Einladung Online-Gastvortrag: Zusammengesetzte Indefinitpronomen in den slavischen Sprachen: Korpusbasierte Untersuchung der Grammatikalisierung und Distribution“ – Prof. Dr. Björn Hansen und Dr. Roman Fisun
Einladung des Instituts für Slawistik der AAU zum Online-Gastvortrag von Prof. Dr. Björn Hansen und Roman Fisun (Universität Regensburg, Institut für Slavistik) zum Thema
„Zusammengesetzte Indefinitpronomen in den slavischen Sprachen: Korpusbasierte Untersuchung der Grammatikalisierung und Distribution“
mit anschließender Diskussion
04. Dezember 2025, 13.30–15.00 Uhr – ONLINE
Zum Vortrag:
Pronomen gelten gemeinhin als geschlossene Wortart. Bei Indefinitpronomen trifft dies jedoch nur eingeschränkt zu: Neben den „klassischen“ Formen wie russ. kto-to, kto-libo usw. entstehen in vielen slavischen Sprachen fortlaufend neue, aus mehreren orthografischen Wörtern bestehende Ausdrücke der Indefinitheit. Beispiele wie russ. neizvestno kto („unbekannt wer“) zeigen, dass diese zusammengesetzten Indefinitpronomen in denselben Kontexten auftreten können wie traditionelle Formen – sie werden jedoch in der Forschung bislang kaum systematisch berücksichtigt. In ihrem Vortrag präsentieren Hansen und Fisun zentrale Ergebnisse des Projekts zu zusammengesetzten Indefinitpronomen in slavischen Sprachen. Ausgehend von umfangreichem Korpusmaterial und unter Anwendung quantitativer wie qualitativer Methoden stellen sie ein möglichst vollständiges Inventar slavischer zusammengesetzter Indefinitpronomen vor und analysieren den Grad ihrer Grammatikalisierung mithilfe spezifizierter Sub-Kriterien (nach grammatikalisierungstheoretischen Modellen), ihre distributionale Verbreitung und semantische Eigenschaften. Damit füllt der Vortrag eine Forschungslücke im Bereich der slavischen Indefinitpronomen und eröffnet neue Perspektiven für vergleichende und typologische Studien.
Zu den Vortragenden:
Prof. Dr. Björn Hansen leitet am Institut für Slavistik der Universität Regensburg den Lehrstuhl für slavistische Linguistik. Seine Forschungsschwerpunkte sind u. a. Grammatikalisierung, Syntax und Semantik slavischer Sprachen, Sprachwandel und Sprachkontakt. Unter seiner Leitung wurde das Projekt „Zusammengesetzte Indefinitpronomen in slavischen Sprachen. Ein Beitrag zur semantischen Karte der Indefinitheit der zweiten Generation“ durchgeführt (DFG, 2019–2023). Zurzeit leitet er das linguistische Teilprojekt „Spricht die Kirche eine eigene Sprache? Säkulare und religiöse Korruptionslexik im Russischen (1856–1917 und 1991–2023)“ im Rahmen des DFG-Verbundprojekts „Korruption und Religion: Das orthodoxe Christentum in Russland und Serbien“ (gemeinsam mit Prof. K. Buchenau und Prof. T. Steger).
Roman Fisun forscht ebenfalls am Institut für Slavistik der Universität Regensburg. Davor studierte er Russistik an der Lomonossow-Universität in Moskau sowie Slavistik an der Universität Regensburg. In 2024 verteidigte er seine Doktorarbeit zum Thema „Zusammengesetzte Indefinitpronomen in den slavischen Sprachen“. Sein wissenschaftliches Interesse gilt der Grammatikalisierung, Pronominalsyntax und der typologischen sowie korpuslinguistischen Analyse slavischer Sprachen.
Zoom-Meeting:
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Meeting-ID: 814 2775 6699
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