Wann beginnt der Vorkrieg? Diskursive, kognitive und affektive Militarisierung

In der Rubrik ‚Friedensfragen‘ der Frankfurter Rundschau diskutierte Claudia Brunner unlängst diese unbequeme Frage, die auch die Friedensforschung umtreibt. Denn Krieg beginnt nicht erst, wenn Panzer rollen, es muss auch unablässig für seine Organisation und Aufrechterhaltung geworben werden – auch dort, wo nicht unmittelbar gekämpft wird. Ihre dabei formulierte Kritik an der gegenwärtigen diskursiven, kognitiven und affektiven Militarisierung rund um den Krieg in der Ukraine wird in ihrem in der Zeitschrift Wissenschaft & Frieden veröffentlichten Text Stell dir vor, es ist Krieg… noch umfassender erörtert.

 

Un/Doing Epistemic Violence – Special Isssue JEP 1/2 (2023)

Auf Einladung des in Wien herausgegebenen Journals für Entwicklungspolitik/Journal of Development Studies hat Claudia Brunner einen Special Issue mit dem Fokus Un/Doing Epistemic Violence herausgegeben. Der englischsprachige Band versammelt interdisziplinäre Zugänge zur Frage nach weniger gewaltförmigen Wissensweisen in der von Euro- und Androzentrismus geprägten kolonialen Moderne. Acht interdisziplinäre Beiträge aus den Feldern Friedensforschung und Bildungsforschung diskutieren Wege (un-)möglicher Dezentrierung und Dekolonisierung unserer epistemischen, theoretischen und methodologischen Prämissen. Die Printversion erscheint Ende August, über Bibliotheken ist auch die frei zugänglich. Der einführende Beitrag trägt den Titel Un/Doing Epistemic Violence while Trying to Change the World (Brunner 2023).

Widersprechen im Widerspruch: (Anti-)Militarismus und feministische Außenpolitik

Unter dem Titel Feministische Militarisierung? diskutiert Claudia Brunner im aktuellen Magazin der Tübinger Informationsstelle Militarisierung das (scheinbare) Paradoxon des offiziellen Programms feministischer Außenpolitik in Deutschland, die sich für Waffen- und Panzerlieferungen an die Ukraine einsetzt. Gemeinsam mit David Scheuing berichtet sie auf dem CPD Policy Blog im Beitrag Auf verlorenem Posten? vom Ringen deutschsprachiger Friedens- und Konfliktforscher*innen zwischen Pazifismus, Antimilitarismus und der Militarisierung europäischer Friedenspolitik.

ZFF-Tipp: Peace Summer School 2023 der Universität Augsburg

21.-23. Juli 2023
Hollbau, Im Annahof 4 | 86150 D-Augsburg | barrierefrei

„Konflikt schafft Kunst – Kunst schafft Konflikt“ – Anmeldung zur Peace Summer School 2023 eröffnet
Vom 21. – 23. Juli 2023 veranstaltet der ASKA e.V. (Alumni und Studierende der Konfliktforschung Augsburg) zusammen mit dem Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg die dreitägige Peace Summer School 2023.

Das Herzstück der Peace Summer School 2023 „Konflikt schafft Kunst – Kunst schafft Konflikt“ sind die drei am Samstag parallel stattfindenden Workshops. In ihnen wird für die Teilnehmenden das vielfältige Verhältnis von Kunst, Konflikt und Frieden erlebbar gemacht: über Schreiben/Textperformances oder interaktives Theater, beides kreative Methoden zur Konfliktbearbeitung; oder über die analytische und praktische Beschäftigung damit, wie Kunst Konflikte in der Gesellschaft beeinflussen kann.

Das Rahmenprogramm an den drei Tagen eröffnet zusätzliche Räume für spannende Begegnungen und dynamischen Austausch, beginnend am Freitagabend mit der öffentlichen Vorführung des dokumentarischen Theaterstücks „Die Badewanne. Frauen im Krieg“ mit anschließender Diskussion bis hin zum geselligen Ausklang beim sonntäglichen Lunch.

Details zum Programm und zur Anmeldung finden sich auf der Veranstaltungshomepage der Peace Summer School 2023.