Alle News von der Fakultät für Kulturwissenschaften

Stellungnahme der GVEKW zur geplanten Universitätsgesetz-Novelle

Das Institut für Kulturanalyse schliesst sich der Stellungnahme der Generalversammlung Empirische Kulturwissenschaft (GVEKW) der österreichischen Universitätsinstitute zur geplanten Universitätsgesetz-Novelle an.

Internet-Plattformen für Europa: Digitale Dominanz und digitale Souveränität als Herausforderung für Politik und Regulierung

Große Internet-Plattformen erlangen immer mehr wirtschaftliche Macht und Einfluss auf gesellschaftliche Kommunikation. Eine interdisziplinäre Medien- und Kommunikationsforschungstagung analysiert, wie sich digitale Dominanz aktuell entwickelt und fragt, welche regulatorischen Reaktionen sich für Europa anbieten, um fairen Wettbewerb und digitale Souveränität sicherzustellen. Weiterlesen

Neuerscheinungen von Barbara Neymeyr – Kommentar zu Nietzsches „Unzeitgemässen Betrachtungen“

I. David Strauss der Bekenner und der Schriftsteller.
II. Vom Nutzen und Nachtheil der Historie für das Leben.

(= Historischer und kritischer Kommentar zu Friedrich Nietzsches Werken, hrsg. von der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Bd. 1/2), Berlin/Boston: De Gruyter 2020. XXV, 652 Seiten.

In den vier „UnzeitgemNeuerscheinung - Nietzsche Kommentarässen Betrachtungen“ verbindet Nietzsche kritische Zeitdiagnosen mit konstruktivem Zukunftsengagement. Krisensymptome der modernen Zivilisation reflektiert er hier ebenso wie problematische Bildungs- und Wissenschaftskonzepte seiner Epoche.
Während er in der ersten „Betrachtung“ gegen den Theologen David Friedrich Strauß als Prototyp eines sterilen ‚Bildungsphilisters‘ polemisiert, setzt er sich in der besonders wirkungsmächtigen Historienschrift mit dem positivistischen Geschichtsverständnis und der Übermacht des Historischen auseinander. Bis heute beeinflusst diese Schrift die intellektuellen Debatten: auch durch Nietzsches Unterscheidung von monumentalischer, antiquarischer und kritischer Historie und sein Plädoyer für einen lebendigen, zukunftsweisenden Umgang mit der Geschichte.
Erstmals kommentiert dieser Band beide Werke umfassend in ihrem Kontext. Durch gründliche Quellenstudien rekonstruiert der Kommentar die für sie maßgeblichen Denktraditionen. So ermöglicht er neue Einsichten in kulturhistorische Horizonte und Diskurse. Zugleich tragen auch wirkungsgeschichtliche Recherchen zu einem vertieften Werkverständnis bei.

 

III.  Schopenhauer als Erzieher.
IV.  Richard Wagner in Bayreuth.

(= Historischer und kritischer Kommentar zu Friedrich Nietzsches Werken, hrsg. von der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Bd. 1/4),  Berlin/Boston:  De Gruyter 2020. XXV, 652 Seiten.

Nietzsche KommentarIn den vier „Unzeitgemässen Betrachtungen“ verbindet Nietzsche kritische Zeitdiagnosen mit konstruktivem Zukunftsengagement. Krisensymptome der modernen Zivilisation reflektiert er hier ebenso wie problematische Bildungs- und Wissenschaftskonzepte seiner Epoche.

Vor diesem Hintergrund avancieren Schopenhauer und Wagner in der dritten und vierten „Betrachtung“ zu ‚unzeitgemäßen‘ Vorbildern. Während Nietzsche das philosophische Ethos Schopenhauers als zukunftsweisendes Gegenmodell zur Gelehrtenkultur und zum Historismus seiner Zeitgenossen darstellt, begreift er Wagners Bayreuth-Projekt als paradigmatischen Impuls für eine Utopie kultureller Erneuerung. Erstmals kommentiert dieser Band beide Werke umfassend in ihrem Kontext. Durch gründliche Quellenstudien rekonstruiert der Kommentar die für sie maßgeblichen Denktraditionen. Dadurch ermöglicht er neue Einsichten in kulturhistorische Horizonte und Diskurse. Zugleich tragen auch wirkungsgeschichtliche Recherchen zu einem vertieften Werkverständnis bei.

 

Carina Paulitsch und Jasmin Donlic mit Award of Excellence ausgezeichnet

Mit dem Preis des Bildungsministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung werden herausragende Dissertationen an österreichischen Universitäten gewürdigt. Unter den Preisträger*innen sind Carina Paulitsch und Jasmin Donlic von der Universität Klagenfurt.

Weiterlesen

Wir und die Anderen: Wo und in welcher Form wird Differenz sichtbar?

Woher wissen wir überhaupt, dass wir ein „Wir“ sind und die Anderen anders? Wie werden solche Zuordnungen in Bildern und gesellschaftlichen Praktiken sichtbar und was machen wir daraus? Anna Schober und Brigitte Hipfl haben einen Sammelband zu diesen Fragen herausgebracht, in dem die Beziehung zu denjenigen, die wir als „Andere“ oder „Fremde“ bezeichnen, untersucht wird.

Weiterlesen

Kulturpreise des Landes Kärnten 2020: Dominik Srienc, Elena Pilipets und Hannah Senfter werden am 19. Dezember ausgezeichnet

Die Kulturpreisträger*innen des Landes Kärnten 2020 stehen fest. Die Verleihung geht am kommenden Samstag, 19. Dezember 2020 um 10:30 Uhr online über die Bühne. Interessierte können der Videostream-Feier unter www.ktn.gv.at beiwohnen. 

Weiterlesen

Online-Gastvortrag von Prof. Dr. Monika Dannerer zum Thema: „Ich glaube, im Sinne des Gastes ist, wenn er mich versteht“ – Zur sprachlichen Akkommodation im Tourismus

Am kommenden Mittwoch, den 9. Dezember 2020, 15:00-16:30 Uhr, wird Frau Prof. Dr. Monika Dannerer (Leopold-Franzens-Universität Innsbruck) im Rahmen der Lehrveranstaltung „Sprache und Gesellschaft“ (BA Germanistik) einen Gastvortrag halten mit dem Titel:

„Ich glaube, im Sinne des Gastes ist, wenn er mich versteht“ – Zur sprachlichen Akkommodation im Tourismus

Der Vortrag findet online statt. Wer sich gerne anschließen möchte, ist dazu herzlichst eingeladen. Um Anmeldung wird allerdings gebeten: per Mail bis spätestens 8. Dezember eine kurze Nachricht an steven [dot] schoonjans [at] aau [dot] at. Danach erhalten Sie den Zugangslink.

10.12.2020 ZeFKo Talk: Corona & Conflict

Die Herausgeber der Zeitschrift ZeFKo (Friedens- und Konfliktforschung) laden zum ersten öffentlichen ZeFKo Talk an der Univeristät Leipzig ein.

Weiterlesen

NEUERSCHEINUNG Die 13. Sibylle. Die Prophezeiung der Königin Michalda von Saba.

Redaktionell bearbeitete Edition und Faksimileausgabe einer maschinschriftlichen Fassung aus der Wörthersee-Region in Kärnten, Klagenfurt: Hermagoras Verlag 2020, 84 S., Edition: Dr. Herta Maurer-Lausegger

Die Sibyllen waren im Altertum weissagende Frauen, die erstmals in Kleinasien belegt sind und später unter verschiedenen Namen in unterschiedlichen Gebieten verbreitet waren. Die sibyllinische Prophezeiung zählt zum prophetischen Schrifttum, in dem alttestamentliche, christliche und profane Inhalte geschickt zu einem Ganzen verwoben sind, gleichzeitig aber auch der Zeitgeist des Entstehens zum Ausdruck kommt. Der messianische und apokalyptische Charakter der Prophezeiungen wurde in den frühen nachchristlichen Jahrhunderten als göttliche Offenbarung verstanden, was im Schrifttum und in der christlichen Kunst zum Ausdruck kommt. Religion und Volksglaube wurden in der Folge immer mehr entzweit, zugunsten heterodoxer und ketzerischer Kreise. Am Beginn der Neuzeit erblühte eine enorme Vielfalt von Weissagungen aller Art in den verschiedensten Bereichen: Politik, Religion, Zeit, Eschatologie. Die maschinschriftliche Fassung der Sibylle aus der Wörthersee-Region stellt eine Variante der 1850 in Leitomischl anonym erschienenen Sibyllinischen Bücher, einer deutschen Übersetzung der tschechischen „Proroctví Michaldy, králowny ze Sáby, třinácté Sibylly“, dar. Die Weissagungen bleiben immer mehrdeutig und sind stets im kulturellen, religiösen, gesellschaftspolitischen und historischen Kontext zu sehen.

Ein herzliches Dankeschön für die finanzielle Unterstützung gilt der Fakultät für Kulturwissenschaften der AAU, die das Erscheinen der Publikation ermöglichte.

Hermagoras Verlag/Mohorjeva založba, ISBN 978-3-7086-1097-9
Bestellung: E-mail: buchhandlung [at] mohorjeva [dot] at ; Tel.: +43 (0) 463 56 515 46

Anna Baar – Das Bild

Anna Baar

Das Bild

Das Bild, aufgenommen 1944 im Zeltlager von El Shatt, einem Wüstenort auf der Halbinsel Sinai in Ägypten, nahe der Stadt Suez, zeigt Franka und Antun, meine dalmatinischen Urgroßeltern. Sie und mehr als dreißigtausend dalmatinische Zivilisten, darunter vor allem Angehörige der Partisanen, waren kurz zuvor auf großen Schiffen nach Afrika gebracht worden, um sie vor den Gräueln, so genannten „Strafaktionen“, deutscher Truppen zu schützen. Zum Zeitpunkt der Aufnahme hatten die beiden fast alles verloren: Zwei Jahre zuvor war ihr bäuerliches Haus am Nordrand eines kleinen Fischerdorfs auf der Insel Brač von den kapitulierenden italienischen Faschisten bis auf die Mauern niedergebrannt worden – als Rache für den erbitterten antifaschistischen Widerstand der Partisanen, den ihr jüngster Sohn, mein späterer Großvater, mit zwei seiner Cousins angezettelt und maßgeblich angeführt hatte. Die beiden älteren Söhne waren in den 1920er Jahren mit einem Tabakbeutel voll karger Heimaterde auf Nimmerwiedersehen nach Argentinien ausgewandert, weil die Reblaus die armen Weinbauern um ihre Lebensgrundlage gebracht hatte.

Franka und Antun kehrten 1946 nach Jugoslawien zurück. Die abenteuerliche Flucht nach El Shatt blieb ihre einzige Reise. Das Elternhaus meines Großvaters steht heute noch als Brandruine am Dorfrand – bewachsen von Kapernbüschen.