Protest vor Stadt | Foto: Freepik

Einblick in die Lehre… 3 Fragen an Monika Skazedonig

Monika Skazedonig lehrt und forscht im Bereich der Nachhaltigkeitskommunikation am Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft. Kommunikation ist auch Thema ihrer Lehrveranstaltung „It’s getting hot in here“, die thematisch neben medienwissenschaftlichen Fragen auch Fragen zur Friedensforschung sowie Fragen zum Thema Nachhaltigkeit behandelt.

Können Sie uns etwas Näheres zu Ihrer Ihrer LV “It’s getting hot in here: Aspekte der Medienkultur am Beispiel von Fridays for Future“ erzählen? Worum geht es dabei genau?

In der Lehrveranstaltung haben wir uns damit befasst, welche Rolle Medien in den alltäglichen Praktiken spielen und wie sie dadurch zu Veränderungen beitragen. Wir verstehen Populärkultur als jenen Ort, an dem sich Menschen einbringen und wo sie sich mit jenen Dingen beschäftigen, die ihnen wichtig sind. Darin liegt auch das emanzipatorische und transformative Potential. Ausgehend von den Cultural Studies beschäftigten wir uns mit der Position als Forscher*in, wenn wir eine soziale Bewegung, wie es Fridays for Future ist, untersuchen. Aktuelle Fernsehbeiträge zu Fridays for Future analysierten wir u.a. auf ihre Repräsentationsfunktion hin und wie Medientexte zur Re-Konstruktion eines gesellschaftlichen Selbstverständnisses genützt werden. Ein weiterer Aspekt betrifft die Allgegenwart von Sozialen Medien. Anhand von Beispielen versuchten wir nachzuverfolgen, wie sich die Materialität Sozialer Medien auch in Protestpraktiken zeigt.

Wie hat sich das politische Verhalten Jugendlicher in den letzten Jahren verändert?

In der Lehrveranstaltung haben wir uns vor dem Hintergrund des Konzepts der „participatory culture“ (Henry Jenkins) damit befasst, welche Formen des Engagements Jugendliche praktizieren. Dabei fällt auf, dass politisches Handeln von Jugendlichen nicht mit dem institutionellen, politischen Handeln Erwachsener wie z. B. wählen, sich in politischen Parteien zu engagieren, ein politisches Amt anstreben etc. gleichgesetzt werden kann. Die politischen Praktiken Jugendlicher zeigen sich unter anderem darin, dass sie sich ihrer eigenen Sprache bedienen, um ihr Selbst- und Weltverständnis zu artikulieren und wie sie dafür populärkulturelle Verweise kontextübergreifend einsetzen. Sie praktizieren politisches Handeln – verstanden als ein Einsetzen für mehr Autonomie über ihre Alltage – in nicht-institutionellen, informellen Settings. Dazu gehört vor allem auch der Umgang mit Sozialen Medien. Sich dort zu Wort zu melden, Informationen zu teilen und sich zu informieren.

Haben Sie einen persönlichen Bezug zu dieser Thematik?

Ich interessiere mich sehr für eine nachhaltige und umweltgerechte Lebensweise und setze mich in meinem persönlichen Umfeld dafür ein. Ich befasse mich auch in meinem Dissertationsprojekt mit sozialen (Öko)Bewegungen wie Fridays for Future.

Zur Person

Monika Skazedonig ist Lehrbeauftrage am Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaften. Sie ist Mitglied des Arbeitskreises für Gleichbehandlungsfragen. In ihrem Dissertationsprojekt befasst sie sich mit sozialen (Öko)Bewegungen wie Fridays for Future und hat mit uns über ihre Lehrveranstaltung  „“It’s getting hot in here”: Aspekte der Medienkultur am Beispiel von Fridays for Future“ aus dem Wintersemester 2019/2020 gesprochen.