Mehr als ein Religionskrieg: Zum 400. Jubiläum des Dreißigjährigen Krieges

Am 23. Mai 1618 begingen protestantische Stände Gewalthandlungen an katholischen Statthaltern der Habsburger in Prag. Der Prager Fenstersturz war der Beginn des Dreißigjährigen Krieges, der in den folgenden Jahrzehnten – begleitet von Hungersnöten und Seuchen – ganze Landstriche Europas entvölkern sollte. Das Institut für Germanistik der AAU lädt in Kooperation mit der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft der Universität Bielefeld von 22. – 23. Mai 2018 zu einer internationalen Tagung „Der Dreißigjährige Krieg – Ereignis und Narration“, gefördert von der Fritz Thyssen Stiftung. Dabei soll dem vornehmlich als Religionskrieg erzählten Geschehen vieldimensional auf den Grund gegangen werden.

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Werner Wintersteiner: Der Tod und die Satire. Kritik am Krieg im 17. Jahrhundert und heute im Vergleich

Abendvortrag am 22. Mai von em. Univ.-Prof. Werner Wintersteiner im Rahmen der internationalen Konferenz „Der Dreißigjährige Krieg – Ereignis und Narration“.

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Gastvortrag – Schreiben, Mehrsprachigkeit und jüdische Zugehörigkeit: Franz Kafka in Prag

Referent: PD Dr. Hans-Joachim Hahn (Universität Aachen / Universität Graz)

Termin: Donnerstag, 26. April 2018, 15.30 – 16.30 Uhr, Raum: I.1.45

Abstract:

Literatur und Judentum gehören bei Kafka, so auch der Kafka-Experte Andreas Kilcher (Zürich), aufs engste zusammen, und zwar gerade auch darin, dass beide keineswegs selbstverständlich gegeben sind. Ausgehend von der bisherigen Forschung zu Kafkas Mehrsprachigkeit, seiner transkulturellen Verwendung der deutschen Sprache und seiner Auseinandersetzung mit dem Judentum analysiert der Vortrag drei ausgewählte Erzählungen. Verbunden sind diese analytischen Lektüren mit der Vorstellung und Diskussion einzelner zentraler Forschungsansätze, die vom Konzept einer „minoritären Literatur“ (Deleuze/Guattari) über die Arbeiten von Giuliano Baioni, Ritchie Robertson oder Hanns Zischler bis hin zu dem von Stephan Braese in Anlehnung an Angelika Linke entwickelten Konzept einer „deutschen Sprachkultur von Juden“ reichen.

 

Zur Person:

H.-J. Hahn hat sich nach seinem Studium an der FU Berlin, einer WMA-Stelle am Simon Dubnow Institut für jüd. Geschichte und Kultur, einem Postdoc-Stipendium für die Forschungsgruppe ›Geschichte und Gedächtnis‹ an der Univ. Konstanz 2017 an der Univ. Aachen habilitiert. Er ist u.a. MitHg. der Bände Beschreibungsversuche der Judenfeindschaft (De Gruyter, 2015) sowie des Bds. Darstellen, Vermitteln, Aneignen. Gegenwärtige Reflexionen des Holocaust (Vandenhoek, 2018 i.Dr.). Derzeit ist er Inhaber der Kurt David Brühl-Gastprofessur für Jüdische Studien an der Universität Graz

 

Plakat zum Gastvortrag

Gastvortrag – Ein Heiligendrama des 16. Jh. aus Basel: Valentin Boltz: St. Pauls Bekehrung (1551)

Referentin: Prof. Cora Dietl (Universität Gießen)

Termin: Freitag, 27. April 2018, 10:00 Uhr, Raum: I.2.35

Abstract:

Valentin Bolz, ein Elsässer, der zunächst als Reformator in württembergischen Dienst tätig war, wurde 1546 Spitalpfarrer in Basel. Noch im gleichen Jahr führte er mit Baseler Bürgern sein erstes Bibeldrama „St. Pauls Bekehrung“ auf dem Marktplatz auf. Es inszeniert eine Bekehrung, bei der ganz nach protestantischem Verständnis Christi Wort im Zentrum steht. Licht- und v.a. Toneffekte werden zwar verwendet, um die Aufmerksamkeit auf Christi Erscheinung zu lenken und um das Durchschreiten der Transzendenz anzuzeigen, die wunderwirkende Kraft aber liegt im Wort. Dieses verwandelt Saulus zu Paulus, der nicht nur äußerlich durch veränderte Kleidung charakterisiert ist, sondern auch durch einen veränderten Sprachduktus, nachdem er von Christus die Gabe der Predigtsprache erhalten hat. Der Vortrag wird zeigen, wie sich dieses protestantische Heiligendrama in die Stadtkultur von Basel einfügt.

 

Wie datiert man eine Handschrift? Buchschmuck und Wasserzeichenwerkstatt in den Sondersammlungen der UB

Anlässlich der Langen Nacht der Forschung am 13. April 2018 veranstaltete das Institut für Germanistik in Zusammenarbeit mit der UB/ Abteilung Sondersammlungen einen Workshop zum aktuellen Projekt „Virtuelle Benediktiner-Bibliothek Millstatt“. In Kurzpräsentationen wurde das Anliegen des Projekts, die Buchbestände der Benediktiner in Millstatt zum ersten Mal geschlossen sichtbar und beforschbar zu machen, vorgestellt und in einzelne Arbeitsschritte zur Datierung und regionalen Zuordnung mittelalterlicher Handschriften eingeführt. Wir gingen mit den Gästen auf detektivische Suche nach Herkunft, Alter und Wanderwegen eines mittelalterlichen Kodex. Für die Papierhandschriften kann z.B. die Untersuchung von Wasserzeichen Hinweise liefern. Besondere Exponate aus dem 12. und 15. Jahrhundert waren ausgestellt, wurden erklärt und durften auch (mit Handschuhen!) angefasst werden. Ferner gab es eine praktische Wasserzeichenwerkstatt. Hier konnten sich die BesucherInnen in ein verdunkeltes Kämmerchen der Handschriftenstation begeben und selbst am Objekt nach Wasserzeichen suchen, die sodann unter Anleitung in einem Online-Katalog auch identifiziert werden konnten. Die Nachfrage überstieg alle Erwartungen: Mehr als 250 Gäste besuchten die Handschriftenstation. Das sind weit mehr als jemals an einem einzigen Tag in der Handschriftenabteilung registriert wurden.

Leitung: Sabine Seelbach (Germanistik) und Christa Herzog (Sondersammlungen);

sehr engagierte Mitwirkende: Birgit Müllner-Stieger, Cornelia Ortner, Christina Plieschnegger

 

 

 

 

Literarisches Quartett zur Langen Nacht der Forschung

Lange Nacht der Forschung 2018 | Marc-Oliver Schuster, Anna Baar, Doris Moser, Victoria Walter

Lange Nacht der Forschung 2018 | Marc-Oliver Schuster, Anna Baar, Doris Moser, Victoria Walter | Photo: riccio photography

Lange Nacht der Forschung 2018 | Arno Rußegger, Josef Winkler, Doris Moser, Primus-Heinz Kucher

Lange Nacht der Forschung 2018 | Arno Rußegger, Josef Winkler, Doris Moser, Primus-Heinz Kucher | Photo: Gerda Moser

Mein ganzes merkbares Glück

Anne Bennent liest aus den unveröffentlichten Erzählungen Christine Lavants
Stadttheater Klagenfurt, Montag, 7. Mai 2018, 19.30 Uhr

Mit dem Band Erzählungen aus dem Nachlass ist vor kurzem die von Klaus Amann und Doris Moser herausgegebene vierbändige Ausgabe der Werke Christine Lavants (1915-1973) im Wallstein Verlag (Göttingen) abgeschlossen worden. Das Stadttheater Klagenfurt nimmt dies zum Anlass, einer der größten deutschsprachigen Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts einen Abend zu widmen. Anne Bennent, die in der aktuellen Inszenierung der Mutter Courage von Bert Brecht die Hauptrolle spielt, wird Prosa von Christine Lavant lesen. Der international vielbeschäftigte Komponist und Akkordeonspieler Otto Lechner wird das Geschehen auf der Ziehharmonika musikalisch gestalten.

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„Das soll ich lesen?! Literarische Neuerscheinungen im Gespräch“ – Lange Nacht der Forschung (AAU)

Wir diskutieren mit zwei prominenten Gästen literarische Neuerscheinungen und einen Klassiker des 20. Jahrhunderts.

Um 20.00 Uhr wird die Theodor-Körner-Preisträgerin Anna Baar wird mit Marc-Oliver Schuster und Viktoria Walter diskutieren über
Peter Handkes Die Obstdiebin  und Josef Winklers soeben erschienenen Roman Laß dich heimgeigen, Vater, oder Den Tod ins Herz mir schreibe.

Um 22.00 Uhr wird Büchner-Preis-Träger Dr. h.c. Josef Winkler mit Arno Rußegger und  Primus-Heinz Kucher diskutieren über Peter Weiss‘ Abschied von den Eltern und Anna Baars neuen Roman Als ob sie träumend gingen.

Beide Diskussionen finden im Nordtrakt, Station U22 statt, Moderation: Doris Moser

 

 

Christine Lavant und Georg Trakl, 24.04.2018, Trakl-Haus, Salzburg

Die Dichterin Christine Lavant hegte für das Werk Georg Trakls größte Bewunderung. Obwohl sie zwei Mal mit dem nach dem bedeutenden österreichischen Lyriker benannten Preis ausgezeichnet wurde, hielt sie die eigenen Gedichte für nicht annähernd so gelungen wie die Trakls: „Ich kann Trakl nicht einmal nachahmen und gäbe doch alle meine Gedichte sofort für ein einziges hin das auf dem Trakl-Niveau steht. Wenn er Salomonis Seide hatte so hocke ich an einem Webstuhl u. haue – oft unter Flüchen – einen Raisten oder Rupfen hin oder gewürfeltes Armen-Leuten-Bettzeug. Ja, eher das; denn: Raisten und Rupfen hat eine noblere und haltbarere Ordnung. (Brief an Ludwig von Ficker, Ende 1959)

Anlässlich des Abschlusses der vierbändigen Werkausgabe Christine Lavant findet im Trakl-Haus in Salzburg eine moderierte Gesprächslesung statt mit Doris Moser (Institut für Germanistik und Mitherausgeberin der Werke Christine Lavants), Bettina Rossbacher (Sprecherin und Rezitatorin) und Minka Popovic (Pianistin).

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Wie sieht Ihr Sprachenfluss aus?

Wer ist mehrsprachig? Gemeinhin glaubt man, dass MigrantInnen und diejenigen, die zweisprachig aufwachsen, mehrsprachig sind. Wir wollen den Begriff Mehrsprachigkeit jedoch breiter verstehen, denn jeder/jede kann mehrere Sprachen und verwendet innerhalb einer Sprache Varianten und Codes. Daher laden wir Sie ein, Ihre Mehrsprachigkeit zu entdecken, indem Sie Ihre Sprachenbiografie in Form eines Flusses darstellen.

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