Angewandte Kulturwissenschaft: „So gibt es das nur in Klagenfurt“

Um sich für ein passendes Studium zu entscheiden, verbrachte Julia Prodinger nach der Matura zunächst eine Weile im Ausland. Als sie zurückkam wusste sie, es wird Angewandte Kulturwissenschaft in Klagenfurt. Heute studiert die Salzburgerin aus dem Lungau bereits im Master. Uns erzählt sie davon, wie die Vielseitigkeit ihres Studiums zwar fordernd, aber vor allem eine einzigartige Möglichkeit ist und, warum sie es noch immer schwierig findet, die Frage „Was studierst du eigentlich?“ zu beantworten.

Warum hast du dich genau für das Studium entschieden? War von Anfang an klar, was du studieren willst?

Ich habe lange nicht gewusst, was ich nach der Matura machen möchte. Ich bin also erst einmal ins Ausland gegangen, um mir Bedenkzeit zu nehmen. Auf Angewandte Kulturwissenschaft bin ich dann zufällig gestoßen und es hat mir gleich zugesagt. Dass Bachelorstudium ist extrem vielfältig aufgebaut und man kann sich individuell in verschiedenen Richtungen spezialisieren.

Gibt es eine AAU-Anekdote, von der du uns erzählen möchtest?

Ja, Prokrastination, alle Uni-Sachen immer erst am Ende des Semesters zu erledigen, ist stressig. Wir zwei kommen zwar mittlerweile ganz gut miteinander zurecht, trotzdem würde ich es niemanden raten.

Welche Fächer gefallen dir besonders gut und warum? Was gefällt dir an deinem Studium besonders?

Ich würde sagen, es kommen aus allen Bereichen des Studiums sehr interessante Inputs. Mein Studium zeichnet sich dadurch aus, dass wir gefordert sind, diese vielseitigen, verschiedenen Inputs dann miteinander in Verbindung zu setzen. Durch diese wirklich aktive Auseinandersetzung mit den Inhalten, bleibt eine Menge an Wissen hängen. Was mir sehr zusagt, sind die Lehrveranstaltungen mit Praxisbezug. Beispielsweise finden Exkursionen im Rahmen von Seminaren statt oder es werden Lehrende, die auch im Kulturbereich aktiv sind, miteinbezogen.

Hat sich dein Blick auf die Welt durch das Studium verändert?

Oh ja! Man lernt, die Konstruktion der Welt kritisch zu hinterfragen und über (eigene) Verhaltensweisen und Äußerungen oder scheinbar gegebene Tatsachen zu reflektieren. Das hat mehr oder weniger auch Einfluss auf mein privates Leben genommen und es positiv bereichert. Es trägt dazu bei, viel unvoreingenommener mit bestimmten Situationen umzugehen, auch wenn man aus dem Denken gar nicht mehr herauskommt.

Wie erklärt man den Inhalt des Studiums seiner Familie oder Freunden?

Vielleicht hört sich das komisch an, aber für mich stellt diese Frage jedes Mal aufs Neue eine Herausforderung dar. Die meisten Personen können sich unter meinem Studium nämlich nichts vorstellen. Sie glauben, man erforscht spezifische Kulturen oder wird danach Künstler*in. Worauf es jedoch ankommt ist, das vernetzte Denken zwischen den einzelnen Disziplinen und eine kulturwissenschaftliche Herangehensweise an Problemstellungen. Dabei werden gesellschaftliche Prozesse auf einer qualitativen Ebene berücksichtigt.

Ich sehe das Studium als eine Art Werkzeug, mit dem man berufliche Ziele und Richtungen individuell verfolgen kann. Manche finden sich auf der Ebene der wissenschaftlichen Forschung wieder, ich aber möchte zum Beispiel in der Kulturarbeit tätig werden.

Warum hast du dich für Klagenfurt entschieden? Was magst du an Klagenfurt?

Diese Entscheidung wurde mir durch die Studienwahl eigentlich abgenommen, da Angewandte Kulturwissenschaft so nur in Klagenfurt angeboten wird. Außerdem liebe ich die Sommermonate hier! Da nimmt man den Herbstnebel gerne in Kauf. Klagenfurt ist kein verschlafenes Städtchen, ich bin immer wieder von den vielfältigen und interessanten Angeboten und Möglichkeiten hier überrascht.

Warum sollte man hier studieren?

Die hohe Qualität der Wissensvermittlung und der individuellen Betreuung an der Uni stellen für mich einen großen Anreiz dar, hier zu studieren. Gerade, dass man in engeren Kontakt mit den Lehrenden treten kann und flexible Lösungen finden kann, sind Dinge, die an anderen Unis wahrscheinlich weniger leicht möglich sind. Und natürlich ist es fein, nach einer Lehrveranstaltung kurz in den nahen Wörthersee zu springen.

Worauf freust du dich, wenn du an die Uni kommst?

In der momentanen Corona-Situation freue ich mich einfach wieder darauf, verschiedene Gesichter an der Uni zu sehen und mich mit anderen auszutauschen.

Was wäre ein wichtiger Tipp für Studienanfängerinnen und Studienanfänger?

Es gibt tolle Veranstaltungen, die von der ÖH organisiert werden, um neue Menschen kennenzulernen. Und probiert euch aus! Nutzt die Gelegenheit und schnuppert in Berufsfelder, die euch interessieren und für das Studium oder den späteren Beruf relevant sein könnten.

Wo bist du in 10 Jahren?

Auf meiner Reise hoffentlich noch nicht angekommen.

Wort-Rap

  • Mein erster Tag an der UNI war… ein Orientierungslauf
  • Mein großartigstes LV Erlebnis… die BWL-Vorlesung erfolgreich zu absolvieren
  • Meine Uni ist… ein Ort der Bereicherung und Entwicklung
  • Mein Studi-Leben geht nicht ohne… Freund*innen und Aperol
  • Mich inspirieren… die Lebensgeschichten und Werdegänge anderer Personen
  • Mein Studium in 3 Worten… reflexiv, gesellschaftskritisch, motivierend