29.09.: „Von Äpfeln, Glasaugen und Rosenduft. Literaturgeschichten“, Buchpräsentation, Lesung, Gespräch

 

Gerhard Melzer

„Von Äpfeln, Glasaugen und Rosenduft. Literaturgeschichten“

Buchpräsentation, Lesung, Gespräch

Dienstag, 29. 09. 2020

19.30 Uhr

 

In 25 Miniaturen eröffnet Gerhard Melzer einen anderen, ungewohnten Blick auf Schlüsselfiguren der österreichischen Literatur (u.a. Peter Handke, Marlen Haushofer, Peter Henisch, Elke Laznia, Florjan Lipuš, Christoph Ransmayr, Ferdinand Schmalz, Marlene Streeruwitz, Peter Turrini,). Frei nach Peter Handke verstehen sich seine Beiträge als erhellende Nacherzählungen, die das Besondere des jeweiligen Werks aufschließen und akzentuieren – dabei richtet er sein Augenmerk auf vermeintlich Nebensächliches, auf Dinge, Zusammenhänge und Situationen, die im Schlagschatten der großen Ereignisse bleiben.

 

„Auf dieser Entdeckungsreise sind manche Interpreten Reisebegleiter. Dazu zähle ich Gerhard Melzer, der in dem vielfältigen Panorama seiner ‚Literaturgeschichten‘ die Sprache in der Sprache zu entdecken hilft.“ (Franz Schuh)

 

Buchpräsentation: Gerhard Melzer

Lesung: Anna Baar und Josef Winkler

Gerhard Melzer im Gespräch mit Josef Winkler und Anna Baar

Moderation: Edith Bernhofer

10.09.: „Olle im Doaf“, Ein Abend zu Bernhard C. Bünker

 

„Olle im Doaf“                   

Ein Abend zu Bernhard C. Bünker

 

Donnerstag, 10. 09. 2020

19.30 Uhr

 

Lesungen mit Michael Bünker und Axel Karner
Musik: Gottfried Gfrerer

 

Er gilt als einer der wichtigsten Dialektdichter der Alpenrepublik. Zum zehnten Todestag erschien ein Band mit Prosa, Satiren und Gedichten, herausgegeben von seinen langjährigen Freunden Axel Karner und Manfred Chobot, die sich regelmäßig auf kleine Lesereisen durch die Tiefen der Kärntner Mundart begeben.

Bernhard C. Bünker hat immer gegen Heimattümelei, gegen  Verklärung oder Verharmlosung angeschrieben, hat den Dialekt  vielmehr als emanzipatorisches Mittel genutzt, um literarisch  auf drängende Probleme der Gegenwart hinzuweisen: auf die Zerstörung der Umwelt etwa, die ihm schon in den 1970er Jahren wichtig war, auf Armut, Benachteiligung, Bevormundung oder Ausgrenzung von Menschen, denen er grundsätzlich mit Empathie und Solidarität begegnet. Das gilt sogar dann, wenn wie in der titelgebenden Geschichte die Individuen zur Masse verschmelzen, wenn die Leute im Dorf kollektiv über alte Verbrechen schweigen und neues Unrecht zulassen: Ganz nah bleibt der „Hamatdichter“ an seinen Figuren, wenn er sie beobachtet, von ihnen erzählt, kompromisslos entlarvend und doch so souverän, dass er ihnen ihr Menschsein, ihre Fehler nicht nehmen muss.

 

 

Bernhard C. Bünker, geboren 1948 in Leoben als ältestes Kind des Ehepaares Liesl und Otto Bünker (evangelischer Pfarrer und Dichter), kam 1954 nach Kärnten, wo die Familie seit Generationen lebte. Ab 1970 Studium der Geschichte, Philosophie und Kunstgeschichte, evangelische Religion in Wien; später Rückzug ins Waldviertel, wo er 2010 infolge einer Bluttransfusion starb.

 

Eine gemeinsame Veranstaltung mit der GAV (Grazer Autorinnen und Autoren Versammlung) und dem Heyn Verlag.

23.08.: Bilder einer Landschaft – Lesungen mit Anja Golob (SI), Cvetka Lipuš (A) und Jill-Francis “Źilka” Käthlitz (D)

Sonntag, 23. 08. 2020                                       

11.00 Uhr

 

WOBRAZY KRAJINY. PODOBE POKRAJINE. BILDER EINER LANDSCHAFT. WOBRAZE KRAJINY.

3-Länder-Kunstprojekt 2019-2020

Lesungen mit Anja Golob (SI), Cvetka Lipuš (A) und Jill-Francis “Źilka” Ketlicojc (D)

 

 

Ausstellungen bildender Kunst, Leseveranstaltungen und Konzerte zeigen in einer gemeinsamen Präsentation zeitgenössischer KünstlerInnen aus Deutschland, Slowenien und Österreich deren Positionen zu den miteinander verknüpften Themen „Bilder einer Landschaft“ und „Übergang“.

„Landschaften werden zu Energieträgern, deren Abbilder zu Ideenträgern“, so der Kärntner slowenische Künstler Karl Vouk in seinem Geleit zum gemeinsamen Kulturprojekt.

Das Projekt findet in Anknüpfung an PŘECHOD 01 – Sorbische Kulturtage in Kärnten (2014) und PŘECHOD 02 – Karl Vouk. Satkula – (s)twor(jen)a krajina. / Die Wa(h)re Landschaft (2015) statt.
Beinhaltet sind die Bereiche visuelle Kunst (Wander-Kunstausstellung), Literatur (literarische Lesung) und Musik (Konzert).

 

Anja Golob, geb. 1976 in Slovenj Gradec, ist die derzeit wohl prägnanteste poetische Stimme Sloweniens. Sie ist Mitbegründerin und Herausgeberin des Verlags VigeVageKnjige und lebt als Autorin, Übersetzerin und Publizistin in Ljubljana. Auf Slowenisch liegen von ihr bisher vier Gedichtbände vor, in deutscher Übersetzung der Auswahlband ab und zu neigungen (hochroth Wien, 2015) sowie das von Golob auf Deutsch geschriebene Hin-und-her-Gedicht mit Nikolai Vogel: Taubentext, Vogeltext (hochroth München, 2018).

Jill-Francis Ketlicojc/Käthlitz (Pseudonym Źilka), Jahrgang 1991, wurde in Cottbus (Chóśebuz) geboren und arbeitet dort seit September 2019 als Redakteurin bei der niedersorbischen Wochenzeitschrift Nowy Casnik. Niedersorbisch, die Sprache ihrer Vorfahren, erlernte sie als erste Fremdsprache. Sie absolvierte ein Bachelor-Studium der Sorabistik an der Universität Leipzig und anschließend ein Master-Studium an der MLU Halle-Wittenberg in den Fächern Komparatistik und Interdisziplinäre Polenstudien.  Seit 2015 erscheinen regelmäßig niedersorbische Gedichte und Prosatexte (v.a. Kindergeschichten) von ihr in verschiedenen Zeitschriften (v.a. in Rozhlad, Serbska Pratyja, Płomje, Stog/Der Schober). 2017 wurde sie für ihr Engagement für die niedersorbische Sprache vom WITAJ-Sprachenzentrum Cottbus ausgezeichnet.

Cvetka Lipuš, geboren 1966 in Bad Eisenkappel. Nach dem Studium der Komparatistik und Slawistik in Wien und Klagenfurt lebte sie fünfzehn Jahre in den USA, wo sie an der Universität Pittsburgh Bibliotheks- und Informationswissenschaften studierte. Seit 2009 lebt und arbeitet sie in Salzburg. Bisher hat sie sieben Gedichtbände in slowenischer Sprache veröffentlicht, von denen die meisten auch in deutscher Übertragung erschienen sind. Für den Band Kaj smo, ko smo wurde Cvetka Lipuš 2016 mit dem Preis der renommierten slowenischen Prešeren-Stiftung ausgezeichnet.

 

 

ACHTUNG:
Für einen reservierten Sitzplatz bitten wir Sie, uns Ihre Teilnahme unter der Telefonnummer: 0463/501429 oder per E-Mail: musilmuseum [at] klagenfurt [dot] at bekanntzugeben.

 

 

Eine Kooperation des Robert-Musil-Instituts für Literaturforschung/Kärntner Literaturarchiv mit Karl Vouk und dem Robert Musil Literatur Museum

Bis 30. 08. 2020 findet im MMKK – Museum Moderner Kunst Kärnten die Ausstellung „Wobrazy krajiny. Podobe pokrajine. Bilder einer Landschaft. Wobraze krajiny“ statt.

20.08.: „Donnerszenen“ – Paul AUER und Norbert KRÖLL

DONNERSZENEN: Kärntens Kunstszene in Duo-Formationen in den romantischen Innenhöfen der Stadt Klagenfurt. Mit einem hochkarätigen Programm aus Musik, Theater und Literatur lädt die Kärntner Landeshauptstadt jeden Donnerstag in den Sommermonaten zur „Freiluftkultur“ bei GRATIS EINTRITT. Neben einigen „klassischen Höfen“, die in einem Sommerprogramm nicht fehlen dürfen, entführen die Donnerszenen auch in versteckte, teils private Innenhöfe, die sonst nicht für die Öffentlichkeit zugänglich sind.

PROGRAMM

 

Neue Literatur aus Kärnten

Paul AUER: Fallen

Norbert KRÖLL: Wer wir wären

 

Donnerstag, 20. 08. 2020

Ossiacher Hof, Wiener Gasse 10

 

Beginnzeiten: 16:30 / 18:00 / 20:45
Regenlocation: Heiligengeistkirche, Heiligengeistplatz

 

Die beiden gebürtigen Kärntner Paul Auer und Norbert Kröll stellen im Rahmen der „Donnerszenen Klagenfurt“ gemeinsam ihre neuen Romane vor.

Norbert Krölls tiefsinniger Roman ist eine poetische Sinnsuche mit Umwegen, wie sie nur das Leben vorgibt.

Paul Auer beschreibt eine skurrile Heldenreise, die den Protagonisten nicht nur an den Rand seines Verstands, sondern auch in eine geheime Stadt im Hochgebirge, ein alpines Shangri La, führt.

 

Fallen

Seine neue Nachbarin hat rote Augen und hört die ganze Nacht Goa-Trance. Immer öfter träumt er vom zweiten Leben Jesu nach der Kreuzigung. Sein toter Freund Tommy läuft ihm regelmäßig über den Weg. Im Leben des Studenten Christian passieren eigenartige Dinge.

Dabei hat er sich längst mit seinem mittelmäßigen melancholischen Dasein arrangiert. Umso verstörender, dass darin die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Traum zusehends verschwimmen. Nach und nach wird ihm klar, es handelt sich hier um die Auswirkungen einer fremden Lebenskrise, nämlich der des gefallenen Erzengels Luzifer. – Ausgerechnet er ist ihr erstes Opfer.

Paul Auer, geb. 1980 in Kärnten, lebt in Wien, studierte Kultur- und Sozialanthropologie, Mitglied der Literaturgruppe „Textmotor“; Veröffentlichungen in Anthologien und Zeitschriften. 2017 erschien mit Kärntner Ecke Ring sein Romandebüt

 

Wer wir wären

Der Student Albert ist fasziniert, als er den etwas verschrobenen Künstler Klaus kennenlernt. Zwischen den beiden entwickelt sich rasch eine tiefe Freundschaft – bis sich Klaus zu verändern beginnt. Er sendet seltsame Signale aus, fühlt sich von ominösen Menschen verfolgt und isoliert sich zusehends. Albert erkennt die Symptome der beginnenden Schizophrenie erst spät und kann nicht damit umgehen. Er zieht sich zurück und stürzt sich in die Beziehung mit Elisabeth. Doch der Gedanke, dass er seinen besten Freund im Stich  gelassen hat, lässt sich einfach nicht abschütteln, und Albert erkennt, dass er eine Entscheidung treffen muss.

Norbert Krölls tiefsinniger Roman ist eine poetische Sinnsuche mit Umwegen, wie sie nur das Leben vorgibt.

Norbert Kröll, geb. 1981 in Villach, lebt und arbeitet in Wien, studierte u. a. Schlagwerk, Tontechnik, Philosophie und Sprachkunst, Gründungsmitglied der Bands Giantree und Dawa. Wiener Literatur Stipendium 2016.

 

Moderation: Franziska Mader und Edith Bernhofer

 

09.08.: Lesung von MLADEN SAVIĆ im Rahmen der Ausstellung „Birds flying into liberty“, CO-Festival Villach

Sonntag, 09. 08. 2020

Mladen Savić

 

19.00 Uhr Lesung von Mladen Savić im Rahmen der Ausstellung Birds flying into liberty

Ort: Kunst Raum Villach, Hauptplatz 10, 9500 Villach

 

Mladen Savić, ein Meister des Ungemütlichen als Essayist und Sozialkritiker, war im Frühjahr 2020 als erster „author@musil“ auf Einladung des Robert-Musil-Instituts in Klagenfurt zu Gast. Im Rahmen seines Aufenthaltes entstand eine Reihe an Blog-Texten, er hielt außerdem an der Universität die Klagenfurter Vorlesungen zur Poetik.

Für die Ausstellung „Birds flying into liberty“ verfasst Mladen Savić einen eigenen Text, den er an diesem Abend u.a. lesen wird. Dieser erscheint auch in der nächsten Ausgabe der kaz.

Mladen Savić, geb. 1979 in Zagreb, Jugoslawien, hat Philosophie in Lennoxville, Québec, studiert, lebt und arbeitet aber als Lektor, Übersetzer und Autor in Wien. 2016 erschienen sein Debüt Mücken und Elefanten. Essays, Reflexionen, Polemiken sowie die Kurzgeschichtensammlung Alltagserlebnisse. 2017 ist mit Feuer am Dach ein weiterer Band mit Essays, Reflexionen und Polemiken in Druck gegangen. Zuletzt erschien im Klagenfurter Drava Verlag der Band Narrenschiff auf großer Fahrt (2020).

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Robert-Musil-Institut für Literaturforschung / Kärntner Literaturarchiv

 

Beitragsbild Text Malden Savic lesung Kunst Raum Villach

21.07.: Lesung von LYDIA MISCHKULNIG im Rahmen der Ausstellung „Birds flying into liberty“, CO-Festival Villach

Dienstag, 21. 07. 2020

Lydia Mischkulnig

 

19.00 Uhr – Empfang und Preview der Ausstellung „Birds flying into liberty“

20.00 Uhr – Lesung von Lydia Mischkulnig aus kulturpolitischen Texten und ihrem neuen Roman „Die Richterin“, Gespräch mit Edith Bernhofer über die (Un-)Sichtbarkeit von Frauen in der heutigen Gesellschaft, weibliche Perspektiven und

Machtverhältnisse.

Ort: Kunst Raum Villach, Hauptplatz 10, 9500 Villach

 

„Ich bin ein hochneugieriger Mensch. Ich glaube nichts. Ich muss überzeugt sein und suchend. Das geschriebene Wort brauchen wir, um zu wissen, wer wir sind. Die Sprache ist ein Spiegel, zugleich Abbild des Ichs und Abgrenzung von ihm.“

Lydia Mischkulnig ist eine der spannendsten und unkonventionellsten literarischen Stimmen Österreichs. Sie schreibt Erzählungen, Romane und Hörspiele. Als Prosaminiaturen sind ihre monatlichen Kolumnen in der FURCHE zu lesen. Dieser Tage erscheint ihr neuer Roman Die Richterin, ein sprachgewaltiges Psychogramm, in dem sie sich in die Welt einer Asylrichterin begibt.

Lydia Mischkulnig, geboren 1963 in Klagenfurt, lebt und arbeitet hauptsächlich in Wien. Seit 1991 ist sie literarisch tätig, 1994 debütierte sie im Droschl Verlag mit dem Roman Halbes Leben. Zuletzt erschienen: Die Paradiesmaschine (Erzählungen, 2016), Die sieben Leben der Marie Schwarz (Anthologie, 2020).

 

25.06.: OPEN AIR Lesung & Musik mit Mladen Savić

OPEN AIR

LESUNG & MUSIK

mit
author@musil: Mladen Savić

Musik von Richard Klammer, Manfred Plessl und Martin Sadounik

 

Donnerstag, 25.06. 2020

18.00 Uhr

Villa FOR FOREST

Viktringer Ring 21

Eintritt frei – Spenden erlaubt*

 

Nach einer kurzen Buchpräsentation des im März 2020 erschienen Essay-Bands „Narrenschiff auf großer Fahrt“, moderiert von Walter Fanta, und anschließender Podiumsdiskussion findet eine öffentliche Lesung statt, in der unter der Moderation von Gernot Waldner Mladen Savićs Klagenfurter For-Forest-Texte vorgestellt werden,
gefolgt von einem ansprechenden Live-Konzert der Musiker Richard Klammer, Manfred Plessl und Martin Sadounik.

Begrüßungsworte: Anke Bosse, Leiterin Robert-Musil-Institut / Kärntner Literaturarchiv

 

 

Eine gemeinsame Veranstaltung von:

  • Robert-Musil-Institut / Kärntner Literaturarchiv
  • For Forest GmbH
  • Verein Innenhofkultur
  • Drava-Verlag

 

 

Wir freuen uns über Ihr und euer Interesse!

 

*Das Geld für die Spendebox wird an Wildnis Dürrenstein für ihr Projekt „Haus der Wildnis“ gehen. Das Wildnisgebiet Dürrenstein ist das einzige Wildnisgebiet Österreichs und wurde 2017 von der UNESCO zur ersten Weltnaturerbe Österreichs erklärt. Sie fokussieren auf die Sensibilisierung zum Thema Wald und sein Ökosystem.

Miriam H. Auer: Violent Dancing – Lesung der Autorin

Literatur in CORONA-Zeiten
Miriam H. Auer: Violent Dancing

 

Miriam H. Auer liest aus ihrem Roman „Violent Dancing“, der im Januar 2020 als vierzehnter Band der EDITION MEERAUGE im Verlag Heyn erschienen ist.
Am 04.06.2020 hätte sie den Text im Robert-Musil-Institut vorgestellt.

Da die Präsentation des Buchs aufgrund der Corona-Maßnahmen für Veranstaltungen abgesagt werden musste, hat Miriam H. Auer einige Ausschnitte daraus eingelesen.

 

 

»Wirbellose haben unzählige Methoden entwickelt, um sich zu schützen. Rückgratlose auch.«

Menschen, die man allzu leicht übersieht, Tiere vor dem Aussterben, Puppen aus allerlei Weggeworfenem: Auf kunstvoll gebauten Schachteltheaterbühnen lässt Miriam H. Auer die Geschöpfe um ihr Leben tanzen.

Zwischen Gegenwartskritik und Empowerment, Heavy Metal und Tandava, Tang-Poesie und Schopenhauer, sozialem Realismus und Kammerspiel, Schatten-theater und frühem Animationsfilm …

In den Hauptrollen von Violent Dancing tanzen:
Ling aus dem Club Venus Wonnen, die biegsam genug ist, um für ihre Freier in Koffer zu kriechen, und nach einem Unfall das Zimmer 6 des Pflegeheims bezieht.
Rita/Lita mit der Old-Hollywood-Figur, die Ling nicht immer wohlgesonnen war und ihr dennoch nicht von der Seite weicht – vielleicht, weil sie sich in den Fäden der Erinnerung verstrickt hat.
Jens, der mit LKW Elke zwischen Wien und Reggio di Calabria Kunst transportiert, in Dragmars Dragonbaby-Den feiern geht, Zebras liebt und Ling lieber etwas vorspielt als sie aufzugeben.

 


Miriam H. Auer, geboren 1983 in Friesach, Studium der Anglistik und Germanistik, 2015 Promotion zum Thema Poetry in Motion and Emotion, lebt als freie Schriftstellerin und externe Lehrbeauftragte am Institut für Anglistik und Amerikanistik der Alpen-Adria-Universität in Kärnten und in der Steiermark.

Als Autorin trat Miriam Auer erstmals 2012 in Erscheinung und fiel prompt mit zahlreichen Auszeichnungen bei kleineren Literaturwettbewerben auf. Ihr Buchdebüt Hinter der Zeit. Umnachtungsnovelle (Edition Meerauge 2014) erregte dann größere Aufmerksamkeit: 2015 erhielt die Schriftstellerin den Förderpreis für Literatur des Landes Kärnten, 2016 wurde das Buch auf die Shortlist für den Literaturpreis ALPHA der Casinos Austria gewählt.

Neben Prosa schreibt Auer auch Lyrik, Lesedramen und Songs. Zahlreiche Texte sind in Anthologien, Zeitschriften und Online-Magazinen veröffentlicht, darunter Zebraritäten, in: Aber sicher! Die besten Texte aus dem Ö1-Literaturwettbewerb, Braumüller 2017; 6 Gedichte, ausgezogen, in: Freie Räume, Anthologie zum Wiener Werkstattpreis 2017, Edition FZA; Bärte im Glas 1 – Cruz, in: Lichtungen 151/38. Jg., 2017; Wegen Wes, in: entwürfe Nr. 82, Zürich 2016; Travestie der Einsamen, in: Triëdere Sonderheft alternativlos: flüchtling, Wien 2016; Der Feberkaul, in: tanz.zwischen.welten. Anthologie zum Wiener Werkstattpreis 2015, Peter Schaden (Hg.), Edition FZA, Wien 2015; SEELENGARTELN oder Wurmlöcher im Hortus Animae, in: Mein Garten, Gabi Russwurm-Biró (Hg.), Drava, Klagenfurt/Celovec 2015; Opal crocodile, Text für eine Performance mit Sabinna (Sabina Rachimova), in: Writing Fashion, International Fashion Showcase 2015, London Fashion Week, Another Austria, www.anotheraustria.com

Miriam H. Auer ist Mitglied der IG Autorinnen Autoren und des Kärntner SchriftstellerInnenverbandes.

 

Harald Schwinger: Das Melonenfeld – Lesung

Literatur in Corona-Zeiten
Harald Schwinger: „Das Melonenfeld“

 

Text und Textauswahl: Harald Schwinger
Stimme: Heinrich Baumgartner
Filmbearbeitung: Siegfried Ortner
Sounds: Hörspielbox

 

Der Roman „Das Melonenfeld“ ist im März 2020 als fünfzehnter Band der EDITION MEERAUGE im Verlag Heyn erschienen.
Die für 02.04.2020 geplante Buchpräsentation im Robert-Musil-Institut musste aufgrund der Corona-Maßnahmen für Veranstaltungen abgesagt werden.

 

 

Ketil ist als Gerichtsvollzieher zuständig für Delogierungen in Manhattan, einem Hochhauskomplex, wo sich die Armut festgebissen hat. Mit dem Job kommt er bestens zurecht, sollte er Mitgefühl für seine Klienten empfinden, kann er das gut verbergen.
Sorgen bereitet ihm vielmehr die eigene Familie: Ehefrau Margot scheint depressiv, zunehmend verwirrt und davon überzeugt, dass in Tochter Metti das Böse schlummert. Tatsächlich ist die 16-Jährige rebellisch und abweisend – aber gefährlich?
Um die Dinge wieder ins Reine zu bringen, unternimmt Ketil mit ihr eine Reise, ausgerechnet auf die Insel, auf der er als junger Soldat im Friedenseinsatz stationiert war.

Harald Schwinger: Das Melonenfeld (Roman)

Edition MEERAUGE
Verlag Heyn, Februar 2020
139 Seiten
ISBN: 978-3-7084-0630-5

 


Buchbesprechung in der KLEINEN ZEITUNG von Marianne Fischer
04. April 2020

Von Macht, Machtmissbrauch und verdrängten Erinnerungen

Harald Schwinger erzählt von einem Gerichtsvollzieher, dem die Familie entgleitet. Packend und bitterböse.

 

„Ein Frosch springt nur an eine bestimmte Stelle, wenn die Chance besteht, dort auch eine Fliege zu fangen. Unser Leben liegt also in der Zukunft, nicht in der Vergangenheit.“ Das hat ihr Ketil erklärt. Aber was tun, wenn verdrängte Erinnerungen wieder an die Oberfläche kommen? Wenn nichts zurückbleibt außer „verbrannter Erde, Asche, Schmerz und Erinnerung“?
Margot glaubt als Archäologin, dass das Jetzt sich aus der Vergangenheit erklärt. Aber nichts fürchtet ihr Mann Ketil mehr als diese Ausgrabungen, hat er doch ein schreckliches Geheimnis zu verbergen.

Harald Schwinger erzählt in seinem neuen Roman „Das Melonenfeld“ von Macht und Machtmissbrauch, von Verwundung und Verdrängung. Ketil ist als Gerichtsvollzieher zuständig für Delogierungen in Manhattan, einem Wohnblock, in dem vor allem sozial Schwächere wohnen. Seine Macht nutzt er gerne für seine eigenen Zwecke: „Manhattan gehört mir, die Menschen, die hier wohnen, gehören mir.“ Nur seine Familie hat er nicht unter Kontrolle: Nicht nur seine Frau Margot macht ihm zunehmend Sorgen, weil sie glaubt, dass in der 16-jährigen Tochter das Böse schlummert. Auch Metti selbst ist rebellisch und schon mit dem Gesetz in Konflikt gekommen. Deshalb beschließt Ketil, mit seiner Tochetr nach Zypern zu reisen, wo er einst als junger Soldat im Rahmen einer Friedensmission stationiert war und ein traumatisches Erlebnis hatte. Doch beim Versuch, mithilfe der Wahrheit die Dinge wieder ins Lot zu bringen, entgleitet sie ihm immer mehr.

Schon im Roman „Die Farbe des Schmerzes“ beschäftigte sich der Villacher Autor, der auch für die Kleine Zeitung schreibt, mit den Folgen von Verdrängen, Totschweigen und der Frage: Wann werden aus Opfern Täter? Manchmal werden die Sünden über Generationen hinweg weitervererbt – in diesem Fall packend und schonungslos erzählt bis zur bitterbösen Abrechnung.

 


Harald Schwinger, geboren 1964, Studium der Anglistik, Amerikanistik und Medienkommunikation, lebt als freischaffender Journalist und Autor von Prosa, Lyrik und dramatischen Texten in Wernberg bei Villach/Österreich. Für seine literarische Arbeit erhielt Harald Schwinger zahlreiche Anerkennungen, darunter der Literaturpreis des Club Carinthia (2000), der Förderpreis des Carl-Mayer-Drehbuchwettbewerbs der Diagonale/Stadt Graz (2004, gemeinsam mit Simone Schönett), der Preis des Kärntner Schriftstellerverbandes (2012), der zweite Platz beim Kärntner Lyrikwettbewerb der STW Klagenfurt Gruppe (2014), der Kärntner Jugendbuchpreis (2018) sowie verschiedene Stipendien.

Harald Schwinger ist Mitglied der Grazer Autorinnen Autorenversammlung und Mitbegründer des Kunstkollektivs WORT-WERK (www.wort-werk.at), das u. a. die „Nacht der schlechten Texte“, ein Wettbewerb für experimentelle Formen von Literatur, veranstaltet.
Veröffentlichungen (u.a.): „Das dritte Moor“ (2006), „Zuggeflüster“ (Erzählungen, 2011), „Zala. Drama in sieben Bildern / Drama v sedmih slikah“ (gemeinsam mit Simone Schönett, 2011), „Die Farbe des Schmerzes“ (2013), „Mirós Mädchen“ (Erzählungen, 2016), „Held“ (Jugendroman, 2018).

 

FOTO Harald Schwinger: Siegfried Ortner

Paul Auer: FALLEN – Lesung des Autors

Am 28.04.2020 hätte Paul AUER in einer gemeinsamen Lesungsveranstaltung mit Norbert Kröll (Wer wir wären, Edition Atelier 2020) seinen soeben erschienenen Roman Fallen (Septime Verlag, 2020) im Robert-Musil-Institut vorgestellt.
Da die Buchpräsentation, wie alle weiteren Veranstaltungen bis 30. Juni, abgesagt werden musste, hat Paul Auer den Prolog und die Kapitel 1 und 2 aus seinem neuen Roman für das Musil-Institut eingelesen.

 

 

 

 

Im Leben des Mittzwanzigers Christian passieren seltsame Dinge. Seine neue Nachbarin hat rote Augen und beherbergt zwei geheimnisvolle Flüchtlinge. Immer öfter träumt er davon, wie die Geschichte Jesu nach der Kreuzigung weitergegangen sein mochte und spinnt sich in eine Sage über den Teufel ein, die seine Familie seit Generationen in Atem hält. Ein ominöses Foto bringt ihn und seinen Freund Stefan dann auf die Spur einer Verschwörung. Hatte Christian sich nicht längst mit seinem unspektakulären melancholischen Alltag arrangiert? Umso verstörender, welch unerbittlichen Sog die Fiktion ausübt, wie sie nach und nach die behagliche Normalität auslöscht. Bald wird ihm klar, dass er seinen ganzen Heldenmut zusammennehmen, die Grenzen seiner Wahrnehmung sprengen und sich seinen schlimmsten Ängsten aussetzen muss. Ist er in dem Spiel das Opfer oder ist er der Täter? Ist er wirklich der, für den er sich hält?

„Was habe ich von meinem Vater gewusst, was kann man überhaupt wissen? Niemand hat irgendwas gewusst. Ich weiß überhaupt nichts. Es gibt nur Hoffen, Fürchten, Glauben, und das ist das Schlimmste.“

Können wir die Bedingungen unseres Schicksals verstehen, und wie weit würden wir gehen, um herauszufinden, wer wir sind?
Ein märchenhafter Roman über die Wirkmacht von Mythen, Träumen und Traumata, über Identität, Entfremdung und die Sehnsucht nach dem verlorenen Paradies. Vor allem aber erzählt „Fallen“ von einer großen Freundschaft, einer Liebe, die jede Grenze, selbst die des Todes, überwindet.

 

Paul Auer: FALLEN (Roman)
Septime Verlag, Februar 2020
240 Seiten
ISBN: 978-3-902711-88-5

 


Paul Auer, geboren in Villach, studierte Kultur- und Sozialanthropologie in Wien. Nach zahlreichen Veröffentlichungen in Anthologien und Zeitschriften erfolgte 2017 sein Romandebüt „Kärntner Ecke Ring“ (Septime). Er lebt als freier Schriftsteller in Wien und Millstatt.