Ausstellung „Partizan★ke Art. Die Kunst des weiblichen Widerstands in Jugoslawien und Kärnten“ ist noch bis 16. November im kärnten.museum zu sehen
Basierend auf den Ergebnissen der Tagung „Ästhetiken des Widerstands“, die im Oktober 2023 am Institut für Slawistik der Universität Klagenfurt stattfand, und inspiriert durch die Arbeit am jüngst erschienenen Sammelband „Women and Partisan Art. Aesthetics and Practices of Resistance in Yugoslavia and Carinthia“ entstand das internationale Kollektiv Partizan★ke Art. Diese Gruppe hat die Ausstellung mit dem Titel „Partizan★ke Art. Die Kunst des weiblichen Widerstands in Jugoslawien und Kärnten. Umetnost ženskega odpora v Jugoslaviji in na Koroškem“ entwickelt, die nun noch bis einschließlich 16. November im kärnten.museum besichtigt werden kann.
„Wissenschaft und Kunst sind sich teilweise verwandt: Sie befragen, decken auf, prüfen, ergründen, bleiben nie beim Schein stehen und geben sich weder mit groben Vereinfachungen und reduktionistischen Antworten nie zufrieden“, so Cristina Beretta, die gemeinsam mit Elena Messner und Markus Gönitzer die Tagung „Ästhetiken des Widerstands“ organisiert und gemeinsam mit Elena Messner, Goran Lazičić und Markus Gönitzer den Sammelband „Women and Partisan Art. Aesthetics and Practices of Resistance in Yugoslavia and Carinthia“ herausgegeben hat. In allen drei Formaten – Tagung, Buch und Ausstellung – werden künstlerische und wissenschaftliche Positionen miteinander kombiniert. „Da wir die Ästhetik(en) des Widerstands beleuchten wollten, war der Dialog zwischen Wissenschaft und Kunst der naheliegende Weg, um sich diesem Forschungsfeld anzunähern“, so Beretta weiter.
Gegenstand waren die Kunst und Kultur sowohl von Partisaninnen, als auch über die Partisan:innenbewegung in Jugoslawien und in Kärnten/Koroška. In der Regel findet die Auseinandersetzung mit dem Partisan:innen-Thema statt, indem der Befreiungskampf, die Klassenfrage, die sozialistische Revolution und überhaupt der Sieg über den Nazifaschismus beleuchtet werden. Elena Messner, die das Gesamtprojekt Tagung-Buch-Ausstellung initiiert und mitkonzipiert hat, führt weiter aus: „Wir haben uns für eine andere Blickrichtung entschieden. Wir wollten der Frage nachgehen, ob eine bestimmte künstlerische Ästhetik des Partisanischen in der Partisan:innenkunst ersichtlich ist, die spezifische emanzipatorische Erzählungen vermittelt.“ Es galt, den Zusammenhang zwischen Geschlechterfragen, Kunsttheorie und Widerstand im Hinblick auf den jugoslawischen und den Kärntner Raum zu untersuchen, und zwar vor dem Hintergrund der Verdrängung sowohl des partisanischen als auch des feministischen Erbes in diesen Regionen. Kennzeichen der Partisan:innenkunst ist jedenfalls eine bemerkenswerte Bandbreite an Ausdrucksmöglichkeiten und -formen, sowie unterschiedliche Ausgangslagen. Es geht um künstlerische Produktionen avantgardistischer Künstlerinnen bis hin zu jenen von semi-analphabetischen Bäuerinnen und Arbeiterinnen, die im Zuge der Teilnahme am Befreiungskampf das Lesen und Schreiben gelernt haben.
Auch die Wanderaussstellung „Partizan★ke Art. Die Kunst des weiblichen Widerstands in Jugoslawien und Kärnten. Umetnost ženskega odpora v Jugoslaviji in na Koroškem“, die neben den bereits Genannten zudem von Julia Stolba, Brigita Malenica und Sabina Ferhadbegovic ko-kuratiert wurde, fokussiert auf die kulturell tätigen Akteurinnen des Widerstands, die zum einen Teil der Avantgarde, zum anderen Bäuerinnen waren, die sich in traditionellen Formen der Volkskunst ausdrückten. Die Ausstellung versammelt internationale Beiträge zu Literatur, Bildender Kunst, Film, Fotografie, Textil, Grafik, Theater, Tanz, Musik und Denkmalarchitektur.
Bis 16 . November ist sie noch im kärnten.museum ausgestellt, ab 13. Dezember wird sie im Container 25 in Hattendorf bei Wolfsberg zu sehen sein. 2026 wandert sie nach Wien.
Literaturhinweis: Elena Messner, Cristina Beretta, Goran Lazičić & Markus Gönitzer (2025). Women and Partisan Art. Aesthetics and Practices of Resistance in Yugoslavia and Carinthia. Bielefeld: transcript.










Foto: Stefan Wahler

