Lehrepreis 2025: Universität prämiert hervorragende Lehrende
Die Universität Klagenfurt hat ihre besten Lehrenden mit dem Lehrepreis 2025 ausgezeichnet. Am 19. November wurden in einer feierlichen Zeremonie herausragende Lehrkonzepte, innovative didaktische Ansätze und das außergewöhnliche Engagement der Preisträger:innen gewürdigt.
Studierende und Jury würdigten die herausragenden Lehrkonzepte und das besondere Engagement der Lehrenden. Die Auszeichnung, die heuer bereits zum vierten Mal vergeben wurde, unterstreicht das Bestreben der Universität, Exzellenz in der Lehre sichtbar zu machen und nachhaltig zu fördern.
Eine zentrale Rolle bei der Auswahl der Preisträger:innen spielten die Studierenden selbst. Mehr als 1.200 Studierende beteiligten sich im Wintersemester 2024 und Sommersemester 2025 an der Umfrage, um ihre favorisierten Lehrenden zu nominieren. Die 14 Lehrenden mit den besten Bewertungen reichten anschließend ihre Lehrkonzepte ein, die von einer interdisziplinär zusammengesetzten Jury bewertet und gereiht wurden.
Die Jurymitglieder – Vertreter:innen aus allen Fakultäten, dem Qualitätsmanagement, der Hochschuldidaktik, der Vizerektorin für Lehre und Diversität sowie der Österreichischen Hochschüler:innenschaft (ÖH) Klagenfurt/Celovec – zeigten sich beeindruckt von der hohen Qualität der Einreichungen. Einigkeit herrschte darüber, dass die vorgestellten Konzepte ein herausragendes Niveau und eine bemerkenswerte didaktische Vielfalt aufwiesen.
Der Lehrepreis 2025 unterstreicht die kontinuierlichen Bemühungen der Universität Klagenfurt, Exzellenz in der Lehre zu fördern und die herausragenden Beiträge der Lehrenden zu würdigen. Vizerektorin Doris Hattenberger, verantwortlich für Lehre und Diversität, betonte bei der Verleihung:
„Mit der Verleihung des Lehrepreises richten wir den Scheinwerfer auf Kolleg:innen, die in der Lehre Herausragendes leisten. Das sind jene, die ein klares und transparent kommuniziertes Konzept verfolgen, denen es gelingt, Neugier zu wecken, größere Zusammenhänge erkennbar zu machen und die Diskussion zu fördern, die nahbar sind und vor allem: die von ihrem Fach begeistert sind und zu begeistern vermögen. Ich gratuliere den Preisträger:innen und Nominierten herzlich; der Lehrepreis ist die sichtbare und gebührende Anerkennung für diese besonderen Leistungen.“
Die Auszeichnung wurde von Doris Hattenberger gemeinsam mit der ersten stellvertretenden Vorsitzenden Olha Tarnopolska überreicht.
Begleitet wurde die Veranstaltung von einem Impulsvortrag von Patrick Pallhuber von der Pädagogischen Hochschule Tirol, der 2024 mit dem Ars Docendi-Anerkennungspreis ausgezeichnet wurde. In seiner Keynote zum Thema „Future Skills der Berufsbildung: AI-Literacy als Schlüsselkompetenz der digitalen Arbeitswelt“ zeigte er auf, wie digitale Kompetenzen künftig zentrale Bestandteile universitärer Lehre und beruflicher Bildung werden.
Kategorien und Preisträger:innen
Der Lehrepreis wurde in mehreren Kategorien vergeben, die die Vielfalt universitärer Lehrformate abbilden: Große Lehrveranstaltung, kleine Lehrveranstaltung, Early Career (Unterkategorien Prae Doc und Post Doc) und Tutorium. Die Kategorie Early Career richtet sich an Nachwuchswissenschaftler:innen mit bis zu acht Jahren Lehrerfahrung, mit oder ohne Doktorat.
Lehrveranstaltungen mit mehr als 50 Teilnehmer:innen
Nilüfer Aydin (Institut für Psychologie) erhielt den Lehrepreis für die Vorlesung „Sozialpsychologie“. Die Studierenden schätzen besonders an ihrer Lehrveranstaltung: „Durch ihren herzlichen Charakter entstand immer eine Atmosphäre, in der man sich angeregt fühlte, Verständnis- oder Vertiefungsfragen zu stellen und einen Diskurs auf Augenhöhe zu führen. Der Vortrag und die verwendeten Foliensätze waren die perfekte Symbiose!“ Seitens der Jury hieß es: „Beeindruckend ist die konsequent reflexionsorientierte Didaktik von Nilüfer Aydin: Sie verbindet sozialpsychologische Theorie mit der Alltagswelt der Studierenden, schafft eine respektvolle Diskussionskultur und nutzt audiovisuelle Impulse, sodass komplexe Inhalte verständlich werden.“ Fazit: „Die Rückmeldungen der Studierenden sind geradezu jubelnd.“
Andreas Bollin (Institut für Informatikdidaktik) hat die Vorlesung „Einführung in die Informatik (StEOP)“ angeboten und wurde dafür ausgezeichnet. Die Studierenden schätzten besonders, dass die einzelnen Einheiten sehr gut strukturiert waren und die Inhalte verständlich und spannend vermittelt wurden. Ziel von Herrn Bollin sei es, dass der Lernstoff von allen Teilnehmenden verstanden wird. Die Jury hebt in ihrer Bewertung hervor, dass Andreas Bollin zeigt, dass didaktische Exzellenz nicht nur durch Fachwissen, sondern vor allem auf der Fähigkeit beruht, Studierende emotional und kognitiv mitzunehmen. „Die Verbindung von theoretischem Wissen mit praxisnahen Beispielen, kombiniert mit einem reflektierten Einsatz didaktischer und methodischer Prinzipien, schafft ein hochwirksames Lernumfeld.“
Lehrveranstaltungen mit bis zu 50 Teilnehmer:innen
Cristina Gavagnin (Institut für Romanistik) erhielt den Lehrepreis für den Kurs „Sprachkompetenz Italienisch I mit Exkursion“. Die Studierenden gaben an, dass dies Sprachkurse wären, die man sonst nicht findet: „Sie verbindet die Lehre der Fremdsprache mit innovativen Methoden und didaktisch hochwertigen Elementen.“ Sie begeistere mit ihrer dynamischen Art für die italienische Sprache. Die Jury führt dazu weiter aus: „Sie setzte vorbildlich ein Task-Based-Blended-Learning-Konzept um. Authentische Inputs, Quizzes in Moodle und ein interaktives Setting runden die LV methodisch ab. Eine Exkursion diente als didaktischer Motor, um interkulturelle Kommunikation und die reale Anwendung der Sprache zu erleben.“
Elena Ippendorf (Institut für Anglistik und Amerikanistik) hat das Seminar „Focus on Literature: English Drama and Practice: Staging The Importance of Being Earnest“ angeboten und wurde dafür ausgezeichnet. Die Studierenden schätzten besonders, dass sie die Möglichkeit angeboten hat, an einem Theaterstück mitzuwirken, was eine große Bereicherung für die Studierenden war. Die Jury hebt in ihrer Bewertung hervor, dass Ippendorf „Literatur nicht nur analysiert und interpretiert, sondern auch produziert.“ Es ist weiter zu lesen: „Durch starke fachliche, rhetorische und organisatorische Kompetenz wird ein sichtbarer Impact über die LV hinaus geschaffen. Dieses Theaterprojekt begeistert als kreativer und interdisziplinärer Diskussions- und Entscheidungsraum.“
Katharina Rodgers (Institut für Anglistik und Amerikanistik) erhält den Lehrepreis für den Kurs „Language Awareness Ia.“ Die Studierenden waren begeistert davon, wie spannend und abwechslungsreich sie die englische Grammatik vermittelt hat. „Die Kombination aus Frontalunterricht und eigenständigem Arbeiten hat uns eine starke Lernkurve nach oben gesichert.“ Die Jury sieht das ähnlich und schreibt im Feedback: „Sie verwandelt vermeintlich ‚trockene Grammatik‘ durch spielerische, interaktive Settings in eine lebendige Erfahrung für Studierende.“
Jan Steinbrener (Institut für Intelligente Systemtechnologien) wird für den Kurs „System Theorie“ ausgezeichnet. Die Studierenden schätzen besonders, dass sie auf jede ihrer Fragen kompetente Antworten erhalten haben. „Theoretischer Input und Praxisinhalte sind in perfekter Balance: Der ganze Kurs war hervorragend organisiert.“ Die Jury überzeugte vor allem das didaktisch saubere und hochwirksame Konzept. „Durch eine exzellente Verzahnung von Theorie und Praxis begeistert er die Studierenden und schafft eine starke Lernkultur. Offenheit für Fehler und Kompetenzorientierung unterstreichen den Fokus auf die Studierenden, komplexe Inhalte werden klar strukturiert vermittelt.“
Lehrepreis für eine konstant außergewöhnliche Leistung in der Lehre
Sylke Andreas (Institut für Psychologie) wurde heuer schon zum dritten Mal in Folge für den Lehrepreis nominiert. Sie erhält den Lehrepreis 2025 für die hohe Konstanz ihrer hervorragenden Leistungen in der Lehre. Die Studierenden schreiben im Feedback, dass sie besonders ihre kompetente, hilfsbereite und humorvolle Art schätzen. „Fachinhalte werden sachlich und ruhig dargestellt und nach Abschluss jeder Einheit gibt es eine Mentimeter-Frage, die als kleine Übung für das Prüfungsformat gilt.“
Early Career
Prae Doc
Robin Enua Hauser (Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft) erhielt den Lehrepreis für die Vorlesung „Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten in den Medien -und Kommunikationswissenschaften“. Im Feedback der Studierenden war zu lesen, dass die Lehrveranstaltung „wirklich top war und der Aufbau super durchdacht war.“ Die Jury beeindruckte besonders die kompetenzorientierte Vermittlung, die transparente Kommunikation und das wertschätzende Klima mit den Studierenden. „Die Verzahnung mit dem Tutorium hat sehr gut funktioniert.“
Magdalena Mühlböck (Institut für Germanistik) wird für die Vorlesung „Grundkurs Literaturwissenschaft“ ausgezeichnet. Die Studierenden schätzten besonders, dass sie stets aufgefordert wurden, ihre eigenen Einschätzungen zu den Texten zu formulieren. „Magdalena Mühlböck überzeugt in Ihrer LV mit motivierender Theorievermittlung, gut moderierten Diskussionen und fokussierten Schwerpunkten. Solch ein Grundkurs benötigt genau diese klare Struktur“, hieß es seitens der Jury. Die Vielfalt der besprochenen Themen und die Interaktivität schaffen einen Raum für die Studierenden, in dem aktive Teilnahme forciert werde.
Post Doc
Felix Schniz (Institut für Informationstechnologie) wurde für das Seminar „Advanced Topics in Game Studies: Wisdom in Video Games“ ausgezeichnet. Für die Studierenden eröffneten die Interdisziplinarität und der Aufbau der LV neue Lernwelten. Die Jury betonte, dass die Lehrveranstaltung in einem exzellenten, interdisziplinären Blended-Learning-Szenario durchgeführt wurde. „Durch hohe Studierendenzentrierung, innovative Lehrformate und klare Leistungsarchitektur ist es gelungen, über Disziplingrenzen hinweg außergewöhnliche Lernmöglichkeiten für die Studierenden zu schaffen.“
Marlies Stubenvoll (Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft) erhielt den Preis für den Vorlesungskurs „Einführung in die quantitativen Methoden der Medien- und Kommunikationsforschung“. Die Studierenden schätzten besonders die Praxisnähe und die verständlichen Erklärungen und die gute Strukturierung der Einheiten. Für die Jury wurde besonders der studierendenzentrierte Ansatz hervorgehoben, bei dem das Vorwissen der Studierenden miteinbezogen wurde. Ausgehend von einer gemeinsam definierten Grundlage kann Neues erlernt werden.
Tutor:innen
Anna Kainz (Institut für Kulturanalyse) erhielt für „STEOP: Einführung in die Kulturanthropologie“ den Lehrepreis in der Kategorie „Tutorium“. Von den Studierenden kam das Feedback, dass sie die wöchentlichen Wiederholungen mit verschiedenen Ansätzen sehr abwechslungsreich gestaltet habe. Im Feedback der Jury ist zu lesen, dass sie durch den Fokus auf gezieltes Wiederholen und sinnvolles Festigen der Lerninhalte überzeugte. „Mit ihrem stets offenen Ohr für die Anliegen der Studierenden brachte ihr Tutorium einen spürbaren Mehrwert sowohl auf fachlicher als auch zwischenmenschlicher Ebene.“
Raphaela Gischa (Institut für Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung) wurde für das Tutorium zu „PF 1.1 Einführung in das Studium der Erziehungs- und Bildungswissenschaft“ ausgezeichnet. Sie zeigte ein ausgeprägtes Einfühlungsvermögen gegenüber den Studierenden. „Sie war in jeder LV anwesend, hat alles protokolliert und wusste daher genau, wo es Fragen gab. Zudem nimmt sie uns die Angst vor Prüfungen“, wurde von den Studierenden zurückgemeldet. „Die exzellente Prüfungsvorbereitung fand in enger Abstimmung mit der LV statt und die Studierenden fühlten sich sehr gut vorbereitet“, so die Jury.
David Jamnig (Institut für Informatik-Systeme) erhielt für das Tutorium „Tutorium zu Software Engineering – Gruppe A“ und für „Ada Lovelace Lab – Lernraum TEWI“ den Lehrepreis. Von den Studierenden kam das Feedback, dass er dazu anrege, kritisch zu denken, Probleme eigenständig zu analysieren und nachhaltige Lösungen zu entwickeln. „Durch herausfordernde Aufgaben fördert er nicht nur unser technisches Verständnis, sondern auch unsere Fähigkeit, systematisch und effizient zu arbeiten. Was ihn besonders auszeichnet, ist sein Engagement für unseren langfristigen Erfolg.“ Die Jury schreibt Ähnliches: „Herr Jamnig überzeugt durch außergewöhnliche Fachkompetenz und hohes Engagement.“ Er erklärt komplexe Themen verständlich in einer inspirierenden Lernumgebung.
Nominierungen
- Dragi Kimovski (große LV)
- Christian Liebhauser-Karl (große LV)
- Johannes Schrittesser (große LV)
- Benjamin Robinson (große LV)
- Daria Jadreškić (große LV)
- Peyman Eftekhari (kleine LV)
- Werner C. Hantinger (kleine LV)
- Alexander Onysko (kleine LV)
Fotos: aau/Thomas Hude










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