Neuerscheinungen der Institutsmitglieder

Nicola Mitterer / Monika Raffelsberger-Raup

(Literar-)Ästhetische Bildung als Beziehungserfahrung. Theoretische Überlegungen, ein empirischer Befund und Beispiele aus der Praxis.
München: kopaed 2025 (= Schriftenreihe Kinder – Kunst – Kultur, Bd. 4)

Die Begegnung mit Geschichten und Bildern gehört zu den frühesten Erfahrungen des Menschen und prägt seine Beziehung zur Welt. In einer wettbewerbsorientierten Bildungssozialisation hat die (literar-)ästhetische Erfahrung nur noch am Rande Platz, wodurch nicht nur individuelle Potenziale unerkannt bleiben, sondern auch ethische Fragestellungen ins Hintertreffen geraten. Der vorliegende Band zeichnet die Begriffsgeschichte der ästhetischen Erfahrung in ihren Grundzügen nach, um Potenziale und mögliche Bedeutungsdimensionen für die Menschen, die das heutige Bildungssystem durchlaufen, herauszuarbeiten. Anhand einer empirischen Studie, die den Zugang von Studierenden des Lehramtes Deutsch zum (literar-)ästhetischen Lernen untersucht, werden deren Wege zum Thema in einem universitären Seminar und die Ergebnisse der Umsetzung eines Szenarios in der schulischen Praxis, aber auch die bezüglich eines so offenen Unterrichtssettings bestehenden Ängste sichtbar gemacht. Fünf Teilnehmerinnen des Seminars stellen ausführlich ihre Überlegungen sowie die Ergebnisse ihrer praktischen Arbeit in den Klassen vor. Den Abschluss des Bandes bildet eine Methodensammlung zum ästhetischen Erfahren, die besonders dessen ethische und soziale Dimension in den Blick nimmt – als Einladung zu einem didaktischen Zugang, der sich den Beziehungen zwischen Menschen, Dingen und Welt(en) verpflichtet fühlt.

 

Nicola Mitterer / Hajnalka Nagy / Dieter Merlin (Hrsg.)

Vergegenwärtigungen. Künstlerische Praxen – didaktische Reflexionen.
München: kopaed 2025 (= Schriftenreihe Kinder – Kunst – Kultur, Bd. 3)

Kunst und Literatur bieten dem Menschen in ihren zahlreichen Facetten die Gelegenheit innezuhalten und die Dinge zur Geltung kommen zu lassen. Dabei kann es sich um ebenso um eine Ver-Gegenwärtigung des Vergangenen handeln wie um die Aufmerksamkeit für das, was normalerweise unsichtbar bleibt. Literarisch-künstlerische Vergegenwärtigungen sind für Bildungsprozesse von entscheidender Bedeutung, egal ob sie das Bilderbuch, das Theater, den Film, die Beobachtung der Natur oder ein Gemälde betreffen. In diesem Band sind theoretische wie praktisch-didaktische Zugänge zu all diesen und noch wesentlich mehr Bereichen versammelt, die neue Perspektiven auf das Thema eröffnen und zu einer Vielfalt beitragen können, die unser Bildungssystem dringender braucht denn je.

 

 

Hajnalka Nagy

Erzähl mir Österreich! Erinnerungsnarrative in Literatur und Gesellschaft.
Wien: Praesens (= Schriftenreihe Österreich-Studien Szeged)

Wie konstituieren literarische Texte das kollektive Gedächtnis? Welche Rolle spielen sie in gesellschaftlichen Aushandlungsprozessen von Erinnerung und Identität? Das vorliegende Buch widmet sich diesen Fragen aus kultur- und literaturwissenschaftlicher Perspektive und untersucht die vielfältigen Wechselbeziehungen zwischen Literatur und öffentlichen Erinnerungsdiskursen. Anhand zentraler Werke von Werner Kofler, Hamid Sadr, Joseph Roth, Vladimir Vertlib, Robert Menasse und Julya Rabinowich soll aufgezeigt werden, wie Literatur zur Reflexion, Transformation und auch Subversion österreichischer Erinnerungskulturen beiträgt. Literatur wird in den Analysen sowohl als Vehikel der Aushandlung kollektiver Erinnerungen als auch als Gedächtnismedium sichtbar gemacht, das wesentlich an der Herausbildung einer spezifischen Erzähl- und Erinnerungsgemeinschaft in Österreich mitwirkt.