Alle ad astra-Beiträge, die auf der Homepage der Universität Klagenfurt angezeigt werden

Dem sprachlichen Hass auf der Spur

Künstliche Lebensformen, die uns Menschen in allen Themenbereichen verstehen und sich mit uns unterhalten können, werde es noch lange nicht geben, prognostiziert Michael Wiegand, der am Digital Age Research Center (D!ARC) der Universität Klagenfurt als Computerlinguist forscht. Er hat sich auf die Erkennung von Hate Speech spezialisiert und erklärt uns, was Algorithmen lernen müssen, um Beleidigungen verlässlich zu orten.

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Journalismus muss abholen

Der gesellschaftliche Diskurs verschärft und radikalisiert sich zunehmend. Doch warum gelingt es den demokratiegefährdenden Strömungen besser, Menschen abzuholen, als jenen, die Demokratie fördern möchten?

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Logistik in der Pandemie


Vor einem Jahr war Germ Mangelware, nun sind wir am Übergang zwischen Impfstoffknappheit und Impfwilligensuche. Die Corona-Pandemie hat auch der westlichen, sonst bestens versorgten Welt gelehrt, dass nicht immer alle Güter gleichermaßen zur Verfügung stehen und nachgeliefert werden können. Wir haben mit Margaretha Gansterer über die Herausforderungen in der Pandemie gesprochen.

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Im Kosmos von Matthias Wieser

Mein Kosmos ist der Lendkanal. Dieser vier Kilometer lange künstliche Wasserweg vom Klagenfurter Stadtzentrum zum Wörthersee ist mein buchstäblicher Kosmos, weil ich hier jeden Tag auf meinem Fahrrad entlangradle. Das ist der schönste Arbeitsweg, den ich mir vorstellen kann. Er verbindet Stadt und Universität ebenso wie Familie und Freizeit. Wir besitzen zwar ein Auto, aber damit fährt meine Frau nach Villach zur Arbeit. Also radle ich täglich bei Wind und Wetter von unserer Wohnung unterm Kreuzbergl bis zur Uni und wieder zurück. Am Hinweg gehe ich gedanklich den Tagesplan durch und setze Prioritäten. Am Rückweg lasse ich die Universität nachklingen und ausgleiten, ich stelle mich auf Familie und Freizeit ein – oft mit meiner Tochter im Fahrradanhänger. Ich fahre ohne Stöpsel im Ohr. Ich will ja ganz bei Sinnen sein, wenn auch meist voller Gedanken.

Ich fühle mich wohl in Klagenfurt und in Koroška, das Land ist mir zur Heimat geworden. Ich kannte es schon von Familienurlauben am Klopeiner See und am Wörthersee. Ich bin zwar im Ruhrpott geboren, aber im Rheinland, am Rande der Nordeifel, aufgewachsen. Die dortige Mittelgebirgslandschaft mit ihren Braunkohlekraftwerken ist nicht ganz so schön wie Kärnten. Und Aachen, wo ich studiert habe, gilt als rain city mit vielen Wolken und Sprühregen. Den Begriff Heimat sehe ich unbefangen. Man kann auch mehrere Heimaten haben und nicht nur im geografischen Sinne. Kärnten und das Rheinland sind für mich ebenso wie die Wissenschaft Heimat oder die Kunst und die Kultur. Den Begriff sollte man sich nicht wegnehmen oder falsch instrumentalisieren lassen. Im Wort selbst steckt auch das Unheimliche, das macht es spannend. Doch damit etwas Heimat ist, muss man auch weg sein können. Ich habe also ein gegenteiliges Verständnis von Heimat zu denen, die glauben, dass nur der Heimat hat, der jahrzehntelang an einem Ort lebt und nie weggeht. Als privilegierter Ausländer und Arbeitsmigrant geht es mir hier gut, auch wenn man als Piefke manchmal sein Fett abkriegt – nicht immer zu unrecht.

Ich will als Wissenschaftler nicht nur asketisch-protestantisch arbeiten, ich möchte auch gestalten und mich einmischen. Ich bringe mich bei der Kultur ein und bei der Zweisprachigkeit im Land. Den Studierenden versuche ich zu zeigen, dass wir hier nicht im Elfenbeinturm sitzen und ‚nur‘ Bücher lesen. Ich kann zwar (noch) nicht Slowenisch, begrüße die Studierenden in den Lehrveranstaltungen aber zweisprachig mit Guten Tag, Dober dan. Als mich einmal ein Kärntner Student fragte, warum nicht Spanisch oder Italienisch, musste ich ihm erst einmal seine eigene Geschichte erklären. Meine Mitredelust führt natürlich dazu, in vielen Gremien mitzuarbeiten wie Kommissionen, Senat und Betriebsrat. Eine besonders schöne Aufgabe hat sich erst jüngst ergeben, die Leitung der besonderen Einrichtung der Universität UNIKUM.

Die seit Corona akut verstärkte digitale Kommunikation ist anstrengend und überfordert viele. Nun sieht man deutlich, dass es einen medialen Unterschied macht, wenn man beim Kommunizieren mit seinem Körper anwesend ist und die räumliche Atmosphäre spürt. Der ständigen Bildschirmkommunikation geht das ab, wenn auch sie manche Vorteile hat. Doch für viele Kontexte haben wir noch nicht die passenden Routinen damit. Das Digitale gilt als das Klare und Diskrete; die Null und die Eins, wo man klar unterscheidet. Das Analoge hat etwas vom Dazwischen, vom Übergang, dem Graubereich.

Aufzeichnung: Barbara Maier

Matthias Wieser



Geboren: 1978 in Essen, Deutschland

Beruf: Assoziierter Professor am Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft

Ausbildung: Studium der Soziologie, Kultur- und Medienwissenschaft in Aachen, London und Klagenfurt

Kosmos: Lendkanal, Höhe Rizzibrücke, Klagenfurt, 9. Oktober 2020

“You are not alone.” Politik und Sprache

“Firstly, you are not alone – you will hear us and see us daily as we guide New Zealand through this period”, so Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern im März 2020. Der französische Präsident Emmanuel Macron verkündete zeitgleich mit „Nous sommes en guerre“ den Krieg gegen das Coronavirus. Wir haben mit der Linguistin Marta Degani über unterschiedliche sprachliche Strategien in der Politik gesprochen.

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Linguistischer Blick auf Fragen im Coaching

Fragen sind von zentraler Bedeutung in helfenden Berufen. Ein Forschungsteam unter der Leitung der Linguistin Eva-Maria Graf möchte nun den Typen und Funktionen von Fragen im Coaching nachgehen.

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Gemeinsames Doktoratsstudium mit der Università Ca‘ Foscari

Die Universität Klagenfurt und die venezianische Università Ca‘ Foscari haben 2019 das Double-Degree-PhD-Studium „Italian Studies“ begründet. Koordinatorin Angela Fabris ist begeistert darüber, dass die Doktorand*innen so einen Einblick in die unterschiedlichen Lern- und Forschungskulturen bekommen.

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Die Beweglichkeit (an) der Grenze

Die Geschichte hat zahlreich bewiesen, dass Grenzen beweglich sind, aber auch zur Beweglichkeit und Flexibilität der Bewohnerinnen und Bewohner an der Grenze beitragen. Die Literaturwissenschaftlerin Angela Fabris interessiert sich für Erzählformen, Genres und Figuren, die Grenzen überschreiten.

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Gemeinsam Ideen verwirklichen

Seine Forschung ist für Stephan Weiss kein singulärer Elfenbeinturm. Er scheut sich nicht, seine Ideen mit anderen zu teilen. Er ist davon überzeugt, dass Zusammenarbeit bessere Ergebnisse hervorbringt. Dass Kooperation und Offenheit einen noch größeren Stellenwert in der internationalen Forschungslandschaft einnehmen als jetzt, das wünscht er sich für die Zukunft.

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Der maximierende Mensch

Paul Schweinzer, Mikroökonom am Institut für Volkswirtschaftslehre, kann nicht sagen, wie froh die Menschheit ist und ob der Fortschritt Menschen froher macht. Mit Blick auf das Wesentlichste kann er aber berechnen, wie man die Wohlfahrt einer Gesellschaft maximiert.

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