Forschung zeigt: Darauf kommt es bei der Lehrer:innenfortbildung zu digitalem MINT-Unterricht an
Wie kann Lehrerfort- und Weiterbildung den Unterricht in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) verbessern? Dieser Frage widmet sich ein aktueller Themenschwerpunkt in den Journals „Frontiers in Psychology“ sowie „Frontiers in Education“, der Beiträge aus unterschiedlichen Bereichen digitaler STEM-Bildung für Lehrpersonen zusammenführt. Einer der Herausgeber ist Florian Müller vom Institut für Unterrichts- und Schulentwicklung an der Universität Klagenfurt.
Die Ergebnisse der Studie zeigen: Digitalisierung in der MINT-Bildung bedeutet weit mehr als die Einführung neuer Technologien. Entscheidend für den erfolgreichen Einsatz digitaler Medien im Unterricht sind vor allem die Kompetenzen der Lehrkräfte sowie qualitativ hochwertige und kontinuierliche Fort- und Weiterbildungsangebote. Besonders wirksam sind strukturierte Fortbildungsprogramme, die praxisnahe Erfahrungen, Reflexion und den Austausch mit anderen Lehrkräften ermöglichen.
Voraussetzungen
Die Studien verdeutlichen zudem, dass Lehrer:innen digitale Werkzeuge nur dann nachhaltig in ihren Unterricht integrieren, wenn sie über entsprechendes technologisches, pädagogisches und fachliches Wissen verfügen und Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten (Selbstwirksamkeit) entwickeln. Auch die Zusammenarbeit in professionellen Lerngemeinschaften sowie unterstützende institutionelle Strukturen tragen wesentlich zur erfolgreichen Umsetzung digitaler Innovationen bei.
Herausforderungen
Gleichzeitig weisen die Forscher:innen aber auch auf bestehende Herausforderungen hin. Dazu zählen ungleiche Zugänge zu Fortbildungsangeboten, Unterschiede in den digitalen Kompetenzen von Lehrkräften sowie offene Fragen zur Rolle von Motivation und Emotionen in digitalen Lernumgebungen.
Insgesamt machen die Beiträge deutlich: Die digitale Transformation der STEM-Bildung gelingt nur dann nachhaltig, wenn technologische Innovationen mit gezielter Lehrer:innenbildung, didaktischer Weiterentwicklung und institutioneller Unterstützung zusammengedacht werden.
Zukünftige Forschung
Zukünftige Forschung sollte daher theoriegeleitete Ansätze entwickeln, die kognitive, motivationale und kontextuelle Perspektiven integrieren, und die Zusammenarbeit zwischen Schulen, Hochschulen und außerschulischen Lernorten stärken. Diese Schritte sind entscheidend, damit die digitale Transformation der STEM-Bildung nachhaltig gelingt.










aau/Daniel Waschnig

