COVID-19-Risiko bei Krebsbehandlungen im Krankenhaus nicht erhöht

Strikte Sicherheitsvorkehrungen und Testungen schützen Krebspatient*innen in Krankenhäusern vor einer COVID-19-Infektion.

Dies ergab eine Studie, in der die COVID-19-Infektionsraten von im Universitätsklinikum AKH Wien behandelten Krebspatient*innen analysiert wurden. Die Patient*innen wiesen aufgrund der strengen Sicherheitsmaßnahmen keine höheren Infektionsraten mit dem Coronavirus auf als die Gesamtbevölkerung. Krebsbehandlungen im Krankenhaus bergen also keine erhöhten Infektionsrisiken.

Margaretha Gansterer von der Universität Klagenfurt leitete bei der Studie die statistische Analyse. Daran waren auch Arne Bathke und Wolfgang Trutschnig von der Universität Salzburg beteiligt. Die Testergebnisse der Krebspatient*innen vom AKH wurden dabei mit den Daten der österreichweiten SARS-CoV-2-Prävalenzstudie des SORA-Instituts sowie mit den Daten einer Kontrollgruppe von Nicht-Krebspatient*innen statistisch verglichen. Das interuniversitäre Forschungsteam wurde von Matthias Preusser, Leiter der Klinischen Abteilung für Onkologie von MedUni Wien und AKH Wien, geleitet.

Krebspatient*innen sind aufgrund ihres durch die Erkrankung geschwächten Immunsystems anfälliger für Infektionen. Andererseits würden sie durch Fernbleiben von Ambulanzen und Kliniken wichtige Behandlungen und Untersuchungen versäumen. Margaretha Gansterer ist deshalb überzeugt, dass die Studie von hoher Relevanz für die Entscheidungsträger*innen ist: „Wir konnten zeigen, dass Krebspatient*innen durch strikte Sicherheitsvorkehrungen und Testungen ohne erhöhte Gefahr weiterbehandelt werden können. Dadurch müssen wichtige Behandlungen nicht entfallen“.

Die wesentlichsten Sicherheitsmaßnahmen umfassen Hygienemaßnahmen, Schutzkleidung, Abstandsregeln und regelmäßige Testungen unabhängig von der Symptomatik, um rasch Betroffene identifizieren und isolieren zu können. Die Ergebnisse der Studie, die unter der Leitung der MedUni Wien durchgeführt wurde, wurden im Fachblatt „Journal of Clinical Oncology“ veröffentlicht.

Margaretha Gansterer, Institutsleiterin vom Institut für Produktions-, Energie- und Umweltmanagement, ist Mitglied im Future Operations Clearing Board. Das Future Operations Clearing Board ist eine Plattform von Wissenschaftler*innen, die der Bundesregierung in der Krise ihre Expertise zur Verfügung stellen. Derzeit wird die Plattform gemeinsam von Bundeskanzleramt und Präsidentschaftskanzlei geleitet.

 

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Univ.-Prof. Dr. Margaretha Gansterer
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