Hans Karl Peterlini ist neuer Dekan der Fakultät für Kultur- und Bildungswissenschaften

Mit 1. Jänner 2026 wurde Hans Karl Peterlini, Professor für Allgemeine Erziehungswissenschaft, zum Dekan der Fakultät für Kultur- und Bildungswissenschaften bestellt. Bereits seit 2020 ist er in der Fakultätsleitung als Prodekan tätig. Als Prodekanin (seit 2025) fungiert Agnes Turner, als Prodekan Jasmin Donlic. Die Funktionsperiode dauert ein Jahr. Mit 1. Jänner 2027 kommt es zu einem Dekanswechsel, bei dem Jasmin Donlic die Funktion des Dekans übernehmen wird.

 

Nachgefragt bei Hans Karl Peterlini, Agnes Turner und Jasmin Donlic

Welche Ziele haben Sie sich für die kommenden Jahre gesetzt?

Die Stärke der Fakultät für Kultur- und Bildungswissenschaften ist ihre inhaltliche Spannbreite, die sich aus einem Kern gemeinsamer wissenschaftlicher Haltungen und Anliegen ausfaltet. Das betrifft alle unsere Wirkungsbereiche von der Philosophie und Kulturanalyse zur Bildungs- und Unterrichtsforschung, von den Literatur- bis zu den Sprachwissenschaften mit ihren Lehramtsangeboten. Mit dieser Breite repräsentieren wir die Pluralität an Sprachen, Grenzen und Kulturen im Alpen-Adria-Raum ebenso wie global.

Die Fakultät ist in ihrer neuen Zusammensetzung noch jung, der Integrationsprozess ist sehr gut gelungen. Als wichtige Aufgabe steht nun der weitere Ausbau der Sportwissenschaft an – da sind wir mit der Einrichtung der zwei Professuren für Trainingswissenschaft und Bewegungswissenschaften auf gutem Wege. Ebenso zeigen sich vielfältige und interessante Anknüpfungspunkte zum neuen Forschungsstärkefeld Digital Health. Diesen Austausch von den Geisteswissenschaften über die Kultur- und Bildungswissenschaften bis hin zu sozialwissenschaftlichen und medizinnahen Ansätzen nach innen zu leben und nach außen sichtbar zu machen, ist das übergeordnete Ziel der gesamten Fakultät.

Was sind Ihrer Meinung nach die größten Herausforderungen und Chancen für Ihre Fakultät?

Der Dreh- und Angelpunkt, an dem unsere unterschiedlichen Disziplinen und Fächer zusammenfinden, ist die Frage, wie Wissenschaft zu einer gesellschaftlichen Transformation zu einem guten Leben für alle beitragen kann – Wandel findet ja auf jeden Fall statt, aber ob er uns in dunkle Zeiten führt oder gesellschaftlich nach vorne bringt, ist ein offener Prozess. Darauf lassen wir uns mit unseren Disziplinen analytisch ein, wollen den Wandel aber auch aktiv mitgestalten. Hier liegt für uns alle eine große Herausforderung, aber auch die Chance zu zeigen, dass Wissenschaft etwas bewirken kann.

Welche Themen möchten Sie besonders vorantreiben – etwa in Forschung, Lehre oder Internationalisierung?

Unsere Forschungsschwerpunkte sind einerseits eng mit dem Umland und dem transnationalen Alpen-Adria-Raum verbunden und berühren zugleich übergeordnete Themen unserer Zeit: Transkulturalität, Mehrsprachigkeit (inklusive der Gebärdensprache), Migrationsgesellschaft und Inklusion, Erinnerungskulturen und Cultural Heritage als Zukunftsorientierung, Bildung als personale und gesellschaftliche Transformationskraft, die ihrerseits Demokratisierung und Partizipation benötigt, schließlich die Medialität in sprachlicher, visueller und digitaler Ausformung – mit einer alle Bereiche durchwirkenden Perspektive auf pluralisierte und gerechte Geschlechterordnungen, ohne die jede gesellschaftliche Weiterentwicklung einseitig hinkt.

Alle diese Ansätze, die fächerübergreifend zusammenwirken, spiegeln sich selbstverständlich auch in der Lehre wider und haben weite Strahlkraft, durch Kooperationen im Alpen-Adria-Raum und durch internationale Netzwerke. Eine besondere Plattform für die Internationalisierung bietet der UNESCO Chair Global Citizenship Education – Culture of Diversity and Peace, der die Themen planetarer Zusammengehörigkeit, Nachhaltigkeit, Friedensbildung und Diversität vertritt und darüber hinaus interdisziplinäre, aber auch die Fakultätsgrenze überschreitende Netzwerke für die gesamte Universität ermöglichen kann. Der Austausch zwischen den Fakultäten ist uns sehr wichtig, wir können davon alle profitieren.



Hans Karl Peterlini

Zur Person


Hans Karl Peterlini (Dekan) ist seit September 2014 Universitätsprofessor für Allgemeine Erziehungswissenschaft und Interkulturelle Bildung am Institut für Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung. Er absolvierte 2006 das Studium der psychoanalytischen Erziehungswissenschaft sowie das psychotherapeutische Propädeutikum an der Universität Innsbruck. Zuvor war er Herausgeber gesellschaftspolitischer Medien in Südtirol sowie Autor zahlreicher Studien zu Mehrheits-Minderheiten-Fragen, Gewaltdynamiken und Prozessen des Zusammenlebens in historisch belasteten und ethnisierten Gesellschaften am Beispiel Südtirol. 2010 promovierte er an der Freien Universität Bozen. Vier Jahre später habilitierte Peterlini an der „School of Education“ der Universität Innsbruck. Von 2011 bis 2014 war Hans Karl Peterlini im Innsbrucker Forschungszentrum „Bildung-Generation-Lebenslauf“ und als Forschungsmitarbeiter der Freien Universität Bozen in Schul- und Migrationsprojekten tätig. 2020 gründete er den UNESCO Chair für Global Citizenship Education – Culture of Diversity and Peace an der AAU. Peterlini war schon seit 2020 Prodekan der Fakultät. Sein zentraler Ansatz ist die phänomenologische Lernforschung als pädagogische Professionalisierung für eine partizipative, diversitätsreflexive und demokratische Bildungs- und Kulturarbeit.



Agnes Turner

Zur Person


Agnes Turner (Prodekanin) ist seit 2003 am Institut für Unterrichts- und Schulentwicklung der Universität Klagenfurt tätig. Sie studierte Pädagogik, Psychologie und Publizistik an der Universität Wien, an der sie im Bereich der psychoanalytischen Pädagogik promovierte. Nach Tätigkeiten im DaF/DaZ Bereich sowie der Berufspädagogik setzte sie ihre wissenschaftliche Laufbahn an der Universität Klagenfurt fort und habilitierte sich dort 2018 im Nominalfach Pädagogik. Sie lehrt in der Lehramtsausbildung sowie in der Fort- und Weiterbildung von Lehrpersonen. In Forschung und Lehre beschäftigt sie sich mit der Professionalisierung pädagogischer Berufe, insbesondere mit reflexiven und emotionalen Dimensionen pädagogischen Handelns, mentalisierungsbasierter Pädagogik sowie mit Lernen und Lehren unter Bedingungen digitaler Transformation. Ein Schwerpunkt ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit liegt in der Arbeit an nationalen und internationalen Forschungs- und Entwicklungsprojekten an der Schnittstelle von Bildung, Gesundheit und Digitalisierung. Dabei befasst sie sich unter anderem mit Fragen sozialer Inklusion, schulischer Teilhabe unter erschwerten Bedingungen sowie mit dem pädagogisch reflektierten Einsatz digitaler und KI-basierter Werkzeuge in Lehr-Lern-Prozessen. Darüber hinaus ist sie Gründungsmitglied des Vereins MentEd, der mentalisierungsbasierte Pädagogik weiterentwickelt und Fragen psychischer Gesundheit im schulischen Kontext adressiert. Bis 2022 war sie Vorstandsvorsitzende der ANSE, des europäischen Dachverbands für Supervision.
Seit 2025 ist Agnes Turner Prodekanin der Fakultät für Kultur- und Bildungswissenschaften der Universität Klagenfurt.



Jasmin Donlic

Zur Person


Jasmin Donlic (Prodekan) ist assoziierter Professor (§ 99 Abs. 5 UG) am Institut für Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung, wo er sich 2024 im Gesamtfach Erziehungswissenschaft habilitierte. Als stellvertretender Institutsvorstand gestaltet und verantwortet er zentrale Personal- und Organisationsprozesse. Darüber hinaus ist er Ambassador der Alpen-Adria-Rektor:innenkonferenz (AARC), Koordinator für Internationale Beziehungen, Experte im Diversitätsrat der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt sowie Mitglied des Senats. Im Laufe seiner wissenschaftlichen Laufbahn übernahm er zahlreiche Leitungs-, Koordinations- und Gremienfunktionen auf instituts-, universitäts- und überuniversitärer Ebene. In seiner Forschung verbindet er Migration, Diversität und Bildungsprozesse in der (Post-)Migrationsgesellschaft mit qualitativen und insbesondere arts-based Forschungsmethoden. Sein wissenschaftliches Profil ist geprägt durch partizipative Forschungsansätze, internationale Vernetzung und die konsequente Verbindung von Theorie, Empirie und gesellschaftlicher Praxis. Internationale Forschungsaufenthalte und Gastprofessuren führten ihn unter anderem an das Teachers College der Columbia University in New York, an die Boğaziçi Üniversitesi in Istanbul, an die Humboldt-Universität zu Berlin sowie nach Chiang Mai, Thailand. Als Wissenschafts- und Integrationsbotschafter bringt er Forschung aktiv in Bildungs- und Gesellschaftsräume ein. Darüber hinaus ist er Vorstandsmitglied mehrerer kultureller Einrichtungen und Mitherausgeber des peer-reviewed Jahrbuchs Migration und Gesellschaft. Für seine wissenschaftlichen und didaktischen Leistungen wurde Jasmin Donlic mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Staatspreis – Award of Excellence 2020, dem Förderpreis/Kulturpreis 2023 des Landes Kärnten sowie dem Lehrpreis 2024 für die beste Vorlesung.