Deutsch-Mandarin, Syrisch-Deutsch oder Slowenisch-Deutsch? Von den Wertigkeiten der Mehrsprachigkeit

Die Nationalstaatsidee wünscht sich perfekte Einsprachigkeit. Die Sprachwissenschaft hingegen sieht Mehrsprachigkeit als etwas Normales an. Und Mehrsprachigkeit ist nicht gleich Mehrsprachigkeit: Während bildungsbürgerliche Eltern ihre Kinder mitunter schon im Kindergarten in den Mandarin-Unterricht schicken, genießen syrisch-deutsch Sprechende wenig gesellschaftliche Hochachtung. ad astra hat mit dem Linguisten Alexander Onysko und dem Bildungsforscher Hans Karl Peterlini über den Status der Mehrsprachigkeit gesprochen.

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Der Mensch ist, was er isst.

Der westliche Ernährungsstil der Gegenwart ist nicht nur für unser Klima und die Biodiversität schädlich, sondern letztlich auch für den Menschen. Karlheinz Erb forscht zu Landnutzung und kommt dabei zu brisanten, aber auch ermunternden Ergebnissen für unsere Ernährungsgewohnheiten.

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Möglichst leicht auf Höhenflug

Die Flugzeugindustrie hat ein großes Interesse an der Verringerung von Kabeln in Flugzeugen. Ein Forschungsteam arbeitet nun daher an der Weiterentwicklung kabelloser Kommunikation für die Luftfahrt.

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Warum gehen Menschen krank zur Arbeit?


„Präsentismus“ bezeichnet das Verhalten von berufstätigen Menschen, die trotz Krankheit arbeiten gehen. Dieses weit verbreitete Phänomen hat weitreichende Folgen, nicht nur für die Menschen selbst, sondern auch für die Unternehmen und in Summe für die gesamte Volkswirtschaft. Heiko Breitsohl verschafft dem unliebsamen Thema stärkere Bekanntheit.

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Die Welt ist nicht rund


Einblicke in Kunst und Leben von Johanes Zechner anlässlich seiner Ausstellung Tilly Lab Circle an der Alpen-Adria-Universität

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Die phantasierte Bedrohung

Massenmedien und Politik vermitteln, dass es um die Sicherheit in Österreich schlecht bestellt ist und es dementsprechend aufzurüsten gilt. Doch woher kommt die Angst vor der vermeintlichen Unsicherheit? Und wem nützt sie?

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No care, if it’s there. Der Umgang mit Wasser im öffentlichen Diskurs.

Franzisca Weder untersuchte öffentliche Diskurse zu den Risiken von Wasserversorgung und Wasserknappheit. Ergebnis ist, dass Wasser als Thema vor allem in politischen Diskursen genutzt und auch ausgenutzt wird. Eine kritische, ausgewogene Problematisierung in öffentlichen Diskursen findet jedoch kaum statt.

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Der Mensch & alles um ihn herum

Robert Gennaro Sposato interessiert sich als Umweltpsychologe dafür, wie es dem Menschen in seiner Umwelt und im Umgang mit allem, was um ihn herum ist, ergeht.

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Ungetrübte Sicht bei endoskopischen Operationen

Bei Operationen kommt es oft zu unerwünschter Rauchentwicklung, und diese verhindert ein Weiteroperieren der Chirurgen. Ein Team von ForscherInnen am Institut für  Informationstechnologie beschäftigt sich mit der Entwicklung von Echtzeit-Raucherkennungssystemen in Zusammenarbeit mit ÄrztInnen und dem Medizinunternehmen Karl Storz.

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Im Kosmos von Anke Bosse

Mein gewählter Ort ist der Aussichtsturm auf dem Pyramidenkogel, weil er mitten in Kärnten steht und man gleichzeitig etwas enthoben ist. Von hier aus sieht man je nach Wetterlage nach Italien, Slowenien und bis nach Deutschland hinüber. Weitblick ist mir sehr wichtig. In Kärnten fällt mir die Tendenz auf, allzu sehr um sich selber zu kreisen. Da ist Weitblick ganz dringend vonnöten, und zwar vor allem mental. Es geht um die Überwindung der Grenzen im Kopf, um Horizonterweiterung. Ich bin froh, dass die Universität und das Musil-Institut hier tagtäglich ganz wichtige Beiträge leisten. Und nicht nur sie.

Ich wollte immer Forschung mit Lehre verbinden. Ich mag es, mich mit jungen Menschen auszutauschen und zu erleben, wie sie beginnen, Selbstbewusstsein zu entwickeln und ein Profil auszubilden. Ich empfehle ihnen, noch während des Studiums ein Semester in die Welt hinauszugehen und nicht erst danach. So erst finden sie heraus, was und wer sie sind.

Die Vielsprachigkeit und das Internationale haben sich bei mir durch die Laufbahn in Deutschland, Frankreich, der Schweiz und Belgien ergeben. Kärnten passt dazu, weil es zum vielsprachigen Alpen-Adria-Raum gehört. Sprachen halten sich ja nicht an Landesgrenzen. Ich finde es gut, dass die Universität diese Idee als Programm hat.

Meinen Mann kenne ich seit 1998. „Schuld“ ist Peter Handke. Als junge Universitätsprofessorin wollte ich die Griffener Handke-Ausstellung nach Belgien holen. Aufbau und Technik der dafür extra konzipierten Wanderversion waren aber so kompliziert, dass einer der Ausstellungsarchitekten mitgefahren ist. Das war mein Glück. Dietmar Kaden, mein späterer Mann, kam mit. Es hat bei uns gleich beim ersten Mal gefunkt. 2005 heirateten wir. Doch wir mussten bis 2015 – also insgesamt 17 Jahre – durchhalten, bis wir an einem Ort zusammen leben konnten.

Es gibt auch ein Leben außerhalb der Literatur. Ich mag Musik, besonders Klassik und Jazz. Dietmar spielt Schlagzeug, ich – leider viel zu selten – Klavier. Außerdem wandern wir gern. Wenn Klagenfurt in der Nebelsuppe liegt, erklimmen wir von Ottmanach aus den Magdalensberg und essen oben Kasnudln. „Erwandert“ schmecken sie besonders gut. Oder es geht zur Klagenfurter Hütte in die Karawanken, zum Alten Loibl, zum Monte Luschari … Und mal schnell nach Slowenien, nach Italien fahren zu können, ist einfach fantastisch.

Im Sommer gehen wir, wenn uns die Arbeit Zeit dafür lässt, baden. Das Strandbad Klagenfurt mögen wir wegen der Menschenmassen nicht, da sind uns die vielen kleinen Seen und Bäder lieber. Wir haben beide das Kroatische Küstenpatent für Motorboote. Ich bin also selber Skipperin. Ich wollte nie eine von den Frauen sein, die bloß am Deck herumliegen und höchstens beim Anlegen mit dem Seil an Land hüpfen dürfen. Nun sind wir jedes Jahr mindestens einmal in Kroatien, mieten uns ein Boot und legen in schönen Buchten an, wann und wo es uns gefällt.

Dietmar ist Architekt, einer der beiden Architekten dieses Aussichtsturms. Die regelmäßig versetzten Ellipsen, durch die der Turm seine einzigartige skulpturale Form erhält, ist seine Idee. Wenn man so unterschiedliche Berufe hat, hat man sich auch was zu erzählen. Nach Hause kommen und jemand ist da, ist eine besondere, schöne Situation. Wir sind gegenseitig unsere wichtigsten Ratgeber. Aber man muss nicht immer alles bereden. Das stillschweigende Einverständnis gibt es immer wieder. Ein  besonderer Moment.

Für ad astra aufgezeichnet von: Barbara Maier

Zur Person

Geboren: 1961 in Hannover, Deutschland

Beruf: Universitätsprofessorin für Germanistik, Leiterin vom Robert Musil-Institut / Kärntner Literaturarchiv

Ausbildung: Studium der Germanistik, Romanistik und Komparatistik in Göttingen, Avignon, München

Kosmos: Pyramidenkogel, Keutschach in Kärnten, am 20. Dezember 2017