Kirsten von Elverfeldt | Foto: aau/KK

Wie funktionieren Muren?

Forscherinnen und Forscher fragen sich, ob hinter den Prozessen in einer Mure eine komplexe oder gar chaotische Ordnung steht. Ein entsprechendes Projekt ist in Vorbereitung.

Frau von Elverfeldt, was ist das Besondere an Muren?

Muren verursachen in Gebirgsregionen wie in den Alpen immer wieder ernste Schäden, ihre Dynamiken sind aber noch nicht hinreichend bekannt. Beispielsweise spielt die Erosion und die Mitnahme von Material sowie deren zerstörerische Kraft eine große Rolle. Messungen und Beobachtungen funktionieren aber gerade deshalb schlecht. Daher sind die Interaktionen zwischen Gewässerbett und Mure noch weitreichend unbekannt.

Sie sind also unberechenbar?

Ja, wir verstehen mit den herkömmlichen Forschungsmethoden nicht hinreichend, warum manchmal viel Material mitgenommen wird und manchmal wenig. Wir möchten uns fragen, ob hinter den Prozessen eine komplexe oder gar chaotische Ordnung steht. Dazu werden wir versuchen, die Theorie der Selbstorganisation in Hinblick darauf zu testen.

Wie möchten Sie vorgehen?

Wir nutzen den Rahmen der „Selbstorganisierenden Systeme“, insbesondere von Hakens Theorie der Synergetik. Darauf basierend wollen wir die Dynamik von Muren – unter anderem mit Hilfe von FREVO – modellieren und mögliche Regeln im Verhalten erkennen.

 

Kirsten von Elverfeldt (Institut für Geographie und Regionalforschung) hat gemeinsam mit Wilfried Elmenreich (Institut für Vernetzte und Eingebettete Systeme) und Margreth Keiler (Universität Bern) das Projekt „Investigating the self-organization of mountain torrent processes“ entwickelt und wird es als DACH-Projekt einreichen.