ABGESAGT — 19.03.: Dispositiv Kärnten/Koroška, Buchpräsentation

Dispositiv Kärnten/Koroška

Buchpräsentation

Mit Ute Holfelder, Ute Liepold, Bernd Liepold-Mosser, Roland W. Peball und Klaus Schönberger

19.30 Uhr

 

Aus verschiedenen Perspektiven untersucht Dispositiv Kärnten/Koroška den Umgang mit der Erinnerung an die Kärntner Volksabstimmung vom 10. Oktober 1920.
Im Zentrum steht die Frage, warum das jährliche Gedenken an diesem Tag ein Jahrhundert lang vom deutsch-nationalen Pathos des sogenannten Abwehrkampfes bestimmt wurde und warum der Konflikt um den Stellenwert der slowenischen Sprache in Österreichs südlichstem Bundesland so lange schwelen konnte.

Denn: Lässt sich dieses Plebiszit wirklich nur als Fortsetzung der militärischen Auseinandersetzungen zwischen Kärnten und dem (jugoslawischen) SHS-Staat denken? Müsste der 10. Oktober nicht viel eher als Tag der direkten Demokratie gefeiert werden? Stünde Kärnten die Identifikation mit der Rolle des Vorreiters für friedliche Konfliktlösungen in Europa nicht viel besser zu Gesicht als das Beharren auf soldatischem Heldentum?

Dispositiv Kärnten/Koroška ist Teil des am Institut für Kulturanalyse der AAU angesiedelten mehrjährigen kunstbasierten und prozessorientierten FWF-Forschungsprojekts Performing Reality, das hundert Jahre nach den historischen Ereignissen das Selbstverständnis des Landes und seiner Menschen besser verstehen, aber auch den Blick öffnen möchte für mögliche neue Imaginationen in einem europäischen und darüber hinaus reichenden Kontext.

Das Buch knüpft an die Ausstellung Das andere Land im Museum Moderner Kunst Kärnten (MMKK) an, die 2018 Werke der bildenden Kunst und der Literatur aus und über Kärnten miteinander kommunizieren ließ. Aus jenem Dialog inszenierte das Theater Wolkenflug ein in der Ausstellung aufgeführtes Stück, das nun in Dispositiv Kärnten/Koroška auch nachzulesen ist.

ABGESAGT — 17.03.: Gerhard Melzer: „Von Äpfeln, Glasuaugen und Rosenduft“, Buchpräsentation und Lesung

Die für die nächste Zeit angekündigten Veranstaltungen des Robert-Musil-Instituts / Kärntner Literaturarchivs werden aufgrund der derzeit geltenden Regelungen für Veranstaltungen abgesagt.
Wir werden natürlich versuchen, sie zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen.


Dienstag, 17. 03. 2020

Gerhard Melzer

„Von Äpfeln, Glasaugen und Rosenduft. Literaturgeschichten“

Buchpräsentation, Lesung, Gespräch, 19.30 Uhr

 

Josef Winkler liest begleitend dazu aus seinen Werken

Gerhard Melzer im Gespräch mit Josef Winkler

Moderation: Edith Bernhofer

 

In 25 Miniaturen eröffnet Gerhard Melzer einen anderen, ungewohnten Blick auf Schlüsselfiguren der österreichischen Literatur (u.a. Peter Handke, Marlen Haushofer, Peter Henisch, Elke Laznia, Florjan Lipuš, Christoph Ransmayr, Ferdinand Schmalz, Marlene Streeruwitz, Peter Turrini,). Frei nach Peter Handke verstehen sich seine Beiträge als erhellende Nacherzählungen, die das Besondere des jeweiligen Werks aufschließen und akzentuieren – dabei richtet er sein Augenmerk auf vermeintlich Nebensächliches, auf Dinge, Zusammenhänge und Situationen, die im Schlagschatten der großen Ereignisse bleiben.

 

„Auf dieser Entdeckungsreise sind manche Interpreten Reisebegleiter. Dazu zähle ich Gerhard Melzer, der in dem vielfältigen Panorama seiner ‚Literaturgeschichten‘ die Sprache in der Sprache zu entdecken hilft.“ (Franz Schuh)

ABGESAGT — 13.03.: Bilder einer Landschaft – die Lesung. Podobe pokrajine – branje.

Die für die nächste Zeit angekündigten Veranstaltungen des Robert-Musil-Instituts / Kärntner Literaturarchivs werden aufgrund der derzeit geltenden Regelungen für Veranstaltungen abgesagt.
Wir werden natürlich versuchen, sie zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen.

 


Bilder einer Landschaft – die Lesung.

Podobe pokrajine – branje.

 

Lesungen mit Anja Golob (SI), Měrana Cušcyna / Mirana Zuschke (DE) und Cvetka Lipuš (AT)

Moderation: Dominik Srienc

19.30 Uhr

 

Ausstellungen bildender Kunst, Leseveranstaltungen und Konzerte zeigen in einer gemeinsamen Präsentation zeitgenössischer KünstlerInnen aus Deutschland, Slowenien und Österreich deren Positionen zu den miteinander verknüpften Themen „Bilder einer Landschaft“ und „Übergang“.

 

WOBRAZY KRAJINY. PODOBE POKRAJINE. BILDER EINER LANDSCHAFT. WOBRAZE KRAJINY.

PŘECHOD. PREHOD. ÜBERGANG. PŚECHOD 03

3-Länder-Kunstprojekt 2019-2020

 

Das Projekt findet in Anknüpfung an PŘECHOD 01 – Sorbische Kulturtage in Kärnten (2014) und PŘECHOD 02 – Karl Vouk. Satkula – (s)twor(jen)a krajina. / Die Wa(h)re Landschaft (2015) statt.

Beinhaltet sind die Bereiche visuelle Kunst (Wander-Kunstausstellung), Literatur (literarische Lesung) und Musik (Konzert).

„Landschaften werden zu Energieträgern, deren Abbilder zu Ideenträgern“, so der Kärntner slowenische Künstler Karl Vouk in seinem Geleit zum gemeinsamen Kulturprojekt.

 

 

Von 23.01. bis 12. 04.2020 findet im MMKK – Museum Moderner Kunst Kärnten die Ausstellung „Wobrazy krajiny. Podobe pokrajine. Bilder einer Landschaft. Wobraze krajiny“ statt.

 

 

ABGESAGT — 11.03.: Mladen Savić: „Narrenschiff auf großer Fahrt“ und andere Texte, Antrittslesung als „author@musil“ 2020

Mladen Savić

author@musil 2020

„Narrenschiff auf großer Fahrt“ und andere Texte

Lesung, 19.30 Uhr

 

Mladen Savić, ein Meister des Ungemütlichen als Essayist und Sozialkritiker, ist 2020 der erste „author@musil“. Im Rahmen seines Aufenthaltes am Musil-Institut in wird er eine Veranstaltungsreihe kuratieren, als „Gast-Mitarbeiter“ Workshops betreuen und an der Alpen-Adria-Universität die Klagenfurter Vorlesung zur Poetik halten.

https://www.aau.at/musil/aktuelles/authormusil-2020-mladen-savic/

Mit einer Lesung seiner lyrisch-politischen Texte, etwa aus dem soeben erschienenen Essay-Band Narrenschiff auf großer Fahrt, stellt der Autor sich dem heimischen Publikum vor.

Die Lesung findet im Anschluss an die Ringvorlesung „100 Jahre Mythos Kärnten – 100 let koroškega mita“ im HS 4 an der Universität Klagenfurt statt.

 

 

Mladen Savić, geb. 1979 in Zagreb, Jugoslawien, hat Philosophie in Lennoxville, Québec, studiert, lebt und arbeitet aber als Lektor, Übersetzer und Autor in Wien. 2016 erschienen sein Debüt Mücken und Elefanten. Essays, Reflexionen, Polemiken sowie die Kurzgeschichtensammlung Alltagserlebnisse. 2017 ist mit Feuer am Dach ein weiterer Band mit Essays, Reflexionen und Polemiken in Druck gegangen. Nun erfreut er seine Leserschaft mit einem Werk sehr aktuell anmutenden Namens, dem Narrenschiff auf großer Fahrt (Drava, 2020).


In Kooperation mit FOR FOREST

 

05.03.: Andrea Grill: „Cherubino“, Lesung

Andrea Grill

„Cherubino“

Lesung, 19.30 Uhr

 

Musik: Marie Orsini-Rosenberg
Moderation: Christina Glinik

 

Eine starke Frau, zwei Männer, eine Schwangerschaft und die große Oper – in ihrem neuen Roman erzählt Andrea Grill eindringlich von einer Sängerin zwischen Kind und Kunst.

 

Die 39-jährige Sängerin Iris Schiffer ist zielstrebig, selbstbewusst und auf gutem Karriereweg. Demnächst gibt sie als Cherubino in Mozarts Oper „Hochzeit des Figaro“ ihr Debüt an der Met, und unverhofft wird ihr eine Hauptrolle bei den Salzburger Festspielen angeboten. Aber die schönste Nachricht ist ihre Schwangerschaft, von der Iris zunächst weder den beiden in Frage kommenden Vätern noch ihrer Agentin etwas verrät, zumal die Premiere in Salzburg und der Tag der Geburt nah beieinander liegen. Andrea Grill erzählt von einer souverän handelnden Frau, die erst allmählich bereit ist, ihre Schwangerschaft anzunehmen. Von den Männern nimmt sie, was sie braucht. Denn das, was zählt, sind sie und ihr Kind.

 

Andrea Grill, 1975 in Bad Ischl geboren, studierte u. a. in Salzburg und Thessaloniki und promovierte an der Universität Amsterdam in Biologie. Sie wurde u. a. mit dem Förderpreis zum Bremer Literaturpreis (2011) und dem Förderpreis für Literatur der Stadt Wien (2013) ausgezeichnet. Cherubino wurde für die Longlist zum deutschen Buchpreis 2019 ausgewählt.

 

 

20.02.: „Auch Krawattenträger sind Naturereignisse“, Engelbert OBERNOSTERER und VADA

Engelbert Obernosterer

„Auch Krawattenträger sind Naturereignisse“

 19.30 Uhr

Szenische Lesung von VADA – Verein zur Anregung des dramatischen Appetits und mit dem Autor

 

 

Wie schon in früheren seiner neunzehn Prosa-Bände geht der Autor in seinem neuen Miniaturen-Band den als bekannt geltenden Vorgängen des Landlebens nach im Bestreben, die allzu feststehenden Zustände geistig wieder locker zu stellen und für eine andere Sichtweise frei zu machen, eine meist desillusionierende, kühl registrierende, aus unmittelbarer Nähe aufgenommene.

Den Stoff bezieht der Autor sowohl aus der direkten Umgebung wie auch aus der erinnerlichen Kindheit im Gebirge und den dortigen Naturereignissen, zu denen auch die Naturen einzelner Bewohner gehören. Die Achse, um die sich die Studien drehen, ist „ein schrottreifer Altpädagoge“, der sich als bedingt im Sinne von determiniert erlebt und dessen Mechanik des Verhaltens aus nächster Nähe beobachtet und durchleuchtet wird.

 

Engelbert Obernosterer, geboren 1936 in St. Lorenzen im Lesachtal. Besuch des Internatsgymnasiums Tanzenberg. Nach dem Studium der Germanistik und Geschichte in Wien arbeitete er ab 1965 als Volks- und Hauptschullehrer, ab 1975 AHS-Kunsterzieher in Hermagor im Gailtal.

Zahlreiche Veröffentlichungen, in denen er über das schreibt, was ihn beschäftigt: „Da geht es mir darum, dass ich nicht nur die Sonntagswelt schildere, sondern speziell die ausgeblendete, die Werktagswelt, die man nicht so gern herzeigt.“

Zuletzt wurde er 2016 für sein Werk mit dem Humbert-Fink-Literaturpreis ausgezeichnet.

23.01.: Ingram Hartinger. Zum 70. Geburtstag

Ingram Hartinger

Zum 70. Geburtstag

19.30 Uhr

 

Ein Abend für und mit Ingram Hartinger zum 70. Geburtstag.

Eine gemeinsame Veranstaltung mit der GAV (Grazer Autorinnen und Autoren Versammlung) Kärnten

 

Texte und Gratulanten: Lydia Mischkulnig; Erik Adam: „Aus der Vogelperspektive“. Zu Ingram Hartinger und „Storch und Amsel“; Axel Karner: „Ach Schrebergärtner, sei getrost“. Ingram Hartinger zum Geburstag; Josef K. Uhl,

Musik: Georg Maurer, Rainer Spieler

 

Ingram Hartinger

Geboren 1949 in Saalfelden, studierte Romanistik, Psychologie und Medizin. Nach längeren Aufenthalten in Italien, Frankreich und Südamerika lebt der Schriftsteller seit 1979 in Klagenfurt am Wörthersee, wo er bis 2009 im Krankenhaus als Kinderpsychotherapeut tätig war. Literarische Tätigkeit und Veröffentlichungen von Lyrik und Prosa seit 1973. Zahlreiche Buchpublikationen in österreichischen Verlagen; Radiofeatures für den ORF.

Zuletzt erschienen (u.a.): Kigo (2012), Das verschmutzte Denken (2014), Dinge aus Angst (2015), Mangoldgerippe (2018), Storch und Amsel (2019).

 

Ingram Hartinger

„Die Welt schlüpft zuweilen in ihr pflanzliches Kleid zurück.“

 

Kunst ist Hartinger zu wenig. Aber sie ist auch gemeint: sein Schreiben ist Bekenntnis und Experiment, Zerstörung und Assoziation. Der Anspruch, der Raum dieser Textwelt ist enorm.

 

Mit Verve und Vehemenz, mit Subtilität und poetischer Leuchtkraft schreibt der Salzburger Romanist und Psychologe Ingram Hartinger nun seit mehr als vier Jahrzehnten unermüdlich an einem umfassenden Œuvre, kompromisslos und unberührt, eine Ecriture abseits aller Opportunität, sprachgewaltig und energievoll. (Martin Kubaczek)

 

Ingram Hartinger: Storch und Amsel (2019, Wieser Verlag)

Für den Schreiber, Denker und Dichter Giacomo Leopardi sind Vögel »die fröhlichsten Geschöpfe auf der Welt« – von den volatilen Wesen bezaubert ist auch unser Autor. So rät er einer möglichen Leserin dieser Schrift, im Freien oder zumindest bei geöffnetem Fenster zu lesen. Möge es ihr gelingen, sich durch bloßes Gezwitscher in den einen oder anderen Vogel zu versetzen, ihn, der beides kann – fliegen und singen.

Die Methode ist denkbar einfach: Hie die jeweils taxonomisch vorgeführte Spezies und da der Autor. Ob flugtauglich oder nicht, einerlei, sie treten auf, schlüpfen in eine Rolle und sprechen. In Form von Prosavignetten gelangen wir ins Innere einer Zwiesprache. Der Autor, der als Mensch einer viel zu aufgeblasenen Spezies angehört, tritt in diesem Buch verblüffend zurück. Es gibt viele Gründe, warum Vögel zu uns sprechen – sie tun das im Übrigen manchmal so lange, bis uns das Grinsen vergeht. Wenn wir nicht in uns gehen und bei den Vögeln sind, werden wir nie erfahren, welche Botschaft sie singen.

Indes, der Vogel bleibt, so wie der Mensch, ein Mirakel. Gegenstand der Neugierde bleibt der Vogelflug für uns allemal. Nur selten fliegen sie im Kreis. Wir, die wir laufend im Kreis gehen, wissen nicht, was kommt und ob wir uns nicht doch auf die Auflösung der Zeit zubewegen. Am Vogelgezwitscher erkennen wir die vielen unterschiedlichen Bedeutungen unserer gegenwärtigen Fragen.

Mönchsgrasmücke im Großzeitengang:
Die schwarze Federkappe dieses Solitärs wie das Barett eines Intellektuellen. Die leise schwätzende Strophe, der ein schmatzender Erregungslaut folgen kann oder ein leierndes Zwitschern mit unverkennbarem Überschlag. Staubblätter von Mandelbäumen als Menü. Nest wie ein halb offener Napf. Und Bestandszunahmen erstaunlicherweise. Im Gehölz dann Sonnenträume, dem Wettergrollen trotzend. Ein Weltinnesein. Stillebefangener Zustand, wenn Gegenwart bricht. Nonne und Mönch haben beim Anblick dieses Feschen und Artigen Lichtahnungen. Himmlische Spende. Und das Menschliche die ratlose Eigenschaft des Rätsels. Als ob es natürlich sei, den Herzschlag zu hören und zu atmen.

 

 

14.01.: Drago Jančar „Wenn die Liebe ruht“, Lesung in slowenischer und deutscher Sprache

Drago Jančar

„Wenn die Liebe ruht“

19.30 Uhr

Zweisprachige Lesung in slowenischer und deutscher Sprache mit dem Autor und der Übersetzerin Daniela Kocmut

 

Slowenien, Zweiter Weltkrieg: Die junge Medizinstudentin Sonja erkennt in dem SS-Offizier, den sie auf der Straße in Maribor trifft, Ludek wieder, der sie als Kind einmal beim Skifahren aus dem Schnee gezogen hat. Ludek heißt jetzt Ludwig und ist ein überzeugter Nazi. Sonja bittet ihn um Hilfe für ihren inhaftierten Freund Valentin. Für Ludwigs Hilfe zahlt Sonja einen hohen Preis. Doch Valentin, der bei den Partisanen kämpft und später im Kommunismus Karriere macht, dankt Sonja ihren Einsatz nicht.

Stilistisch brillant lotet Jančar in seinem preisgekrönten Roman aus, wie weit wir bereit sind zu gehen, wie der Krieg Beziehungen neu formt und die Liebe, auch wenn das Leben weitergeht, in die Knie zwingt.

 

Drago Jančar, geboren 1948 in Maribor, lebt in Ljubljana und gilt als der bedeutendste zeitgenössische Autor seines Landes; seine Romane, Essays und Stücke wurden in viele Sprachen übersetzt. 1974 wurde er wegen „feindlicher Propaganda“ inhaftiert. Zahlreiche Preise und Auszeichnungen (u.a.): Prešeren-Preis (1993), Europäischer Preis für Kurzprosa (1994), Jean-Améry-Preis für Essayistik (2007) und Prix Européen de Littérature (2012).

 

Mit freundlicher Unterstützung von SKICA – Slowenisches Kulturinformationszentrum

 

 

09.01.: „Schreiben sehen.“ Buchpräsentation

„Schreiben sehen“. Wie entsteht ein literarischer Text

Buchpräsentation, 19.30 Uhr               

 

Textgenese in der digitalen Edition. Herausgegeben von Anke Bosse und Walter Fanta in der Reihe Beihefte zu Editio, Band 45
Verlag De Gruyter 2019

Im Anfang war das Wort, der Archetyp, das richtige Zeichen, der wahre Text. Am Ende steht das digitale Zeichen, das Bild.

Ein literarischer Text ist nicht einfach ‚da‘, sondern entstanden. Wie lässt sich seine Genese darstellen, seine dritte, zeitliche Dimension? Das zweidimensionale Buch stößt hier an seine Grenzen. Erst mit der Digitalisierung und neuen bild- und textgebenden Verfahren lässt sich nun die zeitliche Dimension von Texten sicht- und erfahrbarer machen, lassen sich die Benutzer*innen einbeziehen. Wie sich neue digitale und hybride Editionen damit auseinandersetzen, zeigt der Band Textgenese in der digitalen Edition. Hg. von Anke Bosse und Walter Fanta.

Passend zu seinem Thema wird der Band von einer digitalen Komponente begleitet. Sie wird an diesem Abend gelauncht.

 

Launch des Online-Panoptikums in einer Präsentation von Leon Bernhofer

Artur R. Boelderl im Gespräch mit Anna Schober-de Graaf, Anke Bosse und Walter Fanta zur Frage, wie Texte entstehen und wie der Entstehungsprozess am besten gezeigt werden kann

 

 

 

 

12.12.: Martin Pollack: „Die Frau ohne Grab. Bericht über meine Tante“, Lesung

Martin Pollack

„Die Frau ohne Grab. Bericht über meine Tante“

Lesung

19.30 Uhr                   

 

In seinem neuen Buch erforscht Martin Pollack die Hintergründe rund um den Tod seiner Großtante Pauline im Sommer 1945. Es ist nach „Der Tote im Bunker“ Pollacks zweites Werk, das sich mit seiner eigenen Familiengeschichte rund um die NS-Zeit auseinandersetzt.

Sommer 1945: Die siebzigjährige Pauline Drolc, geborene Bast, wird von jugoslawischen Partisanen in ihrem Heimatort Tüffer, slowenisch Lasko, verhaftet und in das provisorische Internierungslager Schloss Hrastovec gebracht. Wenige Wochen später ist sie tot. Ihr Grab wird nie gefunden. Pauline ist die Großtante von Martin Pollack, dessen Buch über den eigenen Vater, SS-Sturmbannführer Gerhard Bast, zu den Meilensteinen der Erinnerungsliteratur zählt. Und sie ist die Einzige in der stramm deutschnationalen Familie, die am Ende des Zweiten Weltkriegs zu Tode kommt.

In seinem detektivisch recherchierten Bericht erzählt Martin Pollack über das Schicksal eines Menschen, das beispielhaft ist für die historischen Verstrickungen an einem kleinen Ort zwischen den Grenzen.

 

Martin Pollack, geboren 1944 in Bad Hall / Oberösterreich, studierte Slawistik und osteuropäische Geschichte. Bis 1998 Korrespondent des Magazinz Spiegel in Wien und Warschau. Übersetzer u. a. von Ryszard Kapuściński. Preise u. a.: Leipziger Buchpreis für Europäische Verständigung (2011), Johann-Heinrich-Merck-Preis, Österreichischer Staatspreis für Kulturpublizistik (beide 2018).

 

Moderation: Edith Bernhofer