Neues zur Burg im Mittelalter – 6. Mittelaltergespräche 2026

Freitag, 19. Juni 2026, 9:00 bis 16:30 Uhr, HS 10 (Mensagebäude)

Online: https://classroom.aau.at/b/mul-vdo-0lc-0lk

Weniges wird so stark mit dem Mittelalter verbunden, wie Burgen. Gerade im 19. Jahrhundert erlebte dieser Gebäudetyp eine Renaissance. Zahlreiche Burgen wurden überformt, rekonstruiert oder sogar neu errichtet, was Auswirkungen auf die Vorstellungen von Burgen bis heute hat. Im 19. Jahrhundert beschäftigten sich vor allem Privatleute intensiv mit Wehrbauten, an den Universitäten wurde hingegen nicht an ihnen geforscht. Auf diese frühe Burgenforschung gehen zahlreiche Mythen und Falschannahmen zurück, die sich bis heute sehr hartnäckig halten. Erst zaghaft begann sich die Wissenschaft in den letzten Jahrzehnten mit dem Phänomen Burg auseinanderzusetzen. Verschiedene Fächer entdeckten den Festungsbau neu. Als gemeinsamer Ansatz konnte sich die Bauforschung etablieren. Sie will interdisziplinär bauliche Zustände und Zusammenhänge erforschen. Vor allem der Bauprozess wird betrachtet, so können die bei Burgen spezifischen Erweiterungen und Umbauten perfekt integriert werden. In weiterer Folge konnte die Burg als Symbol neu bewertet werden. Schließlich ist sie Residenz, Verwaltungsmittelpunkt und Zentrum eines landwirtschaftlichen Betriebes. Burgen haben einen repräsentativen Mehrzweckcharakter, der durch fortifikatorische Elemente unterstützt wird.

Details zum Programm:  6. MAG 2026 Folder