Elisabeth Oswald | Foto: aau/Müller

Universität Klagenfurt besetzt erste Professur am Digital Age Research Center (D!ARC): Elisabeth Oswald kommt mit Forschungsschwerpunkt Cybersecurity nach Klagenfurt

Schritt für Schritt weitet die Universität Klagenfurt ihre Aktivitäten zum neuen Initiativschwerpunkt „Humans in the Digital Age“ aus. Ein Meilenstein ist dabei die Berufung von Elisabeth Oswald (University of Bristol) nach Klagenfurt. Elisabeth Oswald arbeitet als angewandte Kryptographin eng an der Schnittstelle zwischen Mathematik und Informatik. Ihre Forschung widmet sich vor allem den kryptographischen Aspekten der Cybersecurity.

Theorie praktisch anwendbar zu machen, gehört zu den zentralen Zielen von Elisabeth Oswalds Arbeit. „Ich will Dinge im echten Leben zum Funktionieren bringen“, bringt sie ihren ingenieurwissenschaftlich-mathematischen Ansatz auf den Punkt. Ihr Schwerpunkt ist Angewandte Kryptographie. Mit Hilfe von statistischen Methoden arbeitet sie daran, Datenlecks in diversen Anwendungen (wie auf dem Smartphone, bei Geldautomaten, Autoschlüsseln etc.) aufzuspüren und zu schließen. All diese Geräte bieten zahlreiche Informationskanäle, die bei Angriffen ausgenutzt werden können. „Langfristig geht es darum, Kryptographie zu entwickeln, die Lecks minimiert oder toleriert“, erklärt Elisabeth Oswald.

Wer glaubt, es gäbe bereits völlig sichere Systeme, irrt laut der Mathematikerin: „Ich kenne kein Gerät, das nicht angreifbar wäre.“ Verschlüsselungstechnologien würden vielerorts gute Dienste leisten, letztlich könne Kryptographie jedoch nur in der Theorie absolute Sicherheit bieten. Häufig brauche es Tricks aus dem Bereich der Informatik, um Systeme in der Praxis weniger verletzbar zu machen. „Wir müssen darüber hinaus auch daran arbeiten, wie wir Kryptographische Implementierungen am besten testen und evaluieren können“, erklärt sie weiter und nimmt Bezug auf ein von ihr aktuell geleitetes EU-Projekt (ein ERC Consolidator Grant), bei dem es darum geht, in diesem Bereich voranzukommen.

Elisabeth Oswald, geboren in Wolfsberg, hat an der TU Graz Technische Mathematik mit dem Schwerpunkt Informationsverarbeitung studiert. 2003 schloss sie dort ihr Doktoratsstudium ab. Seit 2006 ist sie an der Universität Bristol tätig, wo sie zuletzt eine Professur in Angewandter Kryptographie innehatte. Den größten Vorteil am akademischen Umfeld sieht sie in der Arbeit mit jungen Menschen: „Es ist ein Privileg, Studierende auf ihrem Weg des Wissenserwerbs und der persönlichen Weiterentwicklung begleiten zu dürfen.“

Elisabeth Oswald hat im Juni 2019 an die Universität Klagenfurt gewechselt. Die Universität besetzt ihre Stelle mittels Opportunity Hiring (Direktberufung gem. § 99a Universitätsgesetz). Elisabeth Oswald hat damit die erste Professur am neu gegründeten Digital Age Research Center (D!ARC) inne. Rektor Oliver Vitouch: „Zielsetzung des seit 1. Jänner 2019 bestehenden, interfakultären D!ARC ist es, die technologischen, ökonomischen, rechtlichen, gesellschaftlichen, individuellen und kulturellen Aspekte der digitalen Revolution zu erforschen. Dafür wollen wir die besten Köpfe gewinnen und vernetzen – vom Nachwuchswissenschaftler bis zur Professorin. Der digitale Wandel wird uns alle betreffen. Wir in Klagenfurt geben unseren Studierenden das Rüstzeug, ihn aktiv mitzugestalten“.