Schon um alle Termine gekümmert?

Schon um alle Termine gekümmert?
In der Herbstferienwoche haben viele Eltern Urlaub genommen. Dies machte sich nicht nur unter den Mitarbeiter:innen bemerkbar, sondern auch in den Lehrveranstaltungen blieben Plätze frei. Viele von ihnen sind wahrscheinlich in dieser Zeit Sorgetätigkeiten nachgegangen.
Sorgetätigkeiten sind alle Tätigkeiten, die für das alltägliche Leben notwendig sind – etwa Kindererziehung, Hausarbeit, Pflege, emotionale und organisatorische Fürsorge (Mental Load). Dabei ist die Trennung zwischen unbezahlter Sorgearbeit und Erwerbsarbeit nicht naturgegeben, sondern ist historisch gewachsen. Trotz ihrer zentralen Bedeutung wird Care-Arbeit bis heute gesellschaftlich und ökonomisch abgewertet und ist ungleich zwischen den Geschlechtern zulasten von Frauen* verteilt.
Wie zeigt sich das in Österreich?
Sobald Kinder unter 15 Jahren im Haushalt leben, steigt in Österreich, laut Statistik Austria, die Teilzeit bei Frauen und die Vollzeit bei Männern. Mann Vollzeit/Frau Teilzeit ist die häufigste Kombination von Erwerbsbeteiligung bei heterosexuellen Paaren. Nur 3,38 % des Kinderbetreuungsgeldes wird an Väter ausgezahlt. Gesellschaftliche Stereotype und die Furcht vor negativen Konsequenzen am Arbeitsplatz sind Hindernisse für mehr Teilhabe von Vätern.
Wie zeigt sich das bei den Mitarbeiter:innen der Alpen Adria Universität?
Mit Stand April 2024 sind an der AAU 13 Frauen und 3 Männer in Elternkarenz. 21 Frauen und 3 Männer arbeiten nach der Elternteilzeit in Teilzeit weiter. Studien zeigen, dass eine gleichberechtigte Übernahme von Kinderbetreuung auch zu mehr Gleichberechtigung im Erwerbsleben führt und für Frauen die Gefahr von Altersarmut betroffen zu sein, reduziert.
Wie ist die Situation im Studium?
Laut Studierendensozialerhebung 2023 leben 8 % der Studierenden österreichweit mit mindestens einem Kind unter 25 im gemeinsamen Haushalt, 2, 6% mit mindestens einem Kleinkind unter 3 Jahren. Studierende mit Kindern können durchschnittlich 10 Stunden weniger Zeit für ihr Studium wöchentlich aufwenden – mit Kleinkindern noch einmal weniger (21,1h). Zusätzlich zum hohen Betreuungs- und Pflegeaufwand kommt ein deutlich höheres Erwerbsausmaß hinzu. 0,9 % aller Studierender sind alleinerziehend – der Großteil davon Mütter. Davon haben 51 % mit finanziellen Problemen zu kämpfen (werden alle Studierenden betrachtet sind es 29 %).
Das barrierefrei Plakat finden Sie hier: 06_Vereinbarkeit_2025_04_barrierefrei
Die Episode 04 des Podcasts können Sie hier anhören: Vereinbarkeit von Beruf und Familie – Ein Systemthema
In dieser Episode sprechen wir über das Systemthema Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Dafür hat Lux Pratter Barbara Schuster befragt – sie ist die stellvertretende Chefökonomin des Momentum Instituts und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit den Themen Vermögensverteilung, Arbeitsökonomie und feministische Ökonomie. Die Leiterin des Universitätszentrums für Frauen*- und Geschlechterstudien und Diversität an der Universität Klagenfurt/Celovec, Kirstin Mertlitsch, spricht über die Veränderungen von Geschlechterrollen und ihre gesellschaftliche Sprengkraft und warum das Thema „Gender“ so wichtig für rechte und konservative Kräfte ist. Außerdem erzählt die Leiterin des Familienservice der Alpen Adria Universität, Bronwen Arbeiter-Weyrer, von den Maßnahmen und Angeboten, die es an der Uni gibt, um die Vereinbarkeit von Studium, Beruf, Lehre und Familie zu fördern.
Darüber hinaus laden wir Angehörige der AAU zu folgenden Austausch-Formaten ein:
- Wiedereinstieg@AAU – von der Karenz zurück an den Arbeitsplatz
Wann: Donnerstag, 20. November 2025 von 15:00-16:30, Weitere Infos & Anmeldung: pe4you.aau.at - Vereinbarkeit von beruflicher Mobilität und Familie
Wann: Mittwoch, 14. Januar 2026, von 14:00-15:30 // Wo: online // Anmeldung über pe4you.aau.at
Was können wir individuell tun, um die Situation zu verbessern?
Wir alle können:
- verschiedene Formen der Care-Arbeit sichtbar machen und aufwerten
- zu einer vereinbarkeitsfreundlichen Kultur beitragen, zum Beispiel Sitzungen im Rahmen der Dienstzeit, E-Mail-Austausch an Werktagen
- Zuschreibungen und Rollenerwartungen hinterfragen: die AAU unterstützt zum Beispiel die Väterkarenz
Mitarbeiter:innen können:
- in der Lehre flexible Formate und Prüfungsmethoden ermöglichen
- Kinderbetreuungsangebote für Tagungen oder Sitzungen anbieten, siehe zum Beispiel Angebote des Familienservices
- Homeoffice, flexiblere Arbeitszeiten und hybride Sitzungen ermöglichen
Weitere Informationen zu den Statistiken:
https://www.statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/gender-statistiken
https://www.statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/sozialleistungen/familienleistungen
https://www.sozialerhebung.at/index.php/de/
Mit der Kampagne „Youniversity: Vielfalt feiern. Respekt leben.“ greift der Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen der Universität Klagenfurt in den kommenden zwei Semestern monatlich Diversitätsthemen auf. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite der Kampagne.













