Vortrag: Dennis Sölch „Jenseits pädagogischer Ratgeberliteratur. Erziehungsphilosophie als philosophische Erkenntniskritik.“

Einladung zum Vortrag

„Jenseits pädagogischer Ratgeberliteratur. Erziehungsphilosophie als philosophische Erkenntniskritik.“ von

Dr. Dennis Sölch (Universität Düsseldorf) am Mittwoch, 16. März 2022, um 18:00 Uhr, im N.2.35.

 

Astract

Unter dem Label der Erziehungsphilosophie werden heute zumeist Fragen philosophischer Teildisziplinen diskutiert. Die angewandte Ethik etwa widmet sich dem besonderen Abhängigkeitsverhältnis zwischen Lehrern und Schülern, während die politische Philosophie sich damit befasst, welchen Stellenwert der verpflichtende Religionsunterricht in einem säkularen Staat haben kann und darf. Obwohl solche Fragen zweifellos wichtig sind, gerät dabei doch leicht aus dem Blick, dass das Verhältnis von Philosophie und Erziehung bereits auf sehr viel grundlegendere Weise miteinander verwoben sind. Schon für Platon trifft Philosophie nicht primär dort auf Erziehung, wo es um spezifische Inhalte geht, die erst rational durchdrungen und dann vermittelt werden sollen, sondern ist in den Erziehungsprozess immer schon eingelassen. Das philosophische Geschäft geht aus Erziehungs- und Entwicklungsprozessen hervor, in denen einen neue Weise entsteht, die Welt zu betrachten und zu beschreiben, und mündet zugleich wieder in eben solche Prozesse. Vor diesem Hintergrund ist auch das Projekt einer fundierenden Erkenntnistheorie, die den Rahmen möglicher oder sinnvoller Reaktionen auf unsere Erfahrung im Voraus abstecken will, zumindest mit einem gewichtigen Fragezeichen zu versehen. Exemplarisch an Alfred North Whitehead und Bertrand Russell orientiert, soll in dem Vortrag gezeigt werden, auf welche Weise unser Philosophieverständnis durch die Reflexion auf Erziehungsprozesse geprägt werden kann. Vor dem Hintergrund eines geteilten Anliegens, der Liberalisierung des Bildungswesens, lassen sich mit Whitehead und Russell zwei fundamental verschiedene Begriffe von Philosophie aufweisen, die nicht zuletzt daraus resultieren, wie beide Autoren jeweils Erziehung und Bildung bewerten.

Zur Person

Dennis Sölch lehrt und forscht als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Philosophischen Institut der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, wo er sich mit einer Arbeit über „Prozessphilosophien. Wirklichkeitskonzeptionen bei Alfred North Whitehead, Henri Bergson und William James“ promovierte. Er ist regelmäßiger Lehrbeauftragter an der Universität Klagenfurt, seit 2010 Geschäftsführer der Deutschen Whitehead Gesellschaft und war 2016 William James Scholar-in-residence am William James-Center der Universität Potsdam. Aus seiner Forschung sind zahlreiche Publikationen zur Philosophie und ihrer Geschichte, insbesondere zur Prozessmetaphysik, Existenzphilosophie, zum Pragmatismus und zur Kulturphilosophie, hervorgegangen. Zuletzt erschienen der gemeinsam mit Bernhard Ritter herausgegebene Band „Wittgenstein und die Philosophiegeschichte“ sowie, zusammen mit Birgit Capelle, „Literarische Philosophie – Philosophische Literatur. Formen des Philosophierens von Platon bis Heidegger.“

  

Das Institut freut sich über Ihr Kommen!

Master Online-Infoweek 2022 von 21. bis 24. Feber 2022

https://www.aau.at/studieninteressierte/master-infoweek/

Gastvortrag: Luca Basso“ Ein Verein freier Menschen”. Gesellschaft und Individuation bei Karl Marx

Einladung zum Gastvortrag

„Ein Verein freier Menschen”. Gesellschaft und Individuation bei Karl Marx

von Luca Basso (Universität Padua)

am Mittwoch, 17. November 2021, 18:00 Uhr, O.0.01 (Stiftungssaal)

 

Abstract

Der Ausgangspunkt des Vortrags ist die Überzeugung, dass die Frage der individuellen Verwirklichung eine entscheidende Rolle in der Marx’schen Reflexion spielt. Wenn wir die bürgerliche Gesellschaft analysieren, realisieren wir nach Marx, dass die Freiheit des Individuums und dessen Subsumption unter eine gesellschaftliche Macht zwei Seiten derselben Medaille sind. Gesellschaft und Individuation konstituieren nach Marx nicht zwei Gegenpole, sondern sie setzen sich beide gegenseitig voraus. Es ist wichtig, die Ambivalenz der beiden Elemente zu betonen: auf der einen Seite wird die Gesellschaft nicht nur geschätzt, sondern aus ihren Herrschaftsstrukturen heraus auch kritisiert; auf der anderen Seite wird die Individuation nicht nur kritisiert, sondern bildet eine Basis für eine Dynamik, die zu einer anderen Perspektive als der gegenwärtigen kapitalistischen führen kann. Es geht Marx darum, die Beziehung zwischen Individuum und Gesellschaft auf eine andere Weise als die Theoretiker des modernen Naturrechts und als die Exponenten der klassischen politischen Ökonomie zu interpretieren. Es ist bezeichnend, dass Marx im Kapital den Kommunismus als „Verein freier Menschen“ definiert. Dadurch versucht Marx, eine wechselseitige dynamische Implikation zwischen dem “Individuellen” und dem “Gesellschaftlichen”, zwischen “einem jeden” und “allen” zu schaffen.

 

Zur Person

Luca Basso ist Professore ordinario am Dipartimento di Scienze Politiche Giuridiche e Studi Internazionali an der Università degli Studi di Padova. Er hat Philosophie in Padua, an der Humboldt-Universität zu Berlin und am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin studiert. Er wurde 2004 mit einer Arbeit über Individuum und Gemeinschaft in der politischen Philosophie von Gottfried Wilhelm Leibniz an der Università di Pisa promoviert. An der Università degli Studi di Padova war er Ricercatore, Professore aggregato, Professore associato und ist seit 2020 Professore ordinario. Er hat ausgedehnte Forschungsaufenthalte im Ausland absolviert: Berlin (Freie Universität, Technische Universität, Staatsbibliothek und MEGA-Edition), Potsdam (Leibniz-Edition), Weimar (Stiftung Weimarer Klassik), München (Staatsbibliothek), Hannover (Leibniz-Archiv), Wolfenbüttel (Herzog August Bibliothek), Paris (Bibliothèque Nationale, Bibliothèque de l’Ecole Normale Supérieure) und London (Queen Mary University, Brunel University und British Library). Im Zentrum seiner Forschung steht die Frage nach dem Verhältnis zwischen individuellem Subjekt und kollektivem Subjekt in der modernen und zeitgenössischen Philosophie. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Tradition. Sein langjähriges Interesse gilt der politischen Philosophie und der Naturrechtstheorie von Leibniz und dem Zusammenhang zwischen Individuum, Gesellschaft und Gemeinschaft bei Marx und in der marxistischen Tradition. Seit einigen Jahren hat er auch einen Forschungsschwerpunkt zur französischen politischen Philosophie des 20. Jahrhunderts aufgebaut, mit einem besonderen Interesse an der Philosophie Jean-Paul Sartres.

 

Monographien

Individuo e comunità nella filosofia politica di G. W. Leibniz, Rubbettino, Soveria Mannelli 2005.

Socialità e isolamento: la singolarità in Marx, Carocci, Roma 2008; Übersetzung: Marx and Singularity. From the Early Writings to the “Grundrisse”, Brill, Leiden-Boston 2012.Agire in comune. Antropologia e politica nell’ultimo Marx, ombre corte, Verona 2012; Übersetzung: Marx and the Common. From “Capital” to the Late Writings, Brill, Leiden-Boston 2015.

Inventare il nuovo. Storia e politica in Jean-Paul Sartre, ombre corte, Verona 2016.

Gastvortrag: Robert Koeppe „Erbauliches zur Klimakrise: die Rolle des Bauens im Kohlenstoffkreislauf“

Einladung zum Gastvortrag

„Erbauliches zur Klimakrise: die Rolle des Bauens im Kohlenstoffkreislauf“

von Robert Koeppe

am Donnerstag, 28.10., um 10.00 Uhr im HS 2

 

 

Abstract:

Langsam rückt neben den Sektoren Energie, Verkehr, Landwirtschaft und Industrie ein weiterer wichtiger menschlicher Einfluss auf das Klimageschehen in den Fokus: Bauaktivitäten, vor allem der klassische Hochbau mit Stahlbeton. Zement und Stahl werden in gigantischen Mengen produziert, was durch chemische Reaktionen und hohen Energieverbrauch bei ihrer Herstellung massive Mengen an CO2 freisetzt. Demgegenüber stehen traditionellere Baumaterialien wie Holz, Stroh oder Lehm, die eine deutlich bessere und mitunter sogar klimapositive Kohlenstoffbilanz aufweisen. Durch neuartige Entwicklungen bekommt die Bauindustrie so die Möglichkeit, vom großen Klimasünder zum Klimaretter zu avancieren. Einige dieser Entwicklungen werden in diesem Vortrag vorgestellt als Denkanstöße hin zu einer klima- und menschenfreundlicheren Art des Bauens.

 

CV:

Robert Koeppe ist im ländlichen Bayern aufgewachsen. Hat bis 2003 Meteorologie und Physik an der LMU München studiern.  2008 das Doktorat Physik an der JKU Linz zum Thema: „Organische Solarzellen“ absolviert.

Er war bis 2018 sowohl Gründer als auch technischer Leiter des Startups isiQiri interface technologies. Seitdem forscht er an der JKU zum Thema Konstruktionsmaterialien aus Pilzmyzel und ist Gründer des Startups sendance.

Außerdem ist er Mitglied der Scientists for Future in Oberösterreich.

Privat ist er Bergsteiger, Improvisationstheaterspieler und terran Reisender.

 

 

Dieser Vortrag findet im Rahmen der Ringvorlesung „320.850 Lectures for Future: Klimakrise und Nachhaltigkeit“ statt, welche in Kooperation mit dem Institut für Geographie und Regionalforschung organisiert wird.

 

Um Voranmeldung bei Frau Mag. Petra Stroj (petra [dot] stroj [at] aau [dot] at) bis 25.10. wird gebeten.

Es gelten die 3-G Regeln!

Einladung zum 39. Klagenfurter Stadtgespräch „Ethik für alle – Wie die offene Gesellschaft Schule machen könnte“ [15.09.2021|18.00 Uhr| Hörsaal A]

Sehr geehrte Damen und Herren!

Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter!

Die Karl Popper Foundation Klagenfurt ladet Sie herzlich zum 39. Klagenfurter Stadtgespräch „Ethik für alle – Wie die offene Gesellschaft Schule machen könnte“ ein.

 

 

Begrüßung & Moderation: Em. Univ.-Prof. Mag. Dr. Reinhard Neck

Referent: Dr. phil. Dr. h.c. Michael Schmidt-Salomon

Diskussionspartner: Stadtrat Mag. Franz Petritz & Assoc. Prof. Mag. Dr. Martin Weiß

Zeit & Ort: Mittwoch, 15. September 2021 |18.00 Uhr| Hörsaal A im Südtrakt (S)

Eine Kurzbeschreibung der Veranstaltung sowie alle wichtigen Informationen (Covid-Schutzmaßnahmen, Eintrittsnachweis usw.) finden Sie im Veranstaltungsfolder.

Eine Anmeldung zu dieser Veranstaltung ist wegen der Corona-Situation und wegen der beschränkten TeilnehmerInnenzahl unbedingt erforderlich: kp-f [at] aau [dot] at

Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung und Ihr Verständnis bei der Umsetzung der notwendigen Sicherheitsmaßnahmen!

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

 

Em. Univ.-Prof. Mag. Dr. Reinhard Neck (Präsident)
Karl Popper Foundation Klagenfurt (ZVR 110730003)
Universitätsstraße 65-67, A-9020 Klagenfurt
Tel: 0676/83556679
Email: kp-f [at] aau [dot] at
Homepage: www.aau.at/kpf

Workshop (online): THE PHENOMENON OF TEMPORALITY

 

 

Am 16. September findet der Online Workshop

„THE PHENOMENON OF TEMPORALITY“

 

von 13.00 – 18.00 Uhr statt.

 

Programm:

The phenomenon of temporality-24-08

Abstract:

The Phenomenon of Temporality – Abstracts

 

Organisation:

Daniel Neumann (Universität Klagenfurt)

Tina Röck (University of Dundee)

 

Rückfragen und Anmeldung: daniel [dot] neumann [at] aau [dot] at

 

Wir freuen uns über Ihre Teilnahme!

12th Ludwig Wittgenstein Summer School

12th Ludwig Wittgenstein Summer School

Wittgenstein and conceptual Complexity

3. – 7. August 2021, Universität Klagenfurt

 

Leitung und Organisation: Volker A. Munz (volker [dot] munz [at] aau [dot] at)

Näheres unter: 12th Ludwig Wittgenstein Summerschool – Austrian Ludwig Wittgenstein Society (alws.at)

Summer_school_2021

Philosophie Info Abend

Das Institut für Philosophie und die ÖH-Studienrichtungsvertretung lädt zu folgender Veranstaltung ein:

Philosophie Info-Abend

am Donnerstag, dem 08. Oktober, ab 18 Uhr am Philosophie Institut

 

Bei angenehmer Atmosphäre bietet sich die Gelegenheit, offene Fragen rund um das Philosophie Studium zu klären oder nähere Details zum neuen Studienplan zu erhalten.

 

Wir bitten um Kenntnisnahme, dass während des gesamten Aufenthalts am Veranstaltungsort ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden muss. Wir freuen uns auf euer Kommen!

 

Kontakt:

Katharina [dot] Goelly [at] aau [dot] at

Vanessa [dot] Schwaiger [at] aau [dot] at

 

MYTHOS „HEIMAT“?

Mythos „Heimat“?

Zur Dekonstruktion eines Begriffs.

International Conference

 

29. – 30. September 2020, N.1.44

 

Alpen Adria Universität Klagenfurt & FWF Der Wissenschaftsfond.

 

Contact: Prof.Dr. Mayya Soboleva (mayya [dot] soboleva [at] aau [dot] at)

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Plakat_Heimat_Neu.jgp

ERSTIes Treffen

Das Institut für Philosophie und die Studienrichtung Philosophie möchte DICH zum ersten ERSTIes Treffen am Mittwoch, 11. März, um 18.00 Uhr im N.1.71 einladen.

Wir möchten EUCH helfen und unterstützen, damit Ihr einen Einblick in das Philosophie-Studium bekommt.

Also kommt, stellt Fragen, regt an – studiert und profitiert!

 

Euer Institut für Philosophie