INGEBORG BACHMANN – HANS MAGNUS ENZENSBERGER: „schreib alles auf was wahr ist“ Der Briefwechsel

Es sollte ein luftiges und mit Wärme betriebenes gemeinsames Projekt werden, was Enzensberger in seinem ersten Brief der Dichterin vorschlug: ein Buch wie eine Montgolfière.

Ingeborg Bachmann war jedoch in jenen Monaten des Jahres 1957 anderweitig engagiert. Die Liebe zu Paul Celan war neu aufgeflammt, ein halbes Jahr später kommt es zur Begegnung mit Max Frisch in Paris. Nach einer gemeinsamen Romreise und dem Aufenthalt der Bachmann bei Enzensbergers in Lanuvio bei Rom stabilisiert Enzensberger ihre inzwischen freundschaftliche Beziehung auf einem anderen Vehikel, einem Floß der Freundlichkeit: „wohin es führt: lassen wir’s offen. denn es ist kein ende, auch dann nicht, wenn unser geheimer pakt nie mehr besiegelt würde. er ist es längst.“ Jahrelang muss er dennoch um Beiträge für sein Kursbuch betteln, und als sie nach langem Zögern Gedichte schickt, darunter ihr liebstes, Böhmen liegt am Meer, ist er zu ihrer Enttäuschung nicht mehr zuständig, er ist „zu Schiff nach Cuba“, wie sie im Herbst 1968 resigniert feststellt.

Der Briefwechsel zwischen den vielleicht bedeutendsten Lyrikern in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist – über alles Persönliche hinaus – ein Dokument des literarischen Lebens jener Zeit. Herausgeber Hubert Lengauer stellt im Gespräch mit Doris Moser den Briefwechsel vor, ausgewählte Briefe lesen Katrin Ackerl Konstanstin und Erik Rippmann.

Ort: Robert-Musil-Institut

Zeit: Freitag, 28. Juni, 19.30 Uhr

Workshop: Mittelalterliche Buchmalerei

Im Rahmen des Forschungsprojektes „Virtuelle benediktinische Bibliothek Millstatt“ findet ein Workshop zum Thema „Mittelalterliche Buchmalerei“ mit der Künstlerin Juliet Venter statt.

Termin: Montag, 13. Mai 2019 von 10.00 – 17.00 Uhr / UB Klagenfurt

Juliet Venter stammt aus Großbritannien und studierte Englische Literatur am St. John’s College in Cambridge. Seit 2009 beschäftigt sie sich hauptberuflich mit mittelalterlicher Ikonen- und Buchmalerei unter Verwendung authentischer Materialien wie Ei-Tempera, Blattgold, Erd- und Mineralpigmenten auf Papier und Pergament. Ihr Werk steht in der mittelalterlichen Tradition mit modernen Einschlägen, wobei ihr Hauptaugenmerk auf kleinformatigen Arbeiten liegt.

Der Workshop beinhaltet eine Einführung in die Techniken der mittelalterlichen Buchmalerei, die Verwendung traditioneller Künstlerpigmente und die verschiedenen Farbzusammensetzungen sowie die Fertigung eines eigenen Miniaturmotivs.

Weitere Informationen: sabine.seelbach [at] aau.at

Sendung über Christine Lavant mit Doris Moser als Gesprächspartnerin

Doris Moser, Mitherausgeberin der Werke Christine Lavants, im Deutschlandfunk, Köln, über Christine Lavant und die Religion:

https://www.deutschlandfunk.de/die-dichterin-christine-lavant-zweifeln-laestern-klagen.2540.de.html?dram:article_id=444051

Gastvortrag – Postkolonialismus: Theorie und Anwendung

Referent: Prof. Dr. Florian Krobb

Datum: Mittwoch, 23.01.2019 von 10:00 – 11:00 Uhr, N.1.43

 

Abstract:

Nach einer kurzen Einführung in die Grundpositionen und Grundkonzepte dessen, was man sich als ‚postkoloniale Theorie‘ zu bezeichnen angewöhnt hat, soll an zwei zeitnahen themenverwandten, doch in ihrer Behandlung kolonialer Problematiken entgegengesetzten Beispielen das analytische Potential dieses Ansatzes demonstriert werden, nämlich an Karl Mays afrikanischen ‚Reiseerzählungen‘ („Der Mahdi“ und „Die Sklavenkarawane“) und Wilhelm Raabes vieldiskutierten Romanen „Abu Telfan“ und „Stopfkuchen“. Bei der Skizzierung des diskursiven Umfeldes kommen auch die Beiträge zweier österreichischer Reiseschriftsteller zur Sprache (Ernst Marno, Emil Holub).

Kontakt:
Sabine Seelbach (sabine.seelbach [at] aau.at)

Interessenten sind herzlich eingeladen.

„Literatur bietet ein Tempo und eine Intensität, die im Widerspruch zur Beschleunigung der Gegenwart stehen.“

Paul Keckeis kam an das hiesige Institut für Germanistik, um sich mit den vielen unbekannten Lyrikerinnen und Lyrikern des 19. Jahrhunderts zu beschäftigen. Mit uns hat er darüber gesprochen, in welchen Formen sich auch heute Lyrisches versteckt und warum er glaubt, dass die Lyrik derzeit eine Konjunktur erlebt.

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Gastvortrag – Franz Kafka und Anton P. Tschechow (Антон П. Чехов)

Referent: Prof. Dr. Valerij Susmann, Higher School of Economics, Nizhny Novgorod (RU) 

Termin: Dienstag, 6. November 2018, 15.00 – 16.00 Uhr, Raum: I.1.44

Abstract:

Kafka hat mit großer Wahrscheinlichkeit Tschechow über Kurzerzählungen, die im Prager Tagblatt seit der Jahrhundertwende erschienen sind oder auch über Theateraufführungen (1911 z.B. der Groteske Der Bär am Deutschen Landestheater Prag) kennengelernt. Der Vortrag knüpft an diese potentiellen Gegebenheiten an und lotet davon ausgehend werkbiographische wie schöpferische Parallelen zwischen Kafka und Tschechow aus. Im Besonderen wird dabei die Rolle der Väter sowie der Lehrer als Instanzen der Macht und der Autorität zur Diskussion gestellt, aber auch jene des Unbewussten und der Träume und ihrer Bedeutung für die Texte von Kafka und Tschechow.

Zur Person:

Prof. Susmann ist Direktor der Higher School of Economics in Nizhny Nowgorod, einer Zweiginstitution der National Research University sowie Direktor der dortigen Österreich-Bibliothek. Er ist habilitierter Germanist und Komparatist, hat sich u.a. mit dem Werk von E. Canetti, aber auch mit V. Vertlib und J. L. Borges eingehend befasst und ist im Rahmen des Projekts Kafka-Atlas für den Russland-Teil verantwortlich.

Interessenten sind herzlich eingeladen!

Plakat zum Gastvortrag

Wie funktioniert die Klagenfurter Literaturbörse?

Florian Felix Weyh diskutiert in der Radiosendung „Lesart“ (Deutschlandfunk) über die Mechanismen der Klagenfurter Literaturbörse mit Verlegerin Anya Schutzbach (weissbooks Verlag, Kritikerin Wiebke Porombka und Doris Moser vom Fachbereich Angewandte Germanistik der AAUK.

https://www.deutschlandfunkkultur.de/tage-der-deutschsprachigen-literatur-wie-funktioniert-die.1270.de.html?dram:article_id=422234

Tagung am 3. und. 4 Juli 2018 „Österreich-Bilder. Mediale Konstruktionen aus Eigen- und Fremdperspektive“

Am 3. und. 4. Juli 2018 findet eine internationale Tagung „Österreich-Bilder. Mediale Konstruktionen aus Eigen- und Fremdperspektive“ an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt (Stiftungssaal K.0.01, Servicegebäude) statt.

Eröffnung: 3. Juli 2018 um 9:20 Uhr

Abstract:
Mediale Welten sind Konstruktionen, die zum einen Auskunft über Perspektiven auf die Welt geben. Zum anderen sind sie kulturelle und historische Speichermedien für Ideologien, Anthropologien sowie Denk- und Handlungslogiken. Mediale Welten geben damit ein implizites kulturelles Selbstverständnis wieder, das eine Kultur von sich oder anderen Kulturen präsentiert. Die Tagung fokussiert aus verschiedensten fachspezifischen Blickwinkeln (literatur- und medienwissenschaftlichen, sprachwissenschaftlichen, fachdidaktischen usw.) und methodischen Positionen heraus auf Konstruktionen, die das Selbst- und Fremdverständnis Österreichs transportieren. Erkennbar werden sollen wesentliche soziale, politische und kulturelle Kräfte, die in einem (möglichst) weiten historischen Rahmen zu reflektieren sind. Es geht um die Entdeckung und Erforschung von offenen und versteckten Zusammenhängen, Entwicklungen, Verbindungslinien im Ästhetischen wie im Gesellschaftlichen.

Kontakt:

Univ.-Prof. Dr. Ulrike Krieg-Holz
Ulrike.Krieg-Holz [at] aau.at

Ao. Univ.-Prof. Dr. Arno Rußegger
Arno.Russegger [at] aau.at

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Germanist erhält Preis für herausragende Lehre

Im Rahmen der Lehr- und Lerntage 2018 der AAU überreichte Vizerektorin Prof. Dr. Doris Hattenberger den Preis für herausragende Lehre („ApplAAUs!“) an den Senior Lecturer für germanistische Sprachwissenschaft, Dr. Christian Schütte.

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Mehr als ein Religionskrieg: Zum 400. Jubiläum des Dreißigjährigen Krieges

Am 23. Mai 1618 begingen protestantische Stände Gewalthandlungen an katholischen Statthaltern der Habsburger in Prag. Der Prager Fenstersturz war der Beginn des Dreißigjährigen Krieges, der in den folgenden Jahrzehnten – begleitet von Hungersnöten und Seuchen – ganze Landstriche Europas entvölkern sollte. Das Institut für Germanistik der AAU lädt in Kooperation mit der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft der Universität Bielefeld von 22. – 23. Mai 2018 zu einer internationalen Tagung „Der Dreißigjährige Krieg – Ereignis und Narration“, gefördert von der Fritz Thyssen Stiftung. Dabei soll dem vornehmlich als Religionskrieg erzählten Geschehen vieldimensional auf den Grund gegangen werden.

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