Künstliche Intelligenz als kreative Schreibhilfe: Neue Impulse für die Erwachsenenbildung

In vielen hochschulischen und bildungsbezogenen Kontexten wird der Einsatz KI-basierter Anwendungen bislang vor allem über Richtlinien gesteuert. Der Fokus liegt dabei häufig auf der Festlegung von Grenzen, während die didaktischen Potenziale nur am Rande thematisiert werden. Gleichzeitig ist Künstliche Intelligenz in der Erwachsenenbildung bereits Realität. Daraus ergibt sich die zentrale Frage, wie Erwachsenenbildner:innen KI sinnvoll und verantwortungsvoll als didaktisches Werkzeug nutzen können, um Lern- und Reflexionsprozesse zu unterstützen.

Ein konkretes Beispiel hierfür sind KI-generierte Schreibimpulse, die dabei helfen können, Schreibblockaden zu überwinden.

Das Projekt „wrAIte“

Vor diesem Hintergrund untersucht das Erasmus+-Projekt „wrAIte“, welchen Einfluss Künstliche Intelligenz auf kreatives Schreiben in der Erwachsenenbildung hat. Ziel des Projekts ist es, sowohl die Möglichkeiten als auch die Grenzen von KI im gesamten Schreibprozess zu erforschen – von der Ideenfindung bis zur Überarbeitung von Texten. Darüber hinaus sollen die digitalen Kompetenzen von Erwachsenenbildner:innen gestärkt und sie dazu befähigt werden, KI-gestütztes kreatives Schreiben in ihre Bildungsangebote zu integrieren. Gleichzeitig steht die Förderung von Selbstexpression sowie digitaler und kreativer Kompetenzen erwachsener Lernender im Mittelpunkt. Dieses Zusammenspiel von Erwachsenenbildner:innen, Lernenden und Künstlicher Intelligenz wird als Ko-Kreativität verstanden.

Forschung zum Mitmachen

Zur Erreichung dieser Ziele setzt „wrAIte“ auf eine Vielzahl unterschiedlicher Aktivitäten. Dazu zählen unter anderem die Entwicklung eines Selbstlernkurses (MOOC), eines digitalen Writing Spaces sowie einer internationalen Publikation. Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist zudem der partizipative Forschungsansatz. Im Unterschied zu klassischen Forschungsmethoden, die Forschende und Beforschte klar voneinander trennen, fördert partizipative Forschung eine enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis, bei der alle Beteiligten gleichwertig eingebunden sind. Im Rahmen von „wrAIte“ werden hierzu Expert:innen aus der Erwachsenenbildung, dem Forschungsbereich rund um Künstliche Intelligenz sowie der Schreibwissenschaft interviewt, um zu untersuchen, ob KI-gestütztes Schreiben Ko-Kreativität fördert oder möglicherweise auch hemmt.

Relevanz für die Universität

Die Ergebnisse des Forschungsprojekts sind insbesondere für den universitären Bereich interessant. Schließlich handelt es sich auch beim wissenschaftlichen Schreiben im weitesten Sinne um einen kreativen Prozess. Der reflektierte Einsatz Künstlicher Intelligenz kann dem Wissenschaftler bzw. der Wissenschaftlerin neue Impulse liefern, etwa bei der Entwicklung von Fragestellungen oder bei der kritischen Durchsicht von Textentwürfen.

Auch für die Förderung wissenschaftlicher Schreibkompetenzen ergeben sich neue Perspektiven. Aus  diesem Grund wurden an der Universität Klagenfurt Lehrende des Zentrums für Schreibwissenschaft und Schreibberatung (Fakultät für Kultur- und Bildungswissenschaften) befragt. Das Zentrum widmet sich in Lehre, Forschung und Beratung dem analogen wie auch dem digitalen Schreiben und setzt sich gezielt mit sich wandelnden Anforderungen auseinander – etwa im Zuge der Digitalisierung und durch den Einsatz KI-gestützter Schreibwerkzeuge.

Weiterführende Links:  https://wraite-project.eu/

Institut für Unterrichts- und Schulentwicklung – Universität Klagenfurt