19.11.: ONLINE – Elena Messner: Die Nebelmaschine, Lesung. Im Anschluss: Tentakel. Forum für emanzipatorische Kulturpolitiken

ONLINE-Veranstaltung

Zur TEILNAHME: https://classroom.aau.at/b/zei-sm3-cla-iwd

 

Elena Messner
Nebelmaschine
Lesung

18:00: Lesung von Elena Messner aus „Nebelmaschine“

Elena Messners neuer Roman ist nicht nur die präzise Aufarbeitung eines Wirtschaftskriminalfalls, sondern auch eine unwiderstehliche Hommage an die Durchsetzungskraft von politischer Kunst und investigativem Theater.

Elena Messner, 1983 in Klagenfurt geboren, aufgewachsen in Ljubljana und Salzburg, Studium der Komparatistik und Kulturwissenschaften in Wien und Aix-en-Provence. Sie ist als Lehrende und Kulturwissenschaftlerin tätig, schreibt Prosa, Essays und Theatertexte. In der Edition Atelier erschienen die Anthologie Warum feiern. Beiträge zu 100 Jahren Frauenwahlrecht (2018) sowie ihre Romane Das lange Echo (2014) und In die Transitzone (2016).

 

18.30: Tentakel. Forum für emanzipatorische Kulturpolitiken

Statements der Teilnehmerinnen des Forums (jeweils 5 Minuten), moderiert von Elena Messner, Eva Schörkhuber und Alina Zeichen

Im Anschluss an die Lesung von Elena Messner eröffnen die Autorin sowie Eva Schörkhuber und Alina Zeichen ein kritisches Forum für emanzipatorische Kulturpolitiken.

Ausgangspunkt der Debatten, Manifeste, Stellungnahmen und Statements ist die Frage, weshalb Positionen von Frauen in der Kultur- und Theaterlandschaft immer noch marginalisiert erscheinen bzw. als solche behandelt werden, obwohl es einen unübersehbaren Reichtum an engagierten Initiativen, Festivals und Bühnen gibt, die unter weiblicher Leitung und Kuratierung stehen.

Konkreter Auslöser für die Abhaltung des Forums ist die „Causa Klagenfurter Stadttheater“, die die Tatsache, dass die bisherigen Spielpläne ausgesprochen patriarchal waren, verdeutlichte. Die Debatte, um die das Forum kreist, ist aber eine viel breitere und umfassendere: Wie steht es um die freie, zeitgenössische Szene überhaupt? Wie steht es um die Innovationskraft von Theater, Kunst, Literatur und Tanz? Welche Rolle spielt die (Un-)Sichtbarkeit von Frauen und anderer marginalisierter Gruppen dabei? Denn ja, Geschlechterungerechtigkeit, Benachteiligung von Anderssprachigen, rassistische und sexistische Strukturen im Theaterbetrieb, auch Ausbeutungsverhältnisse und psychologische Folgen für Theaterpersonal sind seit Jahren in aller Munde. Gründe dafür werden zwar analysiert, aber Änderungen und Lösungen sind nicht so leicht zu finden.

Teilnehmerinnen:

Kathrin Ackerl Konstantin, Simone Dueller, Alenka Hain, Sandra Hölbling-Inzko, Yulia Izmaylova, Ute Liepold, Gabriele Russwurm-Biró, Andrea K. Schlehwein, Elena Stoisser

 

 

In Kooperation mit dem Kulturverein/kulturno društvo Barba

KD Barba wurde als Plattform gegründet, um Kooperationen und Synergien in Kunst und Kultur nach feministischen Prinzipien und im zweisprachigen Kontext aufzubauen.

 

 

 

ABGESAGT: Die Veranstaltung findet zu einem späteren Termin statt – 12.11.: Lydia Mischkulnig: Die Richterin

Aufgrund der jüngsten Verordnung der Österreichischen Bundesregierung zum Schutz vor weiterer Ausbreitung des Coronavirus (COVID-19) können die Veranstaltungen des Musil-Instituts derzeit nicht wie geplant stattfinden.
Daher muss auch diese Buchpräsentation vorerst abgesagt werden.

Lydia Mischkulnig

Die Richterin
Lesung
 19.30 Uhr

 

Richterin über das Schicksal: Lydia Mischkulnigs sprachgewaltiges Psychogramm gibt Einsicht in die Welt einer Asylrichterin.

Gabrielle ist Asylrichterin. Auf ihr Geheiß hin dürfen Menschen im Land bleiben – oder müssen es verlassen. Täglich bestimmt sie über Schicksale. Doch worauf fußen diese Urteile? Sind es sachlich nachvollziehbare Gründe? Sind sie politisch motiviert? Wirken dabei unbewusst auch persönliche Sympathien mit? Die Entscheidung, die Gabrielle heute trifft, kann morgen unter neuen Umständen schon wieder falsch erscheinen. Die Konsequenzen aber sind nicht rückgängig zu machen. Als das Gerücht umgeht, jemand wolle sich für ein Urteil an Gabrielle rächen, gerät ihr Leben aus den Fugen. Wird sie verfolgt? Oder ist alles nur Einbildung? Was wirklich ist, verliert für sie immer mehr seine Konturen.

Lydia Mischkulnig stellt längst überholte, aber immer noch verbreitete Rollenbilder auf den Kopf
Gabrielle ist eine Frau in einer Machtposition. Während sie am Gericht einen Beruf mit gesellschaftlicher und politischer Reichweite ausübt, geht ihr frühpensionierter Mann zuhause seinem Putzzwang nach. Eigentlich hat sich das kinderlose Paar gut eingerichtet. Aber auch dort wird die vermeintliche Ordnung erschüttert. Als Gabrielle eines Tages nach der Arbeit nach Hause kommt, glaubt sie ihren Augen nicht: Trägt ihr Mann tatsächlich heimlich ihre Kleider? Welche Unsicherheiten tun sich für die Asylrichterin auch im scheinbar sicheren Rückzugsgebiet des Privaten auf?

Ein feinnerviger Roman mit unterschwelligem Sog
Jedes Ja, jedes Nein, jedes Schweigen, jedes Handeln – jede unserer Entscheidungen besitzt Tragweite. Welche Entscheidungen werden für uns getroffen? Und was bedeutet das für unser Dasein als „Frau“ oder „Mann“? Lydia Mischkulnig ist eine sprachmächtige und unbestechliche Beobachterin: Mit psychologischem Tiefgang gibt sie Einblick in einen Berufsalltag, der uns sonst verschlossen bleibt. Schonungslos spürt sie die Sprünge auf, die unseren fragilen, vermeintlich klaren Blick auf die Welt durchziehen.

Lydia Mischkulnig ist eine der spannendsten und unkonventionellsten literarischen Stimmen Österreichs. Sie schreibt Erzählungen, Romane und Hörspiele. Als Prosaminiaturen sind ihre monatlichen Kolumnen in der FURCHE zu lesen.

 

Lydia Mischkulnig, geboren 1963 in Klagenfurt, lebt und arbeitet hauptsächlich in Wien. Seit 1991 ist sie literarisch tätig, 1994 debütierte sie im Droschl Verlag mit dem Roman Halbes Leben. Zuletzt erschienen: Die Paradiesmaschine (Erzählungen, 2016), Die sieben Leben der Marie Schwarz (Anthologie, 2020).
Würdigungspreis für Literatur des Landes Kärnten 2020.

 

ABGESAGT: Die Veranstaltung findet zu einem späteren Termin statt – 05.11.: Michael Stavarič: Fremdes Licht

Aufgrund der jüngsten Verordnung der Österreichischen Bundesregierung zum Schutz vor weiterer Ausbreitung des Coronavirus (COVID-19) können die Veranstaltungen des Musil-Instituts derzeit nicht wie geplant stattfinden.
Daher muss auch diese Buchpräsentation vorerst abgesagt werden.

 

Michael Stavarič

Fremdes Licht

Lesung, 19.30 Uhr

Moderation: Paul Keckeis

 

Sie ist an einem unbekannten Ort und in einer eisigen, unwirtlichen Umgebung. Erst nach und nach kehrt die Erinnerung zurück, und Elaine begreift, was passiert ist: dass ihr Großvater einst bei den Inuit in Grönland lebte und er sie mit dem Überleben in Eis und Schnee vertraut machte. Dass sie zuletzt für einen Konzern im Schweizer Ort Winterthur tätig war und sich dort als Genforscherin mit der Rekonstruktion von Leben beschäftigte.

Dass die Erde während eines Kometeneinschlages zugrunde ging und sie die letzte Überlebende zu sein scheint. Was das alles mit ihrer Urgroßmutter aus Grönland zu tun hat, ahnt sie nicht.

Eine Weltraumsaga über den letzten lebenden Menschen, die alten Mythen der Inuit auf Grönland und die Abenteuer des Polarforschers Fridtjof Nansen. In seinem neuen Roman entwirft Michael Stavarič ein dystopisches Zukunfts­szenario, in dem die Naturgesetze durch den Menschen ausgehebelt werden und das die Grenzen der Wirklichkeit, die uns umgibt, in Frage stellt. Michael Stavarič versteht es in seiner Erzählung von einer vielleicht gar nicht fernen Zukunft und einer längst verschwundenen Vergangenheit, den Blick für die Gegenwart zu schärfen.

 

Michael Stavarič wurde 1972 in Brno (Tschechoslowakei) geboren. Er lebt als freier Schriftsteller, Übersetzer und Dozent in Wien. Studierte an der Universität Wien Bohemistik und Publizistik/Kommunikationswissenschaften. Zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen, zuletzt: Adelbert-Chamisso-Preis, Österreichischer Staatspreis für Kinder- und Jugendliteratur.

 

 

Aufgrund der derzeit begrenzten Sitzplätze bitten wir um Anmeldung zur Teilnahme an unseren Veranstaltungen. Entweder telefonisch unter 0463 – 2700 – 2914 oder per Mail unter: musil-institut [at] aau [dot] at
Bei allen Veranstaltungen herrscht Mund-Nasen-Schutz-Pflicht.
Bitte halten Sie stets einen Mindestabstand zu anderen Personen von einem Meter ein.
Da sich die Regelungen für Veranstaltungen kurzfristig ändern können, bitten wir Sie, sich regelmäßig auf unseren Online-Plattformen (Website, Blog, Facebook) über die aktuelle Situation zu informieren.

 

Schreibwerkstatt: Texte im Ohr. Stadt vor Augen – Literarische Soundspaziergänge

Texte im Ohr. Stadt vor Augen – Literarische Soundspaziergänge in Klagenfurt

Schreibwerkstatt Oktober bis Dezember 2020

 

Literarische Soundspaziergänge sind ein Format, bei dem literarische Texte aller Genres zu bestimmten urbanen Orten – Städten, Stadtbezirken, Straßenzügen, Plätzen, Gebäuden etc. – verfasst, eingesprochen und vertont werden. Mit diesen Texten im Ohr können Stadtspaziergänger_innen diese neu beschriebenen Orte begehen, auf den Spuren von zeitgenössischen Perspektiven auf Stadt und Stadtgeschichte/n.

Im Rahmen einer Schreibwerkstatt werden Texte zu Klagenfurt gemeinsam erarbeitet, aufgenommen und mit Klang- und Soundspuren arrangiert.

Die Schreibwerkstatt richtet sich an Menschen, die Interesse haben an literarischen Schreibverfahren sowie an zeitgenössischen Perspektiven auf ihre Stadt.

Erfahrungen mit literarischem Schreiben und bereits vorliegende literarische Publikationen sind KEINE Voraussetzung.

Geplant sind von Mitte Oktober bis Anfang Dezember 2020 regelmäßige Treffen, bei denen Klagenfurt gemeinsam ‚neu‘ entdeckt wird, bei denen unter Anleitung Texte entstehen und besprochen werden.

Als gemeinsames Produkt dieser Schreibwerkstatt wird ein literarischer Soundspaziergang zur Stadt Klagenfurt aufgenommen und einem interessierten Publikum im Rahmen eines öffentlichen Audiowalks zugänglich gemacht.

 

Anmeldungen unter: soundspaziergang [dot] klagenfurt [at] yahoo [dot] com

 

Schreibwerkstatt-Leitung: Eva Schörkhuber, Schriftstellerin und Literaturwissenschafterin; Mitglied des Papiertheaterkollektivs Zunder sowie des Redaktionskollektivs von PS: Anmerkungen zum Literaturbetrieb / Politisch Schreiben; Mitbegründerin der Wiener Soundspaziergänge sowie Mitherausgeberin der Publikationsreihe Texte im Ohr. Stadt vor Augen; Leitung von zahlreichen Schreibworkshops u.a. in Havanna, Sarajevo, Skopje und Tetovo; im Herbst 2020 author@musil

29.10.: What’s Your Nationality? I’m A Drunkard

What’s Your Nationality? I’m A Drunkard

Donnerstag, 29.10.2020
19.30 Uhr
Musikalische Lesung
von und mit: Richard Schuberth, Jelena Popržan und Christina Scherrer
Dieses Programm beleuchtet ebenso provokant wie analytisch die verschiedenen Aspekte, Motive und Interessen der Ideologien von Nationalismus und Heimatliebe.
Texte, Songs, Mal- und Bonmots von Rosa Luxemburg, Johann Nestroy, Carlos Santana, Emma Goldman, Karl Kraus, STS, Samuel Johnson, Arthur Schopenhauer, R. Schuberth, Brendan & Dominic Behan, Frantz Fanon, Ernest Gellner, Ambrose Bierce, Erich Mühsam, Abdullah Öcalan u. v. a. – zusätzlich eine Blütenlese aus den dümmsten Nationalhymnen der Welt sowie neue Texte, die den Zuhörer*innen die Rot-Weiß-Röte in die Wangen treiben wird.
Eine ultimative literarisch-musikalisch-diskursiv-satirische Revue für Nationshasser, Heimatbesudler und Volksschädlinge. Ein kritischer Lehrkurs zu den Fragen: Was ist Nation? Ist Patriotismus jugendfei? Darf man Sex mit seiner Heimat haben?
Christina Scherrer
Schauspielerin in Theater, Film und Fernsehen, Sängerin aus dem Mühlviertel, Inspektor Meret Schande an der Seite von Krassnitzer und Neuhauser im „Tatort“.
Jelena Poprzan
Violaspielerin und Sängerin aus der Vojvodina. Komponistin, Schauspielerin und Gründerin diverser Ensembles (Catch-Pop String-Strong, Madame Baheux, Sormeh). Zuletzt Solo-CD „La Folía“.
Richard Schuberth
Schriftsteller, Kulturwissenschaftler, Gesellschaftskritiker aus der Wachau. Zudem Cartoonist, Gründer des Musikfestivals Balkan Fever und Regisseur. Buch zum Thema: „Bevor die Völker wussten, dass sie welche sind“ (Promedia Verlag). Jüngste Publikation: der Roman „Bus nach Bingöl“ (Drava Verlag)

17.10.: WORT UND BILD. Künstlergespräch und Kuratorenführung

Künstlergespräch / Kuratorenführung in der Ausstellung

WORT UND BILD mit Gerhard Rühm und Erec Gellautz

 

Samstag, 17. 10. 2020

15.00 Uhr

 

Gerhard Rühm im Gespräch mit Erec Gellautz über die Werke in der Ausstellung WORT UND BILD sowie über künstlerischen Konzepte und die Kooperationen mit anderen Künstlern, wie Hubert Sielecki oder den Mitgliedern der Wiener Gruppe.

Einen Tag nach der Ausstellungseröffnung gibt es noch einmal die Gelegenheit, die Werkschau in Anwesenheit von Gerhard Rühm zu besuchen und selbst zu seinen Arbeiten erzählen zu hören.
Die Ausstellung im 1. Stock des Musil-Instituts zeigt eine kleine Werkschau des Universalkünstlers Gerhard Rühm zu visueller und auditiver Poesie und Musik.
Präsentiert werden u.a. Collagen, Buch- und Textobjekte sowie experimentelle Videoarbeiten aus der Co-Produktion mit Hubert Sielecki.
Rühms Werkkosmos situiert sich durch vielfältige Bezüge von Musikalität, Sprachpoesie und bildnerischem Ausdruck in den Grenzbereichen zwischen den Künsten und Gattungen. Vergleichbar mit den Ansätzen von Arnulf Rainer oder John Cage betreibt Rühm eine radikale Reduktion der Mittel wie Klang, Bild und Text, was ihn u.a. zur Collage von „Einworttafeln“ oder zur Komposition von „Eintonstücken“ führte.
Das Medium Buch mit seinem fortlaufenden Satzspiegel regte Rühm schon Anfang der 1960er Jahre zu Übermalungen (in seinen Worten „Vertuschungen“) und zu Cut-outs ganzer Passagen an. Zahlreiche der so entstandenen Künstlerbücher werden in der Ausstellung präsentiert.
ANMELDUNG unbedingt erforderlich!
musil-institut [at] aau [dot] at oder 0463 / 2700 2914
Die Veranstaltung findet unter den derzeit geltenden Bestimmungen statt, dazu zählen Contact Tracing (namentliche Registrierung mit Telefonnummer und E-Mail vor Ort), Mitnahme und Verwendung eines eigenen Mund-Nasen-Schutzes während der gesamten Veranstaltung, Einhaltung des 1-Meter-Abstands zu allen nicht im gleichen Haushalt lebenden Personen. Einlass und Auslass in möglichster Ordnung und unter Einhaltung des Mindestabstandes von einem Meter.
Händedesinfektionsmittel wird in bestimmten Bereichen (Sanitäranlagen, Eingang/Ausgang) bereitgestellt.

Veranstaltung ABGESAGT: 16.10. – liTONale. Festival für Sound & Poetry

Bereits von Mai auf den Herbst verschoben hätte dieses Jahr die zweite Auflage unseres zusammen mit Oliver Welter gegründeten Musik und Literatur-Festivals  stattfinden sollen.
Schweren Herzens müssens wir die liTONale für dieses Jahr nun absagen.

Nach derzeitigen Bedingungen für Veranstaltungen ist das geplante Konzept mit mehreren Stationen nicht durchführbar.

Wir werden das Programm mit den geplanten beiträgen zu einem späteren Zeitpunkt nachholen.

16.10.: Gerhard Rühm: WORT UND BILD. Eröffnung und Sprechkonzert

WORT UND BILD

Werkschau Gerhard Rühm

Eröffnung/Sprechkonzert: Freitag, 16. 10. 2020, 19.30 Uhr (Anmeldung erforderlich)

Ausstellungsdauer: 19. 10. 2020 – 15. 01. 2021

Öffnungszeiten: Mo–Fr 09.00-16.00 Uhr (um vorherige Anmeldung wird gebeten)

Anmeldung für Sprechkonzert/Eröffnung: musil-institut [at] aau [dot] at oder 0463 27002914

 

Weitere Termine:

Samstag, 17.10.2020, 15 Uhr: Künstlergespräch / Kuratorenführung in der Ausstellung WORT UND BILD mit Gerhard Rühm und Erec Gellautz

Mittwoch, 18.11.2020, 17 Uhr: Kuratorenführung durch die Ausstellung Gerhard Rühm – WORT UND BILD mit Erec Gellautz und Michaela Mak

 

 

Eine Ausstellung im 1. Stock des Musil-Instituts zeigt eine kleine Werkschau des Universalkünstlers Gerhard Rühm zu visueller und auditiver Poesie und Musik. Präsentiert werden u.a. Collagen, Buch- und Textobjekte sowie experimentelle Videoarbeiten aus der Co-Produktion mit Hubert Sielecki.

Rühms Werkkosmos situiert sich durch vielfältige Bezüge von Musikalität, Sprachpoesie und bildnerischem Ausdruck in den Grenzbereichen zwischen den Künsten und Gattungen. Durch kompositorische Strenge oder das Zufallsprinzip, mittels Reduktion und Rhythmisierung erschließen seine Arbeiten neue mediale Codierungsformen und erweitern damit das Spektrum des ästhetischen Ausdrucks und seiner Sinnzusammenhänge.
Vergleichbar mit den Ansätzen von Arnulf Rainer oder John Cage betreibt Rühm eine radikale Reduktion der Mittel wie Klang, Bild und Text, was ihn u.a. zur Collage von „Einworttafeln“ oder zur Komposition von „Eintonstücken“ führte.
Seine Werkgruppe der Visuellen Musik umfasst zahlreiche Arbeiten, die nicht mehr für die Aufführung, sondern nur zum Anschauen für das „innere Ohr“ der Betrachter*innen gedacht sind.

Das Medium Buch mit seinem fortlaufenden Satzspiegel regte Rühm schon Anfang der 1960er Jahre zu Übermalungen (in seinen Worten „Vertuschungen“) und zu Cut-outs ganzer Passagen an. Zahlreiche der so entstandenen Künstlerbücher werden in der Ausstellung präsentiert. Seit über sechs Jahrzehnten entwickelt Gerhard Rühm eines der vielgestaltigsten Werke der Gegenwartskunst und agiert mit unverkennbarem Stil als Dichter, Komponist und Performer seiner eigenen Werke.

Das Musil-Institut freut sich sehr, dass Rühm am Eröffnungstag der Ausstellung gemeinsam mit Monika Lichtenfeld eines seiner Sprechkonzerte geben wird, die von seiner Fangemeinde, zu der auch Falco zählte, enthusiastisch aufgenommen wird.

 

Gerhard Rühm
Geboren 1930 in Wien. Autor, Komponist und bildender Künstler, lebt in Köln und Wien. Er studierte Klavier und Komposition in Wien. Im Rahmen der „Wiener Gruppe“ arbeitete er mit F. Achleitner, H.C. Artmann, K. Bayer und O. Wiener zusammen und wurde zu einem der wichtigsten Anreger der österreichischen Literatur nach 1945. Von 1972 bis 1996 war er Professor an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg und von 1978 bis 1982 Präsident der Grazer Autorenversammlung. Rühms Arbeiten sind im Grenzbereich von Musik, Sprache, Gestik und Visuellem angesiedelt. Seine Hör-Produktionen sind herausragende Beispiele für das Neue Hörspiel und die Akustische Kunst. Außerdem verfasste er zahlreiche Werke der experimentellen Poesie für zwei Stimmen, die er gemeinsam mit seiner Frau Monika Lichtenfeld vorträgt. Viele seiner Publikationen erschienen im Klagenfurter Ritterverlag.

 

Organisation der Ausstellung
Robert-Musil-Institut für Literaturforschung und Abt. Visuelle Kultur der Universität Klagenfurt

Kuratorisches Team
Erec Gellautz mit Michaela Mak

Covid-19-Hinweise für Sprechkonzert und Eröffnung
Die Veranstaltung findet unter den derzeit geltenden Bestimmungen statt, dazu zählen Contact Tracing (namentliche Registrierung mit Telefonnummer und E-Mail vor Ort), Mitnahme und Verwendung eines eigenen Mund-Nasen-Schutzes während der gesamten Veranstaltung, Einhaltung des 1-Meter-Abstands zu allen nicht im gleichen Haushalt lebenden Personen. Einlass und Auslass
in möglichster Ordnung und unter Einhaltung des Mindestabstandes von einem Meter. Händedesinfektionsmittel wird in bestimmten Bereichen (Sanitäranlagen, Eingang/Ausgang) bereitgestellt.

 

 

13.10.: Simone SCHÖNETT – Das PI der Piratin, Lesung

Simone Schönett
Das Pi der Piratin

Lesung 19.30 Uhr

 

Können Frauen in der männlich gefärbten Sprachwelt ihre eigene, die weibliche Begierde zum Ausdruck bringen? Die Ich-Erzählerin in Simone Schönetts rasanter Prosa begibt sich auf die Suche nach einer weiblichen Sprache der Lust. Sie will ihrer Libido Ausdruck verleihen, forscht nach den ihr gerechten Worten, merkt aber bald, dass es nicht genügt, nur aus dem Fundus der Männer Ausdrücke für das zu nehmen, worum es eigentlich geht. Etwas Neues muss entstehen. Denn solange das Wort einer Frau nicht gilt, bleibt die mögliche Eintracht zwischen den Geschlechtern immer nur Utopie …

Eine lustvolle Revolution der weiblichen Sprache, die uns über die Grenzen der gängigen Ausdrucksweise hinausführt.

 

Simone Schönett, 1972 in Villach in eine jenische Familie geboren, studierte Romanistik, Pädagogik und Medienkommunikation. Längere Aufenthalte in Italien, Israel, Australien. Seit 2001 arbeitet sie als freie Schriftstellerin.
Mitbegründerin von ‚Wort-Werk‘ und Mitveranstalterin von ‚Die Nacht der schlechten Texte‘. Zuletzt erschien der Roman Andere Akkorde (Edition Meerauge, 2018).

Moderation: Michaela Monschein

06.10.: Eva Schörkhuber – author@musil

Eva Schörkhuber

author@musil

Nachricht an den großen Bären

Lesung

19.30 Uhr            

 

Eva Schörkhuber ist nach Mladen Savić die zweite Autorin, die auf Einladung des RMI/KLA in Klagenfurt sein wird. An diesem Abend liest sie aus ihrem Roman Nachricht an den Großen Bären, der sich mit Mechanismen der Angst und Formen des Widerstandes beschäftigt und von Verzweiflung und der Hoffnung auf eine bessere Welt erzählt.

Nachricht an den Großen Bären
Geheime Papiere gegen den Faschismus. In naher Zukunft: Die Rechtspopulisten haben die Macht ergriffen, Europa ist in Zonen aufgeteilt, die Menschen sind angesichts des neuen faschistischen Regimes verängstigt. Während Claire hinter Barrikaden kämpft, sitzt ihre Freundin Su mit geheimen Papieren im Zug. Wenn es ihr gelingt, damit unbemerkt die Grenze zu passieren, ist es vielleicht noch nicht zu spät.

Eva Schörkhuber, 1982 in St. Pölten geboren, aufgewachsen in Oberösterreich. Literaturwissenschaftliche Promotion über Archiv- und Gedächtnistheorien. Lebt und arbeitet in Wien. Konzeption und Durchführung der Wiener Soundspaziergänge. Redaktionsmitglied bei PS – Politisch Schreiben / Anmerkungen zum Literaturbetrieb. exil-Literaturpreis 2012, Theodor-Körner-Preis 2013, Buchprämie der Stadt Wien 2015, author@musil in Klagenfurt 2020.
Zuletzt erschien ihr Roman Nachricht an den Großen Bären (2017), der Sammelband Warum feiern – Beiträge zu 100 Jahre Frauenwahlrecht (Hg. gemeinsam mit Elena Messner und Petra Sturm, 2018) sowie die Monografie Akte(n) der Verwahrung. Zugänge zu einem Archiv der Literatur (2019). Ihr neuer Roman wird im Frühling 2021 in der Edition Atelier erscheinen.

 

 

author@musil: Das RMI / KLA lädt Autor/innen ein, für einen Zeitraum von drei oder vier Monaten Gast-Mitarbeiter/in am Institut zu sein. Sie beteiligen sich an Forschungsschwerpunkten des Instituts, geben Einblick in die eigene Schreibarbeit, wirken am Veranstaltungsprogramm des RMI durch Planung und Mitgestaltung einer eigenen Reihe mit oder leiten Schreibworkshops.

In Kooperation mit FOR FOREST

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