscheidung, an der AAU zu studieren?
Ganz klar: JA!

Möchten Sie den jetzigen Studierenden gerne etwas mitgeben?
Genießt das Studierendenleben und studiert das, was euch interessiert, auch wenn andere sagen, dass die Zukunftschancen vielleicht nicht so rosig sind.

Was vermissen Sie an Ihrer Zeit als Studentin?
Aus meiner Studienzeit vermisse ich vor allem das gemütliche Beisammensein mit Studienkolleginnen und -kollegen.

Was ist für Sie Erfolg?
Erfolg hat für mich nichts mit viel Geld oder Ansehen zu tun. Erfolg ist für mich, wenn man auf seine Arbeit und auf sich selbst stolz sein kann. Man selbst gesteckte Ziele erreicht und aus Fehlern, die man begangen hat, lernt.

Wo sehen Sie sich in 10 Jahren?
In 10 Jahren sehe ich mich weiterhin in meinem Beruf als Lehrerin tätig. Bis dorthin möchte ich aber noch ein Doktorat absolvieren – selbstverständlich an der AAU.

Wort-Rrap

Ein glücklicher AAU-Moment war … es gab viele glückliche AAU-Momente, an die ich mich gerne zurückerinnere. Mit Abstand die imposantesten Momente waren für mich jedoch die Diplomprüfung und meine Sponsion.

Aus Ihrer Studienzeit besitzen Sie noch … etliche Unterlagen, von denen ich mich nicht trennen kann und will.

Wer hat Sie inspiriert? Während meiner Studienzeit lernte ich einige Professorinnen und Professoren kennen, die mich in vielen Hinsichten inspiriert haben.

Wenn Sie noch einmal studieren würden, würden Sie … dasselbe studieren.

Ihr Studium in 4 Worten: vielseitig, interessant, prägend und lehrreich

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