Geographie und wirtschaftliche Bildung – ein Fach für die Herausforderungen der Zukunft
Ab Herbst 2026 trägt das Unterrichtsfach Geographie und Wirtschaftskunde an allen österreichischen Universitäten den neuen Namen „Geographie und wirtschaftliche Bildung“. Der neue Titel spiegelt präziser wider, worum es in diesem vielseitigen Fach geht: Schüler:innen sollen das Zusammenspiel von Mensch, Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft verstehen und altersgemäße Urteils- und Handlungskompetenz entwickeln.
Aus der einst reinen Länderkunde hat sich im Laufe der Zeit ein interdisziplinäres Unterrichtsfach entwickelt, das human- und physiogeographische, ökonomische und wirtschaftspolitische Inhalte miteinander verbindet. Mit dem neuen Studienplan, in dem Module wie gesellschaftliche und räumliche Ungleichheiten oder Wirtschaft, Raum und Nachhaltigkeit thematisiert werden, setzt die Universität Klagenfurt ab dem Wintersemester 2026/27 auch verstärkt auf neue moderne Lehr- und Lernformen, um den Anforderungen der kompetenzorientierten Lehre gerecht zu werden: Problembasiertes Lernen, kompetenzorientierte Lehre sowie vernetztes und interdisziplinäres Denken stehen im Mittelpunkt des Lehramtsstudiums im Unterrichtsfach Geographie und wirtschaftliche Bildung.
Neben den großen Bereichen Human- und Physiogeographie beschäftigt sich rund ein Drittel des Studienplans mit der ökonomischen Ausbildung der Studierenden – mit Themen wie Haushaltspolitik, Marktwirtschaft, Ressourcen- und Rohstoffkreisläufen oder dem Wirtschaftsstandort Österreich. „In unseren Lehrveranstaltungen betrachten wir aktuelle Themen aus vielen unterschiedlichen ökonomischen Perspektiven, etwa aus der Sozioökonomie, der Verhaltensökonomie, oder der neoklassischen Ökonomie“, betont Myriam Albrecht, Wirtschaftspädagogin und Lehrende am Institut für Geographie und Regionalforschung. So erlangen Studierende ein breites Fachwissen in Geographie und Ökonomie.
Charakteristisch für das Unterrichtsfach Geographie und wirtschaftliche Bildung ist die Verflechtung der einzelnen Bereiche. Horst Kanzian, Studienprogrammleiter am Institut für Geographie und Regionalforschung, betont: „Die Inhalte der Geographie sind immer in das Gefüge aus Gesellschaft, Umwelt, Wirtschaft und Politik eingebettet. Diese Bereiche sind untrennbar miteinander verbunden – deshalb lassen sich wirtschaftliche von geographischen Inhalten nicht loslösen. Das spiegelt sich auch im neuen Curriculum wider.“
Die kompakte Größe der Universität mit einem gemeinsamen Campus aller Fachrichtungen schafft ideale Voraussetzungen für instituts- und fachübergreifende Kooperationen, sowohl in Forschung als auch Lehre. „Im Unterrichtsfach Geographie und wirtschaftliche Bildung profitieren Studierende von dieser Vielfalt: Neben Geograph:innen unterrichten auch Wirtschaftspädagog:innen, Volkswirt:innen sowie Expert:innen aus der Praxis, wie etwa aus der Meteorologie, der Bodenkunde oder dem Bereich der Geographischen Informationssysteme (GIS)“, erklärt Max-Peter Menzel, Institutsvorstand des Instituts für Geographie und Regionalforschung.
Neuer Studienaufbau ab 2026
Das Lehramtsstudium für die Sekundarstufe Allgemeinbildung in Österreich wird ab Herbst 2026 neu aufgestellt. Das Bachelorstudium wird von bisher acht Semestern auf sechs Semester gekürzt. Das anschließende Masterstudium bildet den Abschluss der Lehrer:innenausbildung und bleibt mit einer Dauer von vier Semestern unverändert.










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