17.10.: — FOR FOREST — Doris Knecht: „Wald“, Lesung

Doris Knecht: Wald
Lesung

Beginn: 19:30 Uhr

 

Eine Frau allein in einem abgelegenen Haus in den Voralpen: Marian haust primitiv, in unfreiwilliger Autarkie, denn sie hat alles verloren. Früher, in der Stadt, hatte Marian Mode entworfen und lebte gut, dann trieben die Krise und eigene Fehler sie in den Bankrott, zum völligen Rückzug. Aber auch der Versuch, im geerbten Haus wieder zu sich zu finden, wird für Marian zum Überlebenskampf. Mühsam lernt sie, sich zu versorgen, sie fischt, wildert, stiehlt Gemüse und Hühner.

 

„[Doris Knechts] Protagonistin versucht nach dem gesellschaftlichen Abstieg bloß eines: zu überleben. Weil das nicht so einfach ist mit nur ein paar Ribiselbüschen im Garten, wird die Situation schnell prekär. Da sie in der Nähe eines Waldes lebt, der u.a. für das Verirren und Abkommen vom rechten Weg steht, geht sie fischen und wildern.“ (Wiener Zeitung)

 

Doris Knecht, geboren in Vorarlberg, ist Kolumnistin (Der Standard, Falter) und Schriftstellerin. Ihr erster Roman, Gruber geht (2011), war für den Deutschen Buchpreis nominiert und wurde fürs Kino verfilmt. Zuletzt erschienen die vielgelobten Romane Alles über Beziehungen (2017) und weg (2019). Doris Knecht lebt in Wien und im Waldviertel.

15.10.: — FOR FOREST — Märchen und Wald, Kinderliteratur

Märchen und Wald

Beginn: 16:00 Uhr

 

Kinderliteraturveranstaltung mit Sabine Kristof-Kranzelbinder und Miha Kristof-Kranzelbinder

Szenische Mitmachlesung

03.10.: — FOR FOREST — „Im Unterholz“. Literatur trifft Kunst

FOR FOREST – Literaturprogramm

„Im Unterholz“. Literatur trifft Kunst
Barbara Juch und Maximilian Achatz lesen Texte zum Thema Wald.

Ort: MMKK, Museum Moderner Kunst Kärnten

Zuerst Kurzführung durch die aktuelle Ausstellung „Touch Wood“um 18.30 Uhr,
danach Lesung um 19.15 Uhr

 

Unterholz, Definition – Forstwirtschaft: Das unter Kronen großer Bäume niedrig wachsende Gehölz

„Heute wird jedoch immer öfter bewusst Verjüngung als Unterholz angepflanzt, da so die Sprösslinge im Schutz der alten Bäume heranwachsen können und kein Kahlschlag entsteht, wenn die alten Bäume geerntet werden. Auch aus ökologischen Gründen wird solch ein vielschichtiger Wald aus Unterholz und Oberholz gerne gesehen.“ (Wikipedia)

 

Unterholz kann Versteck sein, Schutz und Zuflucht bieten, ist undurchdringlich und nicht einsehbar. Wild wachsend sucht die Natur sich eigenen Raum und offenbart bei genauerem Hinsehen Mikrokosmen und unkultivierte Schönheit.

 

 

 

12.09.: — FOR FOREST — „Mitten im Wald“. Partisanenliteratur

FOR FOREST – Literaturprogramm

„Mitten im Wald“

Partisanenliteratur/Wald

Ausstellungseröffnung: Tanja Prušnik: „Utopia_gnp2“

20.00 Uhr

 

Einführung: Andrej Leben

Lesung: Lara Vouk

Der Themenabend befasst sich mit dem Topos „Wald“ in der Literatur zum Widerstand der Partisanen und zum Zweiten Weltkrieg in Kärnten.

 

Das Robert-Musil-Institut / Kärntner Literaturarchiv ist als Einrichtung der Alpen-Adria-Universität an der Schnittstelle von Forschung und Öffentlichkeit tätig und hat nicht nur Literatur im Fokus, sondern sucht auch die Anknüpfungspunkte zu den benachbarten Künsten.

Im Rahmen des internationalen Kunstprojekts FOR FOREST – Die ungebrochene Anziehungskraft der Literatur findet im Musilhaus Klagenfurt neben literarischem Begleitprogramm eine Ausstellung aus dem Zyklus Utopia_gnp2 von Tanja Prušnik im 1. Stock des Musilhauses statt.

 

 

Ausstellung: Tanja Prušnik: Utopia_gnp

13. September bis 29. November 2019

Eröffnung: 12. September 2019

 

Die Künstlerin zeigt Arbeiten aus einem Zyklus, der auf ihre Auseinandersetzung mit dem Buch ihres Großvaters vom Partisanenkampf der Kärntner Slowenen zurückgeht:

Karel Prušnik-Gašper: Gämsen auf der Lawine

Die Verschiebung der Dimensionen sind in dieser Serie in den Vordergrund getreten. Mit ihren Stelen hat Tanja Prušnik eine abstrakte Darstellung von Waldansichten in blockförmige Skulpturen geführt. Ein Einzoomen in Baumgestalten bringt dem Betrachter die Natur in all ihren Facetten als beschützendes, ernährendes, versteckendes Element so nahe, dass man sich in den Grünschattierungen in einem „Wald im Raum“ wähnt.
Die Ausstellung ermöglicht dem Betrachter ein „Erleben“ des Buches von Karel Prušnik-Gašper, auf visueller Ebene ebenso wie sie eine Gefühlsverbindung zu jener Zeit, die im Buch beschrieben ist, ermöglicht.

 

Tanja Prušnik

Tanja Prušnik, geboren 1971, stammt aus Wolfsberg/Kärnten. Sie studierte Architektur (künstl. Schwerpunkt bei Roland Goeschl und Ingeborg G. Pluhar, Fratišek Lesák, Josef Dabernig) und ist seit 1999 als freischaffende Architektin und Künstlerin in Wien tätig. Ihr Werk umfasst neben Gemälden und Objekten auch Buchgestaltungen und Bühnenbilder.

Seit Juni 2019 ist Tanja Prušnik Präsidentin des Künstlerhauses Wien.

28.06.: „schreib alles was wahr ist auf“. Der Briefwechsel Ingeborg Bachmann – Hans Magnus Enzensberger

 

 „schreib alles was wahr ist auf“

Der Briefwechsel Ingeborg Bachmann – Hans Magnus Enzensberger

Buchpräsentation und Lesung

19.30 Uhr                 

 

Hubert Lengauer (Herausgeber) im Gespräch mit Doris Moser

Lesung aus dem Briefwechsel: Katrin Ackerl Konstantin und Erik Jan Rippmann

 

 

Der bisher unpublizierte und unbekannte Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Hans Magnus Enzensberger macht nacherlebbar, wie zwei der überragenden Autoren nach dem Zweiten Weltkrieg nicht nur die Welt, die Literatur, den Betrieb, sondern auch sich

selbst darstellen und gesehen werden wollen.

 

Die beiden emblematischen Figuren, die Ikonen der deutschen Nachkriegsliteratur tauschen sich aus über Literatur im Allgemeinen wie über deren Details, über eigene Vorhaben (kritischer wie großer Moment: die Debatten um das legendäre Böhmen liegt am Meer, dem von Bachmann

publizierten Gedicht in Enzensbergers Kursbuch), reflektieren über das Zeitgeschehen, polemisieren gegen alles und halten sich mit ihrem Urteil auch über die lieben Kollegen nicht zurück. Dabei prallen die unterschiedlichen (Schreib-) Charaktere aufeinander: Auseinandersetzungen,

die der eine pragmatisch-ironisch ausficht, die andere prinzipiell.

 

Eine Veranstaltung des Robert-Musil-Instituts der Universität Klagenfurt und der Kulturabteilung der Landeshauptstadt Klagenfurt

 

18.06.: Cornelius Hell: Ohne Lesen wäre das Leben ein Irrtum, Buchpräsentation und Lesung

 

Cornelius Hell

„Ohne Lesen wäre das Leben ein Irrtum“

Buchpräsentation und Lesung

19.30 Uhr                  

                                  

Streifzüge durch die Literatur von Meister Eckhart bis Elfriede Gerstl

Lesen, das bedeutet Ab- und Eintauchen in fremde Welten, sich auseinandersetzen mit der Vergangenheit oder der unmittelbaren Gegenwart. Lesen erweitert den eigenen Horizont in vielerlei Hinsicht: Nicht nur fremde Menschen, Kulturen und (lang) vergangene Ereignisse können durch eine Lektüre in unser Wohnzimmer treten – in einem guten Buch findet man auch sich selbst wieder. Lesen heißt sich verzaubern lassen von Worten, Sätzen, Bildern.

Von Meister Eckhart bis Elfriede Gerstl sind in diesem Band dreißig Lesebiografien versammelt, die die Lust an der Vielfältigkeit der Literatur entfachen und neu aufleben lassen. Mühelos und munter führt uns Cornelius Hell durch seine persönliche Literaturgeschichte. Aus den Beiträgen für die Ö1-Sendereihe „Gedanken für den Tag“ sind über mehrere Jahre hinweg zahlreiche kurze Essays entstanden, die Einblicke in das Leben und Schaffen der AutorInnen gewähren. Eines haben sie jedoch alle gemeinsam: Jeder einzelne von ihnen ist eine Liebeserklärung an das Lesen.

„Lesen. Alles, was ich in die Hand bekomme von einem Schriftsteller, einer Schriftstellerin. Kreuz und quer durch das Werk lesen und einiges ganz genau. So lange, bis mir dieses Werk unausweichlich wird, bis ich es nicht mehr weghalten kann von meiner eigenen Wahrnehmung, meinem Empfinden und Denken. Bis ich mich nicht mehr heraushalten kann aus diesen Texten. Mich festlesen an Sätzen, denen ich nicht entkomme. Sätze sind die Basis von Literatur, nicht Handlungen, Beschreibungen oder Gedanken.
Wenn diese Sätze in mir gearbeitet haben, dann erst Biografien lesen und Interpretationen, Instrumente aus meiner seit dem Studium aufgebauten Germanistik-Werkstatt hervorholen und analysieren. Versuchen, den Texten gerecht zu werden und ihrem Autor, ihrer Autorin. Und wenn das alles in mir hochkocht, wenn der Stichwortzettel immer länger wird und die Texte voller Markierungen und Anmerkungen sind, wenn ich vollgesogen bin von diesen Texten und sich meine Gedanken fast nur noch um sie drehen – dann davon erzählen.
Nicht ausführlich Wissen ausbreiten, nicht groß erklären, dafür ist keine Zeit, sondern knapp erzählen. Meist kann ich es am besten, wenn ich erzähle, wie diese Texte mich bewohnen.“

 

Cornelius Hell, geboren 1956 in Salzburg, studierte Germanistik und Theologie, lebt seit 1993 als Autor, Übersetzer und Literaturkritiker in Wien. Diverse Lehraufträge an den Universitäten Salzburg, Wien und Klagenfurt. Literaturkritiken und Essays u. a. in Die Presse, Der Standard, Literatur und Kritik und im Ö1-Büchermagazin Ex libris; Jurymitglied der ORF-Bestenliste. Autor mehrerer Bücher und vieler Sendungen für den ORF und BR. Zahlreiche Übersetzungen aus dem Litauischen (Prosa, Lyrik und Drama), Österreichischer Staatspreis für literarische Übersetzung 2018.

 

14.06.: „Verfolgt, gejagt und gerettet“. Die Zeitzeugin Anna Hackl berichtet von der Mühlviertler Hasenjagd

„Verfolgt, gejagt und gerettet“    

Die Zeitzeugin Anna Hackl, geb. Langthaler, berichtet von der „Mühlviertler Hasenjagd“       

19.30 Uhr                  

 

Die auf einem Bauernhof in Schwertberg (OÖ) lebende Familie Langthaler versteckte im Februar 1945 für drei Monate auf ihrem Hof in Winden zwei russische Kriegsgefangene, Michail Rybtschinskij († 2008) und Nikolai Zimkolo († 2001), die aus dem KZ Mauthausen entflohen waren.

Die Männer wurden auch dann nicht verraten, als SS und Volkssturm den Bauernhof durchsuchten. Mehr als 500 Häftlinge waren damals aus dem KZ ausgebrochen, nur elf haben diese Flucht bei eisigen Temperaturen und ständiger Verfolgung durch die SS überlebt. Ein Großteil der

Flüchtigen wurde aufgegriffen und an Ort und Stelle erschossen.

Die Ereignisse gingen als „Mühlviertler Hasenjagd“ in die Geschichte ein. Anna Hackl, geb. Langthaler, war damals 14 Jahre alt. Seit vielen Jahrzehnten besucht sie jährlich rund 30 Schulen, um dort den jungen Menschen über die Schrecken und Schwierigkeiten der damaligen Zeit zu

erzählen.

Andreas Gruber hat in seinem Film Hasenjagd – Vor lauter Feigheit gibt es kein Erbarmen unter anderem Teile der Geschichte und Heldentat der Familie Langthaler verarbeitet.

 

Moderation und Gespräch mit Anna Hackl:

Willi Seidl und Petra Erian, Mauthausen Komitee Kärnten/Koroška

 

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Mauthausen Komitee Kärnten/Koroška statt.

Anna Hackl ist am 15. 06. bei der Gedenkfeier am Loiblpass als Gedenkrednerin eingeladen.

 

 

 

06.06.: „Kein Ton gibt das was er erweckt“. Lyrik aus Österreich und Slowenien

„Kein Ton gibt das was er erweckt“

Lyrik aus Österreich und Slowenien

19.30 Uhr              

 

An diesem Abend lesen drei Lyriker aus Österreich und Slowenien, Nikolaj Efendi, Stefan Feinig und Jure Jakob, aus ihren Werken in Original und Übersetzung und sprechen über ihre derzeitigen Projekte, die sich an der Grenze zu anderen Kunstformen und gesellschaftlichen Feldern befassen.

 

Nikolaj Efendi (A), geb. 1986 in Klagenfurt/Celovec, ist freischaffender Künstler und arbeitet als Musiker, Produzent und Theaterkomponist in Wien, schreibt Songtexte auf Englisch, Slowenisch und Deutsch. Er veröffentlichte bereits mehrere Alben, zuletzt Temper.

Stefan Feinig (A), geb. 1987 in Klagenfurt/Celovec, Studium der Publizistik und der Philosophie. Freier Mitarbeiter beim Radio, Film- und Produktionsassistent, Journalist, Übersetzer, wissensch. Lektor und Autor. Er gilt als zweisprachiger Prosaautor, zuletzt veröffentlichte er jedoch das experimentell-erzählendes Lyrikprojekt rob krožnika in obzorje / Horizont und Tellerrand (2018).

Jure Jakob (SLO), geb. 1977 in Celje, Studium der Komparatistik in Ljubljana, wo er als freier Autor lebt. Er gilt als eine der wichtigsten Stimmen zeitgenössischer slowenischer Lyrik. Veröffentlichte mehrere Gedichtbände. Für seinen letzten Band lakota erhielt er 2019 den Preis der Prešeren-Stiftung.

 

Moderation: Dominik Srienc

17.05.: liTONale – Festival für Sound & Poetry, 16-22 Uhr

 

liTONale

Festival für Sound & Poetry

16.00 – 22.00 Uhr

 

Das Festival liTONale dient dem Zusammenspiel akustischer, visueller, atmosphärischer und ge­meinschaftlich-gesellschaftlicher Elemente.
Es soll Soundscapes und Klangräume eröffnen, in denen sich Performer und Publikum, Musik und Literatur miteinander verbinden. Literatur war seit jeher kein geschriebener oder gedruckter Text, sondern klangliche Performance und darin mit Musik innig verbunden. Und: Performer und Publikum waren im gemeinsamen Erlebnis vereint, Kunst eine gemeinschaftliche Unternehmung. Mit der Erfindung von Schrift, Notation und Druck, mit der Dominanz des Auges, haben sich Literatur und Musik, aber auch Performer und Publikum voneinander entfernt.

Wir möchten diese vier ‚natürlichen‘ Partner wieder zusammenbringen, unter heutigen Bedingungen und mit Blick auf heutige Herausforderungen an die Gesellschaft und an die Kunst.

Ablauf:
5 Stationen mit Literatur-Musik-Performances, die im Stundentakt inklusive Pause aufeinander folgen und abwechselnd an 3 Orten des Musil-Hauses stattfinden – in der Literaturlounge im EG, im Veranstaltungssaal im 1. Stock und im Innenhof.

Das Festival wird kulinarisch umrahmt durch Getränke und Bewirtung des benachbarten Cafes.

 

Akteure:

Bodo Hell & Duo Hammerling 

Das Duo Hammerling (Fritz Mosshammer: Alphorn, Fujara und Erwin Rehling: Schlagwerke, Fliesophon) performt gemeinsam mit dem Autor und Alpenhirt Bodo Hell (SprechKaskaden und Suaden) ein literarisch-musikalisches Feuerwerk ohne Brandgefahr und Luftverschmutzung, erhellend und dahinschnellend.

Barbara Zeman & Sweet Sweet Moon

Barbara Zeman liest aus ihrem monumentalen, viel gefeierten Debütroman „Immerjahn“ und wird dabei im Ping Pong-Format von der bittersüßen Band Sweet Sweet Moon (Matthias Frey, Violine, Synthesizer und Lukas Pöchhacker, Cello) sowohl musikalisch als auch inhaltlich getragen. Groß, und weit mehr als bloße Verzückung.

LaRap featuring Freakygreenfish & Mr. Jenkins

Freakygreenfish (MC, Luca Mussnig) & Mr. Jenkins (DJ, Thomas Obergantschnig) präsentieren dreckige Old School-Literatur und feinste Hip Hop-Poesie. Eine Harmonie zwischen schönen Scratches und dopen Lyrics, verpackt in eine einzigartig „coole“ Show.

Verena Dürr alias v e n e r a s i n n

v e n e r a s i n n fertigt mit ihrer Gleichschaltung von Wort und Ton, besser Elektronik, live den Soundtrack für ein düster-trauriges Sci Fi-Movie. Wir sind die Roboter, und das ist die Zukunft. Elektropoesie at it’s best.

The Very Pleasure (Oliver Welter & Fritz Ostermayer)

Der nimmermüde Fritz Ostermayer und sein gelehriger Schüler Oliver Welter als The Very Pleasure versuchen den Spagat zwischen abgehalfterter Schlagermusik und zornigen Texten österreichischer Autoren. Eine Disco für Slavoj Žižek.

09.05.: Florjan Lipuš „Schotter“ ǀ „Gramoz“, Zweisprachige Lesung

Florjan Lipuš

 „Schotter“ ǀ „Gramoz“

Buchpräsentation, Zweisprachige Lesung

19.30 Uhr

 

Der Schotter, den Florjan Lipuš hier beschwört, bedeckt die ansonsten leere Fläche zwischen den Baracken eines Frauenkonzentrationslagers. Es könnte das KZ Ravensbrück sein, wo seine Mutter ermordet wurde, nachdem sie als Partisanen verkleidete Gestapo-Männer bewirtet hatte.

Es könnte aber auch jedes andere sein, wo die aussortierten, ausgemergelten Frauen Stunde um Stunde ihres schwindenden Lebens Appell stehen. Jahre später stehen hier die „Gedächtnisgeher“, „Ausflügler“ nachfolgender Generationen auf der Suche nach etwas, von dem es kaum noch Spuren gibt, in der Hoffnung, dass sich ihnen etwas offenbart.

Die unbekannte Großmutter etwa: Sollen die Enkelkinder, die ihr die schön gewachsenen Körper verdanken, sie duzen oder siezen? Doch die Großmutter erscheint ihnen nicht, alles, was sie finden, ist Schotter. Und im Dorf, in das sie zurückkehren, begegnet man ihnen mit Misstrauen und Schweigen.

 

Der Roman wurde von Johann Strutz ins Deutsche übertragen. Der Übersetzer ist bei der Veranstaltung anwesend.

 

Florjan Lipuš, geboren 1937 in Kärnten, lebt in Sele/Sielach. Er veröffentlicht auf Slowenisch Romane, Prosa, Essays, szenische Texte. Mehrere seiner Bücher erschienen in deutscher Übersetzung. Für sein Werk erhielt er zahlreiche Auszeichnungen: Petrarca-Preis 2011, Franz-Nabl-Preis 2013 und Großer Österreichischer Staatspreis 2018.

 

Moderation: Dominik Srienc