Anna Schober | Foto: aau/photo riccio

Antrittsvorlesung von Anna Schober-de Graaf

Seit September 2016 ist Anna Schober-de Graaf Universitätsprofessorin für Visuelle Kultur am Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft. Ihre Antrittsvorlesung hält sie am 12. Juni 2017 zum Thema „Bildereignisse und Bilderketten. Mimesis und Konversion in mediatisierten, demokratischen Gesellschaften“.

 

Montag, 12. Juni 2017

17.00 Uhr c. t.

Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, Stiftungssaal der Kärntner Sparkasse (Campus der AAU)

 

Zum Inhalt des Vortrags

„Bildereignisse und Bilderketten. Mimesis und Konversion in mediatisierten, demokratischen Gesellschaften“

Der Vortrag setzt sich mit dem Bild im Plural auseinander. Er untersucht, wie mimetische Handlungen und ideologische sowie mythische Re-Orientierungen auf ein bestehendes Reservoir an Bildern zurückgreifen, wodurch sich aufeinander beziehende Verkettungen von Bildern herausbilden, die das soziale und politische Leben sowohl reproduzieren als auch ambivalent setzen und verwandeln. Imagination und Realität, Neuartiges und Bekanntes, gelebtes Vergnügen und schablonenartige Weiterverarbeitung treten in diesen Bildaneignungen gleichzeitig auf.

Die spezifische Rahmung solcher Praktiken in mediatisierten, demokratischen Gesellschaften wird herausgearbeitet. Dabei geht der Vortrag ihren welterweiternden Dimensionen nach, zeigt jedoch zugleich auf, dass über sie nicht nur Begehren, sondern auch Hass und Ressentiment Verbreitung finden. Anhand einer Reihe von Bildbeispielen kommen insbesondere die in Bildproduktion wie auch -rezeption involvierten sinnlichen, berührenden und handlungsanregenden Momente zur Sprache.

 

Zur Person

Anna Schober-de Graaf, geboren 1966 in Wolfsberg, ist seit September 2016 Universitätsprofessorin für Visuelle Kultur am Institut für Medien und Kommunikationswissenschaft der Fakultät für Kulturwissenschaften.

 

Anna Schober-de Graaf studierte Geschichte, Kunstgeschichte und Theaterwissenschaften an der Universität Wien sowie Politische Theorie in Colchester/UK. Sie war Fellow am Graduiertenkolleg Psychische Energien bildender Kunst, J. W. Goethe-Universität in Frankfurt/ Main, am Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften in Wien, an der Jan Van Eyck Academie in Maastricht und am Künstlerhaus Büchsenhausen in Innsbruck. 2003 bis 2009 leitete sie die FWF-Forschungsprojekte „Ästhetische Tricks als Mittel politischer Emanzipation“ und „Stadtbesetzungen – das Kino als Ort politischen Agierens“.
2009 folgte die Habilitation an der Universität Wien mit der venia docendi im Fach Zeitgeschichte. Zwischen 2009 und 2011 war Schober-de Graaf Marie Curie Visiting Professor an der Universität Verona/Italien. Anschließend war sie als Mercator-Gastprofessorin, als Vertretungsprofessorin sowie als Leiterin eines DFG Forschungsprojekts am Institut für Soziologie der Justus-Liebig-Universität Gießen tätig.

 

Forschungsschwerpunkte

Bildende Kunst und populäre Bildmedien der Moderne und der Gegenwart, Politische Ikonografie, Praktiken des Visuellen und Geschichte des Wahrnehmens, Ästhetik der Öffentlichkeit, Transnationalität und kulturelle Differenz, Methoden der Bild- und Kulturwissenschaften.

 

Einladung zur Antrittsvorlesung von Anna Schober-de Graaf