Einblick in die Lehre… 3 Fragen an Igor Trost

In der LV „Sprache in der Politik“ geht es um germanistische Politolinguistik und deren immer wichtiger werdenden Rolle heute. Germanistik-Studierenden wird die Möglichkeit gegeben sich kritisch mit Sprache auseinanderzusetzen, die im politischen Kontext ge- oder missbraucht wird. Für Lehramtsstudierende liegt der Fokus auch auf der Frage, wie man Schüler*innen dieses Wissen weitergeben kann. 

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Nachruf Gerda Elisabeth Moser (19.10.1964 – 29.4.2021)

Mit großer Bestürzung haben wir am 29. April 2021 vom unerwarteten und viel zu frühen Tod unserer Freundin und geschätzten Kollegin Mag. Dr. Gerda Moser erfahren. Gerda war nach einem Studium der deutschen Philologie und Anglistik/Amerikanistik seit 1990 am Institut für Germanistik und promovierte im gleichen Jahr mit einer Dissertation zum Thema „Materialisierung der Literatur als Bedingung ihrer Krise. Zur Rezeption und Kritik neomarxistischer Literaturtheorie“. Seither war sie als Lehrbeauftragte am Institut für Germanistik an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt – mit Lehraufträgen am Zentrum für Frauen- und Geschlechterforschung sowie an den Instituten für Kultur-, Literatur- und Musikwissenschaft, Geschichte, Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung, Medien- und Kommunikationswissenschaft und Geographie und Regionalforschung und schließlich auch am Institut für Erziehungswissenschaft an der Universität Innsbruck tätig. Seit 1991 wirkte sie mit großem Erfolg als Projekt- und Drittmittelforscherin am Institut für Germanistik, hier zunächst als Schrittmacherin der Forschungen zur Sprache in der postmodernen österreichischen Literatur. Finanziert durch ein Stipendium der Österreichischen Akademie der Wissenschaften entwarf sie Grundzüge einer in dieser Form innovativen „Theorie des Vergnügens“ (Habilitationsprojekt). In den letzten Jahren trat sie als Senior Scientist des Fachbereichs Angewandte Germanistik in den Forschungsgebieten der Bestsellerliteratur im Kontext von gesellschaftlichen Werthaltungen und Konflikten, der Lebenskunst- und Ratgeberliteratur, der (Wissenschafts)Thriller, des Spannungsfelds von Pornographie, Erotik und Romantik und des differenzierten thematischen Bereichs Lebensstil, Konsum und Raum („Scripted space“) hervor. Sie war eine der Proponentinnen des FWF-Projekts „Negotiating literary meaning“, eines Projekts der empirischen Literaturwissenschaft mit dem Fokus auf der Lesegruppenforschung, an dessen Nachfolgeantrag sie gerade arbeitete, und bewegte sich damit am Puls der aktuellen Literaturproduktion, -vermittlung und -rezeption. Ihre jüngsten Aktivitäten galten dem New Adult Roman.

In verschiedenen Funktionen, sei es als Leiterin der Curricularkommission, sei es als logistisch begabte Baubeauftragte, als innovative Fodok-Bearbeiterin u.v.m. setzte sie sich unermüdlich für das Institut, seine Kolleginnen und Kollegen sowie für die Studierenden ein. Immer wenn es unerwarteten zusätzlichen Handlungsbedarf gab, zeigte sie als erste auf. Ihre unerschöpfliche positive Haltung, Lebenszugewandtheit und Empathie machten sie zu einer gefragten Ansprechpartnerin, der es gelang, mit Freundlichkeit, Charme und Umsicht ausgleichend zu wirken und bei auftretenden Schwierigkeiten klug zu vermitteln.

Gerda war bis zuletzt für alle da und stellte ihre eigenen Probleme stets zurück. So kümmerte sie sich aufopferungsvoll viele Jahre um die Pflege ihrer Eltern und nahm dafür berufliche Nachteile klaglos in Kauf. Diese Bereitschaft zur bedingungslosen Verausgabung für andere wurde ihr schließlich zum Verhängnis, ignorierte sie doch ihre tödliche Krankheit, bis es zu spät war. Noch wenige Stunden vor ihrem Tod fand sie die Kraft, andere durch ihren Zuspruch aufzumuntern und ihnen beizustehen. Gerda hat unser Institutsleben bunter werden lassen, und das nicht allein durch ihre legendären lustigen Verkleidungen am Faschingsdienstag. Sie war für unser Team ein „sozialer Kitt“, ohne den wir nun ein Stück weit als Vereinzelte zurückbleiben. Wir stehen vor einem unfassbaren Verlust.

Die erklärte „Heidin“ Gerda hat uns zu Walpurgis verlassen. Flieg wohl, liebe Gerda. Du warst ein sehr lieber Mensch.

Im Namen der Kolleginnen und Kollegen sowie der Studierenden des Instituts,

Sabine Seelbach (Institutsvorständin)

 

 

Neuerscheinungen von Barbara Neymeyr – Kommentar zu Nietzsches „Unzeitgemässen Betrachtungen“

I. David Strauss der Bekenner und der Schriftsteller.
II. Vom Nutzen und Nachtheil der Historie für das Leben.

(= Historischer und kritischer Kommentar zu Friedrich Nietzsches Werken, hrsg. von der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Bd. 1/2), Berlin/Boston: De Gruyter 2020. XXV, 652 Seiten.

In den vier „UnzeitgemNeuerscheinung - Nietzsche Kommentarässen Betrachtungen“ verbindet Nietzsche kritische Zeitdiagnosen mit konstruktivem Zukunftsengagement. Krisensymptome der modernen Zivilisation reflektiert er hier ebenso wie problematische Bildungs- und Wissenschaftskonzepte seiner Epoche.
Während er in der ersten „Betrachtung“ gegen den Theologen David Friedrich Strauß als Prototyp eines sterilen ‚Bildungsphilisters‘ polemisiert, setzt er sich in der besonders wirkungsmächtigen Historienschrift mit dem positivistischen Geschichtsverständnis und der Übermacht des Historischen auseinander. Bis heute beeinflusst diese Schrift die intellektuellen Debatten: auch durch Nietzsches Unterscheidung von monumentalischer, antiquarischer und kritischer Historie und sein Plädoyer für einen lebendigen, zukunftsweisenden Umgang mit der Geschichte.
Erstmals kommentiert dieser Band beide Werke umfassend in ihrem Kontext. Durch gründliche Quellenstudien rekonstruiert der Kommentar die für sie maßgeblichen Denktraditionen. So ermöglicht er neue Einsichten in kulturhistorische Horizonte und Diskurse. Zugleich tragen auch wirkungsgeschichtliche Recherchen zu einem vertieften Werkverständnis bei.

 

III.  Schopenhauer als Erzieher.
IV.  Richard Wagner in Bayreuth.

(= Historischer und kritischer Kommentar zu Friedrich Nietzsches Werken, hrsg. von der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Bd. 1/4),  Berlin/Boston:  De Gruyter 2020. XXV, 652 Seiten.

Nietzsche KommentarIn den vier „Unzeitgemässen Betrachtungen“ verbindet Nietzsche kritische Zeitdiagnosen mit konstruktivem Zukunftsengagement. Krisensymptome der modernen Zivilisation reflektiert er hier ebenso wie problematische Bildungs- und Wissenschaftskonzepte seiner Epoche.

Vor diesem Hintergrund avancieren Schopenhauer und Wagner in der dritten und vierten „Betrachtung“ zu ‚unzeitgemäßen‘ Vorbildern. Während Nietzsche das philosophische Ethos Schopenhauers als zukunftsweisendes Gegenmodell zur Gelehrtenkultur und zum Historismus seiner Zeitgenossen darstellt, begreift er Wagners Bayreuth-Projekt als paradigmatischen Impuls für eine Utopie kultureller Erneuerung. Erstmals kommentiert dieser Band beide Werke umfassend in ihrem Kontext. Durch gründliche Quellenstudien rekonstruiert der Kommentar die für sie maßgeblichen Denktraditionen. Dadurch ermöglicht er neue Einsichten in kulturhistorische Horizonte und Diskurse. Zugleich tragen auch wirkungsgeschichtliche Recherchen zu einem vertieften Werkverständnis bei.

 

Online-Gastvortrag von Prof. Dr. Monika Dannerer zum Thema: „Ich glaube, im Sinne des Gastes ist, wenn er mich versteht“ – Zur sprachlichen Akkommodation im Tourismus

Am kommenden Mittwoch, den 9. Dezember 2020, 15:00-16:30 Uhr, wird Frau Prof. Dr. Monika Dannerer (Leopold-Franzens-Universität Innsbruck) im Rahmen der Lehrveranstaltung „Sprache und Gesellschaft“ (BA Germanistik) einen Gastvortrag halten mit dem Titel:

„Ich glaube, im Sinne des Gastes ist, wenn er mich versteht“ – Zur sprachlichen Akkommodation im Tourismus

Der Vortrag findet online statt. Wer sich gerne anschließen möchte, ist dazu herzlichst eingeladen. Um Anmeldung wird allerdings gebeten: per Mail bis spätestens 8. Dezember eine kurze Nachricht an steven [dot] schoonjans [at] aau [dot] at. Danach erhalten Sie den Zugangslink.

Vom Einfluss der Literatur auf unsere Vorstellung von Liebe: Online-Tagung „Liebe & Ökonomie. Literarische Aushandlungen“

Welchen Einfluss hat die Literatur darauf, wie wir uns Liebe vorstellen? Welche Formen von Leidenschaft werden auf den Märkten und im Konsum aufgeboten? Und was bedeutet es, wenn vom Eros oder Kalkül eines literarischen Textes gesprochen wird? Diesen Fragen wird eine Online-Tagung unter dem Titel „Liebe & Ökonomie. Literarische Aushandlungen“ von 12. bis 14. November 2020 nachgehen. Veranstalter ist das Institut für Germanistik an der Universität Klagenfurt. Weiterlesen

Paul Celan zum 50. Todestag: „Ich nehme niemals ein Gedicht zurück“

Heute, am 20. 4. 2020 jährt sich der fünfzigste Todestag des vor 100 Jahren im ehemals k.k. Czernowitz, dann im rumänischen Cernăuți, heute ukrainischen Tscherniwzi geborenen Lyrikers Paul Celan, einer der lyrischen Stimmen des 20. Jahrhunderts schlechthin.
Wir verweisen auf ein Interview, das an ihn und Aspekte seines Werkes erinnert: : https://www.tagesspiegel.de/kultur/paul-celan-zum-50-todestag-ich-nehme-niemals-ein-gedicht-zurueck/25754080.html

ÖGG – Österreichische Gesellschaft für Germanistik

Am 27.2.2020 hat eine a.o. Mitgliederversammlung der Österr. Gesellschaft für Germanistik (ÖGG), die seit 2017 ihren Sitz an der Univ. Salzburg hatte, beschlossen, mit sofortiger Wirkung Klagenfurt als neuen ÖGG-Standort bis 31.12.2021 zu wählen. Der im Zuge dieser Mitgliederversammlung neugewählte Vorstand setzt sich unter dem Vorsitz von Primus-Heinz Kucher aus Kolleginnen und Kollegen aller Fachbereiche zusammen. Zur Zeit wird der Transfer formal abgewickelt, um die Agenda der ÖGG für die nächsten beiden Jahre gemäß der bisherigen Tätigkeiten (ÖGG-Preis, Workshops, Tagungen, nationale wie internationale Vernetzungen etc.) sowie anstehender Herausforderungen bestmöglich umsetzen zu können.

„Gedächtnis der Shoah – literaturdidaktische Perspektiven zu Jean Améry und Imre Kertész“

Einladung zum Gastvortrag

von Herrn Prof. Dr. Michael Hofmann (Universität Paderborn)

22. Jänner 2020

Raum N. 1.44 (Nordtrakt), 17 Uhr

59. Literaturtagung, 21.-23. November 2019, Stift Melk/NÖ

Die beste aller Literaturdidaktikerinnen ist die Literatur

Literaturdidaktische Theorie und ihre Anwendung in der schulischen Praxis

Melk 2019 Plakat

Kulturmetropole Wien in der Zwischenkriegszeit: Rund 300 Portraits fast vergessener Stars in Online-Lexikon

Zwanzig Jahre liegen zwischen 1918 und 1938: Für Wien, das plötzlich nicht mehr Hauptstadt eines Kaiserreichs war, aber im Zentrum Europas ein Anziehungspunkt für Intellektuelle blieb, war diese Zeit trotz einschneidender politisch-sozialer Krisen kulturell und künstlerisch spektakulär und fruchtbar. In Kunst, Tanz, Literatur, Journalismus und Theater war man mit Berlin in einem beflügelnden Konkurrenzverhältnis und prägte so die zeitgenössische Moderne und Avantgarde entscheidend mit. Ein Team rund um Primus-Heinz Kucher möchte das Wirken der Protagonistinnen und Protagonisten dieser Zeit – gefördert vom österreichischen Wissenschaftsfonds FWF – erhalten. Aktuelle Ergebnisse sind die nunmehr dritte große Publikation sowie ein umfassendes Online-Lexikon.

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